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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-05-01 · Heft 5 (1.5.1903) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 5 (1.5.1903)
Date
1903-05-01
Page
Seite 117 (sequence 23)
Language
German
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117 - — ungen zog, wie die mohammedanische Lehre all ihre Kräfte und Säfte aus den hebräischen Vorbildern und aus dem Legendenschatze des Midrasch gesogen habe. Ja, mehr noch, daß die Anschauungen und Glaubensformeln des arabischen Propheten vielfach weit hinter der ethischen Tiefe und Schönheit der jüdischen Geschichts- und Gesetzbücher zurückgeblieben seien Zudem habe der Verfasser des Koran sich durchweg von einseitigen Tendenzen und Rücksichten aus den Charakter seines Volkes leiten lassen. Das zeige sich schon an den Unterschieden zwischen den jüdischen und arabischen Ideen vom jüngsten Gericht, von den Qualen der Hölle und den Freuden des Paradieses. Fesselnd war der-Nachweis, wie der arabische Prophet aus der heiligen Schrift, die er von den aus der Zerstörung Jerusalems nach Arabien geflüchteten Juden kennen lernte, und aus dem Midrasch die verschiedentlichsten Charktere und Sagen - Abraham, Joseph, König Salomo und die Königin von Saba und andere mehr — übernommen und seinen Begriffen und Tendenzen gemäß umgemodelt habe. — Am 29. April wurde das aus Anlaß der Jubiläumsfeier des Kaisers Franz Joses 1. errichtete Jsraelitenbojpiz zu Karlsbad in Anwesenheit der staatlichen und städtischen Behörden und einer großen Anzahl von Festgästen feierlichst eröffnet. Nach Schlüsselübergabe durch den Architekten Baurat Stiasny gab der Gemeindevorsteher Herr Ludwig Moser eine kurze Entstehungsgeschichte der Anstalt. Hierauf folgte die Weiherede des Gründers der Anstalt, Herrn Rabbiners Dr. Ziegler, an die sich eine Ansprache des Chefarztes Dr. Rosenfeld anschloß. Mit einer Besichtigung der Räume endete die Feier. — In Grappau starb der bekannte Schriftsteller Dr. Salomon Hulka. Er veröffentlichte schon im Alter von 16 Jahren hebräische Gedichte im „Kochbz, Jizchak" und war bis an sein Lebensende literarisch tätig. Wie die „Aivhives israelites" berichten, soll demnächst in der Pariser Oper ein Musikdrama ausgeführt werden, das den Titel „Der Sohn des Sternes" führt. Es ist die von Catuille Mendes dramatisierte Geschichte Bar-Kochbas, um die es sich handelt. Tie Musik schrieb Camille Erlanger. — Bei dem historischen Kongreß in Kom sprach der gewesene italienische Finanzminister $. §UWtti und sagte unter anderem: „Ungeachtet aller Anstürme präsentiert auch heute noch die Bibel das lebendige Wort Gottes. Sie wird auch dem Ansturm des Herrn Delitzsch widerstehen. Der deutschen Wissenschaft wird es durchaus nicht gelingen, sie zu Tode zu kritisieren. Selbst der bekannte Brief des Kaisers Wilhelm II. an den Admiral von Hollmann wird an der Frage über hie Bedeutung der Bibel nichts ändern." — In Kaden (Kanton Aargau) hat Rabbiner Dr. Ehr» mann sein Amt nach sechzehnjähriger Wirksamkeit niedergelegt Dr. Ehrmann war der Vertreter der extremsten Orthodoxie im ganzen Lande. Sein Rabbinät umschloß die Gemeinden Baden, Endingen, Lengnau, Bremgarten, Üiapperswyl, Winterthur und Luzern. In den letzten Jahren verringerte sich indes sein Einfluß; der Kreis seiner Anhänger wurde geringer und die Gemeinden flelen nach und nach ab i kürzlich erst die Gemeinde Luzern, so daß außer Baden ihm nur noch Endingen -----

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