Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 54 (13.3.1919)
- Date
- 1919-03-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ar. 54 _ Wien, Srmnctstag Wiener Mo rgeazeUung 13. März 1.919__Seite 'sT Tagesbericht. Zum 13. MLrz. Er verblaßt neben den Geschehnissen der Vegeuivart, dieser IS. März deS Jahres 1848. Aber vergessen kann er niemals werden und der rühmliche, Anteil, den die Juden an dem Freiheilskampf hatten, bleibt eine unserer stolzesten Erinnerungen. Moritz Harkmanns „Reimchronik des Pfaffen Mau- Ens", die in losen Heften erschien und ungeheure Verbreitung fand, rüttelte die Massen auf, und Ludwig August Frankls Lied ,/Oie Universität" bereitete die Wiener Studentenschaft für den großen Tag der Prüfung vor, von. dem Grillparzer singen konnte: „Die Prüfung aber war scharf und schnell ES gab ein schweres Examen, Die Kugeln pfiffen die Fragen hell. Der Tod stand nah als grimmer Pedell, Der Karzer war nicht nur ein Namen." Bor dem Auszug der akademischen Jugend hielt Doktor Adolf Fi sch Hof, den wir neben Theodor Herzl als jüdischen oPlitiker von höchster Einsicht und reinster Gesinnung verehren,. im Hofe des Landhauses eine zündende Ansprache. Dann kam fcijS blutige Ringen. Das erste Todesopfer war der edle Blum und als letztes Opfer der Gegenrevolution wurde der Journalist Jellinck hingerichtet, ein jüdischer HeL der Feder, der feinen Mut der Neberzeugung mit dem Leben büßte. Und ei« merkwürdiger Mischer Jüngling aus dem Ungarlande lebte damals in Wien. Karl Jfidor'Beck hieß.der LSngstvergessene, der gegen die Neichen in Israel wetterte und — als hätte er eine wenig ruhmvolle spätere Entwicklung vorausgesehen — die ,Wohltätigkeit" jüdischer- Millionäre also geißelte: „Wenn du des Bürgers Mark gesogen. Erbaue Spitäler und Synagogen, Es wird der Herr sie segnen und wahren! jüi aber graut vor einem Frommen, . ..; Der stets des eignen Heils gedenkt, Großmütig uns in Tropfen schenkt. Was er in Eimern uns genommen." So heißt es in einem Gedicht, das er dem Hause Rothschild widmete und an die Spitze seiner „Lieder von: armen Mann" stellte. Fischhof und Frankl, Blum vnd Spitzer, Hartman« und Jellinek, Kompert und Beck — eine stattliche Schar jüdischer Führer im Sturmjahr. ES war für uns Juden eine bittere Enttäuschung, ein Lügenjahr. Es brachte die papierene Gleichberechtigung, das unselige Streben nach der nur einseitig gewollten A ftmi' ioit. Aber die Frucht der damaligen Bölkererhebung, die Judenemanzipation, ist gleichwohl die Grundlage der jüdischen Moderne geworden. Theodor Herzl hat dies in folgenden klassischen Sätzen niedergelegt: „Es konnte nicht der Sinn der Emanzipation sein, baß wir aufhören, sollten, Juden zu sein, heim wir wurden zurückgestoßen, als wir uns mit den anderen vermischen wollte«. Der geschichtliche Sinn der Emanzipation mußte vielmehr der sein, daß wir unserem befreiten Volkstum eine Heimstätte bereiten sollten. Das hätten wir früher ■ nicht vermocht; wir können es jetzt, wenn wir es mit aller Kraft wollen." So haben die jüdischen Männer der Märzrevolution auch für ihr Volk gewirkt, und froh bewegt von den Hoffnungen dieses Jahres grüßen wir dankbar die Gräber der jüdischen Märzgefallenen. O. A. Mißstände in der »Mensa aeackemiea judaica". Wir erhalten von absolut zuverlässiger Seite eine Schilderung der Zustärche der jüdischen „Mensa", der wir Nachstehendes entnehmen: „Die in der Malzgasse befindliche rituelle Avnsn Loaäsmia juckslea, die der „Einheit" angegliedert ist und von einem Vorstande mit Herrn Hofbauer an der Spitze und Herrn Fischer, Eigentümer der „Dienea", als