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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 78

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 78 (sequence 8)
Language
German
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Simri: Milde, ja, milde — was half dir's, mild zu sein? Was hat bescheidene Großmut dir genützt? Hätt'st du die frechen Häupter abgeschlagen. Die dich gelästert bei der Königswahl! — „Was? Saul ein König? Der soll König sein?" Saul: Was konnte so jung und unoertraut — S inU'i (ihn unterbrechend): Daß damals du geschwiegen, ich begreift. Noch war erprobet nicht dein Arm, dein Mut, — Doch dann, am Tag von Gilead, als heiß dein Schwert Noch rauchte von der Feinde Blut, ja dann— Warst du zu groß, sie selber zu bestrafen — Warum verbotst du mir, das Maul zu stopfen Auf immer jenen frechen Buben? Warum? O! hätt'st du's nicht getan! Zahm wäre jetzt Auch dies unbänd'ge Volk, das nur gehorcht Der Hand, die fest den Zügel hält, und er, Er, der herschsücht'ge Priester, wäre stumm. Saut: O, lästere nicht den frommen Gottesmann! Will herrschen er, so ist's in Jahves Reich, Für Jahves Ruhm, für Jahves Ehr' und Preis. Sim^i: Ha! Ha! Und solch ein Mensch will König sein! Ein Tölpel, dem mau in die breite Faust Das Schwert gesteckt, doch ach, die Krone sitzt Auf einem dummen Schädel! Gehe heim Zu deinen Ochsen, einen Pflug zu lenken Reicht dein Verstand, doch nicht dies Volk und Land. Saul: O, nur zu wahr! Hätt' ich ihn nie verlassen — Den Pflug und das geliebte Ackerland! Ihr gelben Ähren, die mein Fleiß geerntet, Eur Gold war schöner, als das Gold der Krone, Die grausam drückt mein sorgenvolles Haupt. < In Gedanken versunken) Wie schön war's, wenn ich in der Abendkühle Hoch oben auf den Garben träumend lag Des Erntelvagens, der da knarrend ging, Bon den bedächt'geu Ochsen heimgezogen! Wie traulich klang der Schnitterinnen Lied Sich leis' verschlingend mit dem lauten Chor Ter Hirtenknaben, die von Geba's Felsen Die bunten Ziegenherden heimwärts trieben. Ihr süßen Abende, ihr stillen Nächte, Draumloser Schlaf, o, niemals kehrst du wieder. Sim<"i: Ermanne dich! Geschwätzig eitles Klagen Laß den Weibern! Die Zeit verrinnt! So. hör'! Der Mann, der mich verließ, grad' als Du kamst. Kam mir zu melden, daß Ephraim und Juda Nach Hause zieh'n, weil sie nicht länger hier Untätig liegen wollen. Die Stund' ist ernst! Noch ist Sebulon treu, der tapfre Binjamin, — Der Feind liegt träge dort aufMichmas' Höh'n — Drum spute dich und sammle deine Scharen, Laß im Versteck sie bis zur Mittag^glut, Dann, wenn er träumend liegt im Mittagsschlas, Brich du hervor, une damals, da du schlugst Den Ammoniter, eh' er sichs versah! Hast bu befreit das Land von dem Philister, Bist König du von Dan bis Berseba — Ephraim kehrt zurück, Juda ist. dein. { Saut: Du weißt, ich' gab mein Wort dekn Samuel, Zu warten, bis er kommt, für uns zu fleh'n. .

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