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Wiener Morgenzeitung · 1919-05-21 · Heft 122 (21.5.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 122 (21.5.1919)
Date
1919-05-21
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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V Liebesgabenverteiiung. Las Fraum-Mbeitskonutee von Hernals wird Me Verteilung der Schwerer Liebesgaben am Mittwoch den 21. d. M. (Buchstaben A bis G) und Freitag den 83. d. M. (Buchstaben kl bis N) in der Zeit von V,3 Ühr bis %B Uhr pur für Kruder von 2 bis 6 Jahren vornehmen. An Dokumenten sind nnünbonflen: Einkausichein für Mmdesibemittelte, blaue Milchfinle und firner entweder Heimai^chein oder Arbeitsbuch oder Traulnigs'che n. Die wertere Ausgabe ,att die Buchstaben M b,s Z wird wieder bckauutgegeben werden. MitLöiluiigeu der „Rohö". Mittwoch: Zentralmaggzn:, VIII. Bezirk, Piaristen- Me 19: Nur iiir die Mitglieder des XiV., XV. nnd XV!. Bezirkes : Abgabe von K.-V.-Seise auf starke 8. Walzgrieß, Sardellen in Oel, Thunfische in Dosen, Tviletteseüe von 9brS l2Ühr. — I. Bezirk, Nibclmigengasie: Toilette seife, Franckkaffee, Zwirn, Krachmandeln, Suppenmaste von 9 bis 18 Uhr nnd von 3 bis 5 Uhr. - II., Ilf., IV., V. und X. Bezirk: Frarickkgstee, Kümmel, Salz, Dörrgemüie, Seste von 8 bis 12 Uhr. -- IX., XU., X1H., XVM., XIX. und XX. Bezirk: Waschpulver, Seife, Walzgrieß. Kranakaffee von 8 bis 12. Uhr. — XVIl. Bezirk: Relbbiirsten, Labsal, Paprika, Dörrgemüie. Franckkaffee» Stärkin, Reibtüchk^ von 6 bis 12 Uhr. — XXI. Bezirk: Zwirn, Walzgrieß, Fraucktaffee, Toiletteseife, Bari von 2 bis 4 Uhr. Erster Wiener Konsumverein. Die Abgabe der rwgcteiltcn Artikel erfolgt in dieser Woche für die I. Gruppe der Mitglieder am Donnerstag, für die II. Gruppe am Freitag und für die Ul. Gruppe am Samstag. Zur Abgabe gelangen: pro Pe>son V, Kilogramm Mehl, 12 Dekagramm Speck, K.-V.-Seifi, Salz, Krtegskasteemsickmng, letztere zrttn alten Preis, so lange der Vorrat reicht. Kmderzubußen, so wert die Mitglieder ihre Kmder biö 10. v. M. bereits bei uns angenreldet haben, ferner feine Toilette- und Waschfeifm, Paprika, Honig. W. I. W. Donnerstag von 9 bis V»l8 Uhr und von 3 bis H6 Uhr. Außer der bereits'veröffentlichten Warenabgabe Ausgabe von amerikanischem Schweinefleisch zum Preise von X 30.— pro Kilogramm an alle bei ünsRahomcrten, v. Kilogramm pro Kopf.. Bormcktags dre Mitglieder mit den Initialen A bt8 K, nachmittags L bis Z. Tie für Donnerstag au flmtfennt Inhaber der blauen Emkanfbücher können natürlich den Fietschemkauf mit dem sonstigen Einkauf verbinden. Bühne und Kunst. Orchesterkonzerte. Der „Anbruch" sah sich veranlaßt, die Aufnahme der „Phantastischen Symphonie" von Berliaz in das Programin seines ersten Orchesterkonzertes verblümt zu entschuldigen. Im allgemeinen läge es nicht in seinen Intentionen, ältere Werke aufzuführen, aber die Symphonie hätte doch „problematischen Eharatter" «sw. Darauf ivAre zu errvidern, daß es bet gute» Veranstaltungen ivriter keine Rolle spielt, von wem sie ins Lebengerufen werden, selbst dann nicht, wenn der „Anbruch" sich