Oebonom, für die armen jüdischen Hochschüler, die nur rituelle Kost beanspruchen, gibt seit langem zu berechtigten Klagen Anlaß. Den: Studentenausschüsse ist statutarisch zugesichert, zwei Vertreter mit Sitz und Stimme in den Vorstands in *• Angelegenheiten der Mensa zu entsenden. Seit zirka eittHNl Jahve sind die Studentenvertreter zu keiner Vvrstandsfitzuttg zugezogen worden, obwohl während dieser Zeit alles gegen, den Bestand der Mensa unterüwnnnen worden ist. Unter anderen: wurde die Anschrift der Mensa entfernt, Nichtakabemiker zur Ansspeisunsi in die Mensa geschickt — Akademikern mußte die Aufnahme wegen beschränkter Kartenausgabe verweigert werden — eine Preiserhöhung im August vorigen Jahres vorgenommen, ohne daß diese itorij bis heute dem Vorstande oder dein Kuratorium zur Genehmigung vorgelegt worden wäre. Unzählige Spenden fließet: ein, damit der: Speisende:: dort ein billiges und anständiges.Essen verabreicht werbe, dieses ist aber infolge der miserablen Zubereitung und des unerhörten SchmulM ungenießbar. Ein Emblick in die Spendeneinläufe ltvtb Fassungsbücher wird dem Studenten-- ausschusse nie gewährt. Die Verwaltung der Mensa haßt'es an Schn:ähm:gen und Beleidigungen den Studenten gegenüber nicht mangeln." Diese Zustände bedürfen dringend der öffentlichen Aufklärung. Der Verein „Einheit" wird gut tun, der sofortigen AbsMmro dieser Mißstände ftiu Interesse LnzmveudiM-. t, ■j .<!_ ~'.«.kJ ’ j>iw»H»»iiM»ilii| j, Die Kohlenfrage. Die gestrigeu Einkünfte waren etwas bester, da Kohle auße^' aus dcr-Tschccho-Slowakei auch aus N o r d b ö h'n: e n ein' ■ traf. Die ersten Sendungen an o l> c r s ch l e s i s ch e r Kohle sind bereits avisiert; die Quantitäten werden infolge des Streiks nicht groß sein. __ *’ 21 eifert nach dem Auslande. Es wird darauf ausi merksam gemacht, "daß die bisher in Anwendung gestandenen Bor sch r i f t c it des ^ehemaligen Gesamtministeruuns über den Reiseverkehr unv e r ä n d e r t aufrecht bestehen und von nun an auch im Verkehre mit den benachbarten Natwnal-; staaten. die Dcutschösterreich gegenüber als Ausland anzusehen sind, in Anwendung zu bringen sind. Demnach werden - künftighin Reisen n a ch dem g e s a m t e n A. u sland nur auf Grimd eines dm geltenden Bestimmungenentsprechenden Passes, der, wenn es sich um Ausländer handelt, mit den: Visum.der politrschen Be-' S"'"ks-, beziehungsweise der staatlichen Polizeibehörde des Mohnes der Partei versehen sein muß, zulässig sein. Ebenso ist das ll e,b e r s ch r e i t e n d e r G r e n zenDeutschösterr e i ch^s in der Richtung an? dem Ausland nur aus Grund eines ordnungsmäßigen, von unseren Vertrcttmgsbehörden im Ausland ausgestellten, beziehungsweise vidierten Passes gestattet. Neben der Handhabung der Reisevorschristen obliegt den Grenzkontrollstellen die Ueberwachüng der Einhaltung der Devisenvorschriften, der Ein-, AusfuhruudDurchfuhrv erböte und des Steuerfluch I gesetzes. Außerdem werden die Grenzkontrollstellen dem A u swandere r-, beziehungsweise Rückwandererveukehr ihr besonderes! Augenmerk zuwenden. Die G r e n z k o n t r o. l l e wird an den nachfolgenden Eisenbahnübergangspunkten durch besondere Stellen ansgeübt werden: Fcldkrrch, Lustenau, Lindau-Reutin, Kufstein, Mrttenwaldc-Scharnitz, Salzbrug, Simbach-Braunau, Passau-Schärding, Freistadt, »Gmünd, Waidhofen a. d. Thaya, Dcosendorf, Raabs a.d. Thaya, Retz, Laa ä. d. Thaya, Hohenau, Marchegg, Hamburg, Bruck a. d. Leicha. Gbmfurt, Wieucr- Ncustadl, Fehring, Leibnitz, Wolfsberg, Klagenfürt und Villach. * Die Nevision der Reisenden und ihres Gepäcks. Da sich noch immer