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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 93

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 93 (sequence 23)
Language
German
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T Saul (wild): Soll ich den flüsternd, viele laut hier rühmen — Kennst du ihn nicht, den kecken, kleine uns entgegensangen? „Laßt rüknnen Wüste ausgedehnten Weiten Leben nicht gewagt für dich? Saul: Mir dient er? Mir? 93 - Namen in das Ohr dir schriei'n, Den manche Zur Schande dir und mir und unsrem Hause? r Hirten Aus Judas Stamms Er ist dein Busenfreund — (höhnisch) Sei mir nicht Üös, wenn ich ihn wenig liebe!! (wild) Zertreten will ich ihü, den frechen Wurm, Daz ihm die Eingeweid' am Bo^en kleben. Jonathan: Du kannst zertraten ihn, du hast die MachtDu bist Israels König, er dein Knecht — Saul (ihn unterbrechend, wild>>: Ich sein König, er mein Knecht? Du Heuchler! Denn, sprächst du wahr, so müßt' ich denken, daß Du taub gewesen, als wir heimgekehrt Von: Kriege — Kennst du's nicht, das Lied? Ich kenn's, zDas Israels Frauen uns den Saul, der Tausend schlug, Heil David, der Zehutausende besiegte!" (Wehmütig) Zehntausend gebt ihr ihm, mir tausend nur — Nun fehlt ihm eins: das Reich und ueine Krone! — Jonathan: Du tust ihm Unrecht, Vater. (Saul macht eine Bewegung des Unwillens.)' Hör' mich an! Vom schneeigen Bergeshaupt des Libanon Bis zu der Findest du kein Herz, das redlicher als seins. Hat er sein er's nicht täglich noch? Ter Erste stets Auf allen Zügen gegen die Philister, Deie Letzte, wenn es Heimkehr gilt und Ruh? So dient sein tapfrer Arm dir unermüdlich. Daß er für eignen Ruhm Nur kämpft, das jedes kleine, glückliche Gefecht Macht größer ihn, ahnst du nicht, o Kinderherz! Denn verkleinert dich und mich. Mir gabe^ sie im Lied ja Tausend nur — Und ihm Zehntausend der Erschlagenen. Jonathan: Ein schlechter Köpig, der den Diener neidet, Weil er ihm glücklich dient. — Nein, Vater, nein! D^es Neidgefüht, es ist nicht ehrenvoll! — Saul: Ob ehrenvoll, ob nicht — wer fragt danach? Ich hass ihn,-und nicht eher find' ich Ruh', Bis ich ihn tot j^u meinen Füßen sehe. Jonathan: Ihn willst du töfen, ihn, den edlen Sänger, Ter mit der Harfe gold'nem Schmeichelklang So oft defi Schmerz dir von der Seele scheuchte? Denk' doch daran, wie oft, wenn Trübsinn d^ch Mit seiner dunklen Hand gefaßt, dich zerrend, Dein Jnn'res dir aufwühlend, wie eifi Grab, Sein Lied dich hob empor aus Wahn-. sinns Nacht Ins Licht des Tags, des Lebens und der Freude! Saul: Ein guter Saitenspieler ist er, ja! Doch besser noch spielt er mit Menschenherzen. Jonathan: Wir alle lieben ihn aus freiem Antrieb — So wie man Bergluft liebt und salz'ge See, Und Morgentau und Frühling's erste Knospen. Auch Michal liebt ihn.

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