unverhohlen als Konzertdirektion gebärden wollte; daß andererseits das Problem der Berliozschen Pwgrammsymphonie keinerlei Rätsel mehr anfgibt. Die Stellung dieses Werkes in der Musikgeschichte ist längst nach allen Richtungen erörtert, steine WrMng iänf die folgende Musikperiode genügend durchforscht und durchleuchtet. Für Berlioz braucht kein neuer Morgen anzubrechen, er ist in unser Tagesbewußtsein seit langem übergegangen. So bleibt die verdienstvolle Tat, das Temperament Oskar Frieds vor die Aufgaben gestellt zu haben, die Visionen des großen Franzosen in Orchesterklängen nachzuzaubern. Unter seinem Stabe erstanden sie in dem bald gedämpften, bald übergrellen Kolorit, das jener Virtuose des Orchesterstils für die Illustration seines Liebesromans gewählt hat. Selten übt ein von so subjektiven Empfindungen beherrsch'es Werk so allgemeine Wirkung wie diese in Töne gesoßte Abrechnung des Komponisten mit seinen Gefühlen zu der heute, vergessenen Miß Smithson. Es sei denn, daß man in „Werters Leiben" «in Analogon finden wollte. Doch die phantastischen Voraussetzungen der zugrundeliegenden Idee hindern nicht, den poetischen Charakter, di« starke Gestaltungskraft und den Ueberschtvang an Phantasie anzuerkennen, mit denen die Opiumträume e'.ues unglücklichen Liebhabers geschildert werden. Die Mängel der melodischen Erfindung, das starke Vorwalten der Homophonie werden reichlich wettgemacht durch die überdeckenden Orchesterfarben, die nur ein Meister mit solcher Sicherheit zu mischen versteht. Oskar Fried zeigte sich wieder als anfeuernder und -aufrttttelnl ec Geist, der alle Verborgenheiten der Partitur ans Licht drängt. Seiner zupackenden Energie kann sich keiner im Orchester durch Trägheit entziehen. Im gleichen Konzert spielte Elly Ney die Wandererphantasie von Liszt. Eine vermeintliche Großzügigkeit ließ doch die Blößen technischer Flüchtigkeit gelegentlich durchschinunern. Den Abschluß bildeten drei wohlbekannte Stücke aus der „Damnation de Faust", graziöse und wirksame Vorwürfe für Oskar Frieds Dirigentenknnst, die einhellig akklamiert wurde. M. Aus den Theatern. Im Oper n t h e a t e r koinmt heute neu einstudiert „Der Ring des PolvkrateS" mit den Damen Lehmann, Ader sowie den Herrn Piecaver, Rittmann, Wtedemann zur Aufführung. Hierauf folgt „Violantr" mit den Damen Jeritza, Ortner, Miel, Gzterenyt, Baner-Pilecka und den Herren Artur Fleischer von der Volksoper als.Gast, Slezak, Leuer, Maikl, Gallos, Madlu. Dirigent: E. W. Korngold. Im Deutschen BolkStheater findet heute die fünfzigste Aufflihrung von Schnitzlers Komödie „Professor Bernhardt" statt. Felix Salten- Wiener Stück „Der Gemeine" gelangt Donnerstag den 33. d. M. und Sonntag den 3b., nachmittags (zu Abei,dpreisen ohne Vormerkgedühr) zur Ausführung. In den Kay?merspielen gelangt Dienstag den 27. d. M. dte dreiaktige Komödie „DronkaS Erziehung" von Stephan KrzvwoszewSki, übersetzt von Leontine Golbscheider und für die. bcirtfrlie Bühne bearbeitet von Heinz Schnlbaur, zur rrsien Ailssiihrrillg. Spielleiter: Dr. .Heinz ^.chulvaur. h , Im Wiener K o m üble n h ä