die Fälle wiederholen, daß von unberufenen Personen in Eisenbahnzügen und auf Bahnhöfen Untersuchungen von Reisenden und Reisegepäck vorgenommm werden, hat das deutschösterreichische Staatsamt für Heerwesen beföhlen, daß von mm an sebständige Untersuchungen der Reisenden durch Militär Person er: überhaupt nicht mehr vorgenommen werden dürfen. Für allsällige Assistenzen ist von Seite der Bahnhofkommandos imd, wo solche nicht ausgestellt sind, seitens der Volkswehrstationskommandos, denen die betreffende Bahnhoswache unterstellt ist, eingehend begründet, die notwendige Anzahl von. finanzbehördlichen Legitimationen bis 20.d.M. beim Landesbefehlshaberamte in Wien, Bahnficherungsgruppe, anzusprechen. Die Legitimationen werden in eine Konsignation ausgenommen, durch den Bahnhof-, beziehungsweise Volkswehr- Stationskommandanten versönlichm Verwahrung gehalten, welcher dafür veranwortlich ist. * Ein Banlrlausbursche mit 145.VVV Kronen durchgegangen. In einck: hiesigen Bankinstitute herrscht unter der Beamtenschaft große Aufremmg. Ein junger Laufbursche ist mit. den von der Beamtenschaft gesammelten Geldern, die er gegen gestempelte Banknoten umwechseln sollte, dur ch g e g a n g en. Gestern vormittags übergab die in der Bank angestellte Beamtin Marianne Koch dem 18jährigen Laufburschen des Instituts Rudolf Hawel, die von ihr unter der Beamtenschaft gesammelten Gelder in der Hohe von 140.400 Kronen : eine andere Beamtin hatte 4920 Kronen gesammelt und übergab ihm das Geld. Hawel sollte das Geld in der in diesem Institut befindlichen Auswechslungsstellc gegen Banknoterl mit dem Aufdruck „Deutschösterreich" Umtauschen. Der Bursche kehrte aber n i ch t z u r ü ck. Bei der Auswechslungsstelle erfuhr man, daß Hawel nicht dort gewesen sei. Auch in die elterliche Wohnung ist er nicht h e i m g e k e h r t. Rudolf Hawel ist der Sohn ernes Hausbesorgers. * Eine Veranstaltung der jüdischen Stadtschutzs wache. Wir erhalten folgende Zuschrift: Mit Bezug auf die tu Nummer 53 Ihres Blattes erschienene Notiz betreffend die am 17. jb. M. im Hotel „Bayrischer Hof" ftattfindende Veranstaltung erklären wir, daß diese Veranstaltung von der 2. Kompanie der jüdischen Gruppe der Wiener Stadtschutzwache und mcht „von einigen Privatpersonen" aüsgeht. Weder in den Einladungen noch in der polizeillchen Anmeldlmg ist bic Rede davon, daß die Veranstaltung von. der Gruppe ausgeht, vielmehr von der 2. K o m p a n i e der jüdischen Gruppe der Stadtschutzwache, so' daß von einen: Mißbrauch des Namens der Gruppe und der hieraus abgeleiteten Folgerungen gar. keine Rede sein kann. Nebenbei sei erwähnt, daßein etwaiges ReinerträgniS, dessen Höhe der Polizeidirektion seinerzeit bekannt gegeben,wird, dem r Abseriigungsfonds der 2. Kompanie' zufließt. Führer Wilhelm P r e i s, Obmann des Festkonntees. * Todesfall. Am 9. März d. I. ist im blühenden, hoffnungsvollen Alter von 18 Jahre» Bernhard Weinstein, ein mnger strebsamer Beamter, der vor seiner Krankheit bei der . Versicherungs-Abteilung des. Milicir-Witwm und Waisenfonds tätig war, nach, langem, schwerem Leiden gestorben. Bernhard Wernstein' war ein aufrechter gerader, Mensch. Seine Freunde und. Bekannten werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Vorträge und Versammlungen. . . B a r K o ch b a, W i en. Samstag den 15. d. M. findet im Klublokale des Cafo Industrie, IX., Porzellangasse 39, um 5 Uhr nachmittags die Generalversammlung statt. Sämtliche in Wien anwesenden Vercinsmitglieder, insoferne sie aus einem Versehen nicht besonders eingeladen wurden, werden hiermit znm pünktlichen