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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1908-05-04 · Heft 5 (4.5.1908) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
27 (1908)
Issue
Heft 5 (4.5.1908)
Date
1908-05-04
Page
Seite 119 (sequence 25)
Language
German
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WW MW^WWNWWWWWWWM MW — 119 — tigkest Verstorbenen für die Jdiotenanstalt in Idstein. Frankfurt stehe an der Bahre eines seiner Besten. Eines Mannes, der vielen half und am schönsten da, wo kein Mensch ihn nannte. — Bon ergreifender Wirkung waren die Ausführungen des Pfarrers Battenberg, der nicht als Vertreter irgend einer Gruppe, sondern als Christ zum Juden svrach. Er führte wörtlich folgendes aus: „Als Christen müssen wir diesem Edelsten der Juden unseren Dank und unsere Verehrung aussprechen. So wahr er die Interessen der. jüdischen Gemeindschaft vertrat, so war er wie kaum irgend einer frei von konfessionellen Einseitigkeiten. Er wußte, daß der Herzschlag aller Religionen die Liebe ist/ und daß wahre Menschenliebe das Gemeingut aller guten Religionen ist und keine einzige Konfession das Recht hat, sie besonders in Anspruch zu nehmen. Ich weiß es, wie unendlich sein edles Wirken auch Christen gegenüber war, auch da, wo er offenen Undank erfahren hat, wo er Kampf und Feindschaft erntete für das, was er so freudig ait Christen Gutes getan hat. Er ist uns ein Vorbild echter Toleranz, ein Vorbild, daß es etwas Höheres gibt, als die Einseitigkeit der Konfession: reines liebevolles Menschentum. So danke ich Dir, im Namen der vielen Tausenden von Christen, die Du ohne nach ihrem Standpunkt zu fragen, oft und reich unterstützt hast. Ruhe sanft, du warst ein edler Mensch!" — Damit schloß die lange Reihe der Redner an der Bahre in der Leichenhalle und der ernste Zug bewegte sich langsam nach der letzten Ruhestätte. Und während dumpf schallend die' ersten Erdschollen auf den Sarg fielen, drangen leise durch die Büsche die ernsten getragenen Töne des ,,Integer vitae“. — Über „Fenerbestatt ung im Juden tum" schreibt die Zeitschrift zur Förderung der Feuerbestattung „Die Flamme": „Der (Srfurter Verein für Feuerbestattung hat auf die'Frage, welche Stellung die dortige Synagogengemeinde zur Beisetzung der Asche auf ihrem Friedhof und zu der Feuerbestattung überhaupt einnehme, folgende Antwort des Vorstandes der Synagogengemeinde erhalten: „Erfurt den 22. Februar 1908. Auf das gefällige Schreiben vom 1. Dezeniber v. I. erwidern wir ergebenst, daß wir die Beisetzung von Aschenresten bezw. Aschenurnen auf unserem Friedhofe unter der Bedingung gestatten wollen, daß in jedeni Falle eine Grabstätte erworben und die Verpflichtung zur ordnungsmäßigen Pflege derselben übernommen wird. Was die religiöse Feier betrifft, so ist der derzeitige Rabbiner bereit, diese vor der Verbrennung entsprechend im Hause des Verstorbenen oder in der Leichenhalle abzuhalten. Wir werden auch in allen Fällen, in denen dies beantragt werden sollte, gestatten, daß bei der Beisetzung eine uns genehme Person das auch in Berlin und Breslau zugelassene Gebet verrichtet." — Die Synagogengemeinde in Danzig feierte am 1. April das Fest ihres 25jährigen Bestehens. — Der Erfinder des Benzin-Automobils, war j ü d i s ch e r A b st a m m u n g. Wie die Matchiner Zeitung berichtet, wird dem Erfinder des Benzinautomobils an dessen Geburtshause eine Gedenktafel errichtet. Er hieß Siegfried Markus und wurde am 18. September 1831 in dem Nebenhause der Malchiner Apotheke als Sohn des Mecklenburgischen israelitischen Oberrates Markus

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