u s. gelangt um der großen Nachfrage zu entsprechen, Samstag den 8C Mai, um 3 uhr nachnfittags bei Abenbvrsisen das ji'idische Apbeiterdrama „Eisik SchEl" von David Pinski zur Wiederholung. Der-Vorverkauf hat bereits begonurn. Der Deutsche Kunst-Bund veranstaltet Samstag den 34. d. M. in seinem Tyeatergebäude, 12. Bez„ Schön-. brnnnerstraße 207 mit dem Ensemble der Grillparzer- BiU'ne.einen Heine-Gedächtnisabend. Zur Ausführung gelangt A. Mels -Heitres jung« Leiden". Die Regie führt Herr Hell, den jungen Heine spielt Herr Peiper. Kartenvorverkauf' UM Tage der Vorstellung Uno täglich im Theaterkartenburtzau, 12. Bez., Schönbrunnerstratze 28?. Mater Albert Plattner gestorben. Innsbruck»» LN. Mai. (Korr.-BurA Müler Albert P l a t t n e r, einer der besten Tiroler Künstler» ist gestern abends emem Schlaganfall erlegen. Borlesung Ariel Birnbaum. In der.,Wirnrr Z e i t ku n st". I, Maystdergafse 2, liest tt r i cjf Birnbaum am 23. und 24. Mm itnt 7 lfhr abends im Rahmen seiner Kollektivausstellung «Aus eigenen Werken". Karten an der Kaste dcS Ausstellnngslokals. Künstleraruppe r „Freie Bewegung." SamStag de» 24. Mai um 7 Uhr abends Vorlesung A n n a H o l l 'e r t n g aus Dichtungen von E.A. Reinhardt. Gedichte und kleine Prosa. Drei Gesänge cincs polttckchen Epos iManuskr'vt). Karlen im Sekretariat, l., Kärntnerstraße 4, der Buchhändler Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, und Buchhändler Perles. I., Seilergasse 4. Metropol-Lheuter. Der Beginn der heute stattsindenden 25. AufiÜbrung der erfolgreichm Operette „Schwarzwaldmädel" ist für präzise' x/*7 Uhr festgesetzt. Künstlerbühne Nonacher. Ausverkaufte Häuser bestätigen den tlnstimmigen Presteeriolg des Schwankes „C r z e l l e n z M a x!". Fritz Werner, der sich m einer großen Kom'krrrolle dem Publikum von einer neuen Seile zeigt, ist allabendlich Gegenstand stücmckchcr Ovationen. „Exzellenz Maxist unbestritten der größte Lacherfolg seit Jahren. DieGefängniserinnerungenMachars, des tschechischen Dichters, baben bei ihrem Erschnnen m deutscher Sprache ungeheures Aufsehen erregt und in der Preste nachhaltigen Widerhall gesunden. Auch in den Spalten der ^Wrener Morgenzettung" fand das Büch „K. u. k. K r i m i n a l" migrmlte Anertennnng und d:e Leser werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Wcrk^zum Preise von Kii.~ für das broscknerte und X 15.40 für das gebundene Exemplar durch die Buchhandlung R. Lriwit, Wien, l., Rotenturmstraße 23, zu beziehen ist. Sport. Aüblschs» Gp»A z» Blott». Der Spsr« HÄoech .itz der E Bulitzrr Derrtv, der- Leichlathkeitk bttrrW Dre GeM»« weist schon zahlreich« Mckglreber auf, d^e rlnew nfrige» Trammg ovliegen. Im Jmi beabsichtigt dre rübrigr BrreiMeitmrg, nn großes Sportfest abznh Uten, in besten Rahmen ein leichtathletisches Meeting und em Fußballwettspiel abgehallen werden soll. Es sind Aussichten vorhanden, daß die Wiener Hakoah an dieser Veranstaltung te'lnehmen wird. Der Turnverein Makkadi weist einen sehr regen Betrieb aus; der Besuch der T»' nabende läßt n!ch s zu wünschen übrig. Für den Herbst rst ein großes Turnfest