Erscheinen. aufgcfordert. — Sozialistische Bereinigung jndis ch er Hochschüler. Heute Donnerstag, 6. Uhr abends, Seminar: „Lesung und Besprechung sozialistischer Schriften." Leiter: Dr. B i e i: e n z u ch t. Ort: Wiener Rmgcafö, I., Stttbenring 18. Eintritt frei. — Hettte findet in: Jüdischen Volksheim, XVI., Wurlitzergasse 11, um 6 Uhr abends elne Versammlung der Ziotlisten des XVI. und XVII. Bezirkes statt, in der die Herren Leopold Sit;mann und Fritz Spitzer über aktuelle jüdische Fragen "sprechen werden. —'Galizische Militär-Mittelschüler- Vereinigung. Heute um 4 Uhr nachmittags findet im Sophicngymuasium, 11., Zirkusgaffe 48, die Eröffnnug der Kurse statt. — Jüd.-akad. Jnri st en v e r ein (S ekt r o n desDervandes „I n d e a e"). Mittwoch den 19. d. M., präzise 5 Uhr nachmittags, findet im Cafä Adler, I., Schottenriug 12, eine Plenarversaiumümg statt, in ivelcher die Herren Dr. Elias Tisch und Dr. Georg Weiner über „Unser Bolksgemeindeprogramm" sprechen werden. Gäste willkommen! Letzte Röhrichten. Auflösung von Volkswehrdepots in Berlin. Berlin» 12. März. Amtlich wird gemeldet: Die Depots la, 2 a, 4, 5, 8, 10 und 15 der r e P n b l: k an i s ch e n Soldat e n w e h r s i n d a u f q e l ö .st. Jeder frühere Angehörige dieser Depots, der mit den Waffen in der Hand betroffen u*ivb, j wird erschossen. ■ v Revolution In Belgien? Elberfeld, 12. März. (Tel.-Komp.) Der „Rheinisch -westphälifchen Zeitung" zufolge laufen Privatnachrichten aus Maastricht ein. Wonach in Belgien d i e R e v o l u t i o n an s» gebrochen fein soll. Rach diesen Meldungen! sollen in Lüttich und C h a r l e r o i! heftig« Etraßenkämpfe zwischen! den Sozialisten und Kommunisten einerseits^ und bürgerlichen Truppen andererseits im Gange' fein. Zn den letzten Tagen erfolgtert größere belgische und amerikanische Truppen- Verschiebungen nach dem belgischen Industriegebiet sowie nach Brüssel und Antwerpen. Gerüchte besagen, daß der König von Belgien schon gestern abends ganz unerwartet nach England abgereist fei. Der Postverkehr aus der Tfchecho-Slowaker nach Dentschösterreich weiter offen. Prag, 12. März. (Trl.-Komp.) Wie hieraus bester Quelle verhautet, wurde heute,! unbeschadet der deutschösterreichischen Grenzsperre, der Postverkehr nach Deutschösterreich wiedereröffnet. Es werden einfache unverschloffene Briefe, einfache Warenproben (Muster ohne Wert) einfache und rekommandierte Korrespondenzkarten und Zeisimgen nach Deutschösterreich befördert, ohne an der Grenze zürückzubleiben. Eine neue Krankheit iu Prag. Prag, 12. März. „Cech" meldet: In Prag uud Umgebmtg! tritt eine neue epidemische Krankheit auf, und zwar eine r h e u- - m a t i s ch e Grippe. Der Beginn der Krankheit äußert sich durch große Schmerzen im Rücken und in den Beinen. Es tritt hohes Freber, Körperschwäche, Appetitlosigkeit und allgemeiner, Schmerz im , Körper ein. Diese Grippe ist hauptsächltch in der . Umgebung von Böhmisch-Brod verbreitet. Gegen den Bolschewikenvormarsch nach Mitteleuropa. Basel» 12. Marz. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Reuter.: , meldet aus Paris offiziell: Die A l l i e r t e n k o n f e r e n z . beschloß endgültig, militärische Maßnahmen'der Entente g e g e u ' das Vordringen der Bolschewiken nach Mitteleuropa zu ergreifen. , Zusammentritt des preußischen Landtags. Berlin, 12. März. (Tel.