Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1905)
- Date
- 1905-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Adolf Wrüü"s Populär-Wissenschaftliche Alonatsblätter zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Grgsn des Mendelsfohn-Vereins in Frankfurt «. M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 25. Jahrgang. Frankfurt a. SB., den 1. Februar 1905. Auinmer 2. /Boies /Baimonides und /Koks /Bendelsfobn in ihrer Bedeutung für die Zukunft des Judentums. Populär wissenschaftlicher Bortrag, gehalten im Vereine „Afike Iehllda" zur Förderung und Verbreitung jüdischer Wissenschaft in Prag von Professor Dr. Adolf Bia ch,' Rabbiner in Brüx. .Hochverehrte Anwesende! Hochverehrte Damen nnd Herren! Bon jeder war man bemüht, die jüdische Religion herabzusetzen und zu verkleinern. Auch das 20. Jahrhundert macht hiervon keine Ausnahme. Ich verweise bloß aus die Namen der Berliner Universitätsprofessoreu Friedrich Telivsch nnd Adolf Harnack. Bücher wie das „Wesen des Christentums" von Adolf Harnack. das in mehr als 3ö,0oo Exemplaren verbreitet ist, können für den gebildeten Inden unseres Jahrhunderts sehr gefährlich werden. Denn leider ist der gebildete Jude unserer Zeit — Ausnahmen gibts ja natürlich überall — in allen Literaturen zuhause, er kennt Zola, Ibsen. Björnson, Tolstoi, d'Annunzio, Maeterlinc, er kennt auch Zchniyter und Zalus' „Christa", aber von seiner eigenen Religion, von seinen eigenen bedeutenden j ü d i s ch e n Dichtern und Denkern weiß er oft gar nichts oder nur blutwenig. Die Folge davon ist Geringschätzung der eigenen Religion und der eigenen Literatur. Ich bin der Anschauung, daß wir gewiß jeder auf sittlicher Basis ruhenden Religion Hochachtung eutgegenbringen sollen: dies aber darf uns nicht hindern, die Vorzüge unserer eigenen Religion zu beleuchten. Leider wird so häufig die Inferiorität der jüdischen Religion behauptet, daß selbst die eigenen Glaubensgenossen dadurch in Verwirrung gebracht werden.