geplant. Der „Schomer" hält jeden Sonntag Wanderungen av und führt auch erne große Gartenarbnt durch. Die Futzballmeisterfchaft. Die Meisterschaft der ersten Klaste ist als enn'ch eben zu betrachten. Rap'd verzeichnet einen Vorsprung von vier Punkten vor dem W. A. C., den dieser nrcht mehr auchoten kann. Dre Ariilttiker werden wohl den zweiten Platz belegen. Für den dritten Matz kommt in erster Linie Rudolfshügel, dann der W. Ä. F. in Betracht. Dre weitere Reihenfolge dürfte fern: Amateure, Sportklub, tz. ft. C., Simmering, Wacker, Hertha. In der N ^-Klaffe ist die Vienna sicherer Sieger. Der Admira ist die zweite Stelle nicht mehr z« nehmen. Um den dritten Platz bewerben sich derzeit noch mst glerchm Aussichten Hakoah und Donausiadt, während«, über die wertere Placierung dre noch ausstehenden Spiele entscheidest wrrdm. Der Luftsmntbns Goliath, der für den FLugdienst Pari s—B r ü f s e l—L o n d v n bestimnit ist, erreichte nach französischen Blättern unter Hemy Farwanns Führung m<t 5 Fluggästen 6290 Meter Höhe. Die etsirebke Noch größere Höhe von 7500 Metern konnte wkM der großen Kälte in 6000 Meter 40 Grad unter Null W nicht erreicht werden. Der Volkswirt. Die Vermögensabgabe. Wle sich unsere Finanzverwaltung da» Vorstellt- Ende der nächsten Woche, sobald die Frtrdensbedingungen bekannt fein werden, soll bei uns die Vorlage über die Vermögensabgabe vor die Oefftntlichkeit kommen. Es ist ein Rah men Ae setz vorgesehen, welches in seiner Vieldeutigkeit ebenso aussrhen wird wie alle bisherigen finanztechnischen Maßnahmen. Das mangelnde Verständnis für die Notlage unserer Volkswirtschaft sowie für unsere beispiellose Situation zeigt sich am besten darin, daß der Finanzsekretär Dr. Schumpeter mit der Vermögenssteuer angeblich bei Kapitalien von 5000 Kranen.beginnen und bis zu einer Besteuerung von 80 Prozent gehen will. Dr. Schumpedsr hat bereits in der vorigen Woche erklärt, daß die. Vermögensabgabe einen Prozentsatz erreichen werbe, wie ihn die Finanzgeschichte noch nicht ke ine. Wir möchten Mls ertauben, den Lenker unserer Finanzgeschicke vor leichtfertigen Experiknenten zu warnen. Arme Tenfel, die sich im Besitze von 6000 Kwlien befinden, sind wahrlich nicht in der Lage, einen weiter«» Aderlaß zu vertragen. Dieser Be rag bedeutet nicht cittntfti, was 600 Kronen vor dem Kriege waren, und davon trotz erhöhter Einkomwensteuer, Bwtauflage, Krüppelsteuer, zahlloser indirekter Steuern, täglicher Preiserhöhungen (in der sonderbaren Terminologie unserer/ Bnreaukrairn „Abbau der Preise" geheißen) noch eine „Vermögensabgabe zu leisten» scheint uns abenteuerlich-groteSk. Dr. Schumpeter hat mehrere Jahre im Ausland verbracht, scheint aber al6 guter Oesterreicher auch dort das alte Wort , nicht gelernt zu haben, daß der Krug so lang zum nt? .