-Komp.) Die preußische Land^^ Versammlung tritt morgen zusammen. Die Fraktionen haben sich in folgender Stärke angemejldet: 144 Sozialdemofiaten, 88 Zentrumsabgeordnete, 65 Demokraten, 50 Deutschnationale, 24 Unabhängige, 21 deutsche VoÜsparteiler, 1, deutsche Hannoveraner, 1 Angehöriger der Schleswig-Hollsteinschcn . ' Landespartei. Japan gegen den Völkerbund. Zürich» 12. März. (Tel. der „Wiener Morgenzeiümg*) Wie m informierten Kreisen verlautet, hat Japan großes. Mißtrauen gegen das Wer: der Pariser Konferenz und besonders gegen d ie Rolle Amerikas, da nach Ansicht japanischer maßgebender Kreise die Tendern, Rasienuuterschrede zu machen und den Völkerbund auf einer rein christlichen Zivilisation m i t A ü s- > schluß der asiatisckienKultur auszubauen, imtner deutlicher hervortritt. Von javanischer Sette ist schon der Vorschlag gemacht wordm, eine Erklärung der mitgeborenen Menschenrechte, so wie sie in der amerikanischen Verfaffung formuliert ist, in die Statuten dcs Völkerbundes äufzunkhmeu, aber mit der Gültigkeit nicht bloß für die Angehörigen der christlichen Staaten, sondern für Leute jeden Standes. Dieser Vorschlag ist von dm übrigen Delegierten; zurückgewiesen worden. Die Ernährung. Eine Lebensmittelkommisfion der Entente in Wien. Die südslawische Sperre aufgehoben. — Sechs Lebensmittelziige täglich. Gestern ist aus Triest unter Führung des Profeffors G o i f frt.bft eine Ententekommission hier eingetroffen und hat nach" mittags die Verhandlungen im Eruährungsamt bereits, ausgenommen. Es werden.be: den Verhandlungen in erster Linie die .Regelung der v erst arkten L eb en smrttelzüsuhren ' durch die Entente erörtert. Die Kommission dürste, w:e verlautet, die amtliche Verständigung ihrer Regierungm über die Ms ge-, währten Erleichterungen übervringen. Es sollen von jetzt ab über die gestern eröMete Laibach—Loitscher-Linie sechs Lebensmittelzüge erntreffen, welche zum größeren Teil - für die Versorgung Deutschosterreichs bestimmt sind. Die ersten . Züge find bereits iu: Anrollm, so daß, falls die Verhandlungen zu einen: befriedigenden Ergebnis führen, die Ernährung Wiens gesichert erscheint. Selbstverständlich wird die Lebensmittelverteilung auch weiterhu: auf Grund der Rationierung erfolgen, , doch dürste das Volksernährungsamt bei anhaltend gmügmder Belieferung in der Lage sein, der Bevölkerung Zeitweilige Znbußen. zn gewähren. Der Marktbericht. Der Besuch der Märkte war gestern wieder ein zietnlich reger,'' das Äürgebot über durchwegs vollkommen unzureichend. Die Fisch:närkte, die jetzt Ersatz für das fehlende Fleisch bieten sollten, sind nur mit kaum neunenstvertetr Mengen von.Seefischen versehen. Aus eiMlnen Märkten gab es Meru Schollen zi: X 8.7v und ' getrocknete Klippfische zu X 15:—. - Flltßfische kommen überhaupt nicht ans die Märkte und dürste:: auch iu absehbarer Zeit nicht zu haben sein. . . . . In der Gro ßinarkthalle gab es nur eine ganz kleine Menge der minderwertigen W e: ch w n r st e, die nur wegen ihres auscheineud billigen Preises viel gekauft werden. Schmackhastigkrit» oder Nährwert ist diesen Wmstsorten, deren Preis immerhin zwischen X 14.— und K 20.— variiert, nicht nachzunihmen. Bahnaukünste hatte gestern die Großmarkthalle nicht zu ver-> zeichnen. - Die G r ü n w a r e n m ä r k t e erhielten helüe wieder^ Zufuhren aus Böhmen, und zwar Riesenkohlrüben, die unter beit: verschiedenen Rübenarten, die jetzt in den Handel koumr«, iwch die bcliebtestm find. Im übrigen hat aber das Angebot auf den Märkten keine Bereichenmg erfahren. Die Zufuhren an Gärtnergemüse nehmm ungeachtet der vorgeschrittenen Jahreszeit und der' günstigen Witterung noch weiter ab, was darauf zurückzuführen ist, daß grime Gemüse — wo Gärtnerkohlrubm, Kohl und Spinat — bei den Grünzcnghändlern tu den Bezirken zu Phantafiepreffeu! . reißenden Absatz finden.. ~ ’ "".^ r"