^ ^.... l'r- Brunnen geht, bis ec bricht. Das; die ho-hsn Vermöge^ ausgiebig besteuert werben sollen, findet gewiß d«w Beifall der Allgemeinheit. Daß sie aber so gut wfer konfisziert werden f'OtfttT, und zwar von der eigewenj Regierung, steht in der Finanzgeschichte tatsächlich .alÄ ösbörreichisches Unikum da. Gleich'eitig verspricht Schum-^ Peter hoch und teuer, er werde Handel und Industries schützen. Kommt diese Desperadvp>okiLik wirklich zur AuKführüng, so wird er den traurigen Ruhm ^avontrageit^ Handel und Industrie, aus Deutschösterreich nach allen Regeln der Kunst hinaitsgejagt zu haben, zumindest dt« einheimische. Emer früheren Version zufolge sollte dös Mgabe bei 20.000 Kronen mit 5 Prozent beginnen^ bei 100.000 Kronen bereits 40 Prozent, bei- 200.000} Kronen 60 Prozent, bei Vermögen über 1 Million- 60 Prozent betragen. Auch das scheint uns abenteuere ltch hoch gegriffen. Letzten Endes scheint Dr. Schumpeter für die Taschen der Entente arbeiten zu wollen,' denn diesen wird die Bernrögensabgabe zugute kommen, nicht dex Sanierung unserer Finanzen. Wir find im? Kriege mürbe geworden ltnb haben uns allgemach daran gewöhnt, geschunden zu werden. Zu den Absichten- Schumpeters aber, wenn sie sich als wahr erweisen, sollten, kann nur gefragt werden: Was wird unsere Finanzverwaltung in Zukunft zu verwalten haberr? Sin ungarischer Volksrat für das Wirtfchaftswese«. Budapest» 20. Mai. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die Rateregurung errichtete einen Bolksrat für daS W,i'risch afts wesen, in besten Wirkungskreis die einheitliche LelMng und Kontrolle der Produktion und Güterverteiluug sowu die Erlassung und Durchführung von die Wirtschaft betreffenden Verordnungen gehören. Der Volksrat für das Wirtschaftswefen enthält folgende Abteilungen: Allgemeine Leitung der Produktion nnd materiellen Wirtschaft, Ackerbau und Viehzucht, technische. Leitung der Produktion nnd Betriebe, Finan;gebarung, öffent-. liche Versorgung. Verkehrswesen, wirtschaftliche Organlsatron und Kontrolle. Arbeiterschutz. Dte Leitung dieser Ressorts wird von den Volkskommissäreu, welche bisher diese Angelegenheiten erledigten, ausgeübt. , Die französischen Finanzen und Deutschland/ Sainl-Germain-en-Layc, 20. Mai. Im „Populaire" veröffentlicht Paul Mistral einen sehr pessimistischen Artikel über die französischen Finanzen. Er knüpft an den letzte» Bericht der Budgetkominifsionen an, die eine Ermächtigung für die Bank von Frankreich, vier Milliarden neuer Noten auszugeben, empfiehlt, von denen drei dem Staat zur Verfügung gestellt werden sollen. Damit erhöht sich der Banknoten-^ »Mk«f, der Illtl 3SflOQ Millionen betrug, auf 40 Milliarde», wahrend dte Metakldecknns 6668 Millionen beträgt^?H»n den 46 Milliarde« find 27 Milliarden Vorschüsse «tu den Staat. Mistral meint, daß diese nur auf den Druck von Bmlknoten begründete Finanzwtrtschaft nicht mehr lange so weiter gehen könne, daß die Stunt« ernst fei und daß man, wenn man dem Bankerott entgehen wolle, zunächst das' Finanzproblem in seiner ganzen Schwierigkeit erfassen und die notwendigen Maßregeln zu seiner Lösung ergreifen müsse. Die Regierenden jedoch, die' jede Art von Diebstahl Und Profitmacherei zugelässetl haben und die das Land betrogen, indem sie ihm sagten, Deutschland werde alles bezahlen, sind bemüht, die Stunde der' finanziellen Abrechnung hinauszuschieben. Sie wollen den Abgrund verhüllenvor den ihre Unterwerfung unter die kapitalistischen und imperia- ®en Gewalten Frankreich geführt hat, und können sich entschließen, von der Bourgeoisie die Opfer zu verlangen, die ihr zukommen. Alker sie werden den unvermeidlichen Folgen ihrer Fehler nnd Verbrechen nicht entgehen und die verhängnisvolle Stunde der Abrechnung, bei der das' Geld dort wird genommen werden müssen, wo es sich eben findet, wird bald schlagen. Sozialdemokratische Steuervorschlkge in der Tscheche-Slowakei. Prag, 26. Mai. Zu Beginn der Budgetdebatte hätte der Redner der sozialdemokratifche« Partei, Bech y n e, angMndigt, daß seine Partei gegenüber dem Finanzplan des Ministers Dr. Raschin zur Bedeckung des Defizits einen eigenen Plan vorlegen werde. Heute skizziert „Pr av o Libu" di« Vorschläge der sozialdemokratischen- Partei ftir eine ordnungsmäßige Deckung der Abgänge auf.sozialistischer Grundlage und erklärt, daß die Aufnahme einer Milliardenanlethe für das Budget im Auslande die Kapitalisten der Entente zu Herren der Arbeit des tschechischen Proletariats machen würde. Die Mittel zur Deckung der Abgänge, sagt das Blatt, müssen in erster Linie aus dem ungeheurem Vermögen der KriegSgewinuer geschaffen werden, und zwar Hand in Hand mit der Durchführung der Sozialisierung. Das Budget mutz genau durchgesehen werden, damit Streichungen verschiedener Posten vorgenommen werden können. DaS Existenz minim um für Hie Einkommensteuer muß dreimal höher angesetzt werden und das H ö ch steinkommen darf Io.000 Kronen jährlich nicht über-- Ebenso ist eine vollständige Umarbeitung der Erbschaftssteuer in progressivem Sinne erforderlich. Der unbedeckte Rest des Desizlts wird aus einer entsprechenden Vermögensabgabe anfznoringen fein. Zugleich Muß eine regelrechte W ä klein kommen darf K. 100.000 jährlich nicht überschreiten. Herausgabe einer neuen Valuta, die auf der ohne Gntschndiü Q durchgeführten Sozialisierung des Großgrundbesitzes, der striellen Großbetriebe sowie aus der Vernrögensabgabe , basiert ist. Wir sind überzeugt, fchtteßt das Blatt, daßFin gleicher Weise wie die imperialistischen Staatenc in Mitteleuropa auch ihre finanziellen Grundlagen zusmnmenstürzen werden, damit neue sozialistische an ihre Stell«» treten. An anderer Stelle bemerk „Pravo Lidu", daß die Sozialisierung der Bergwerke in nächster Zeit verwirklicht werden dürfte. Der Handel in PalLstina wieder aufgenommKtt. Der Hmsdol in Palästina scheint wieder astsgenonimm zu sein. Dre erste Schisssladnug von Jaffa-Orangen seit KrtegSa»Sln.'lrch ist tu 8 l v e r p o o l angrkomnlrn. Ausfuhrbewilligung in Serbien. Belgrad, 90. Mai. (Südstaw. Preßintr.) Der Mruisiei' für Handel und Industrie hnt die Ausfuhr von Zwetschken. Pf La n m e n m a r m e l a d e und a l t tu Kartoffeln in unbeschränktem Umfange gestaltet. Dte Wtchieäre und die BermögcnSanmelöung. An die Böi'sekamuxr wurde seitens des Aktionärverelttes ein Ansuchen gcrkchtet, ein »eues S ch <i tz u u g ö k u v s b l a t L zu verfassen, da die Aktionäre hart betroffen werden, falls die

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