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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-09-01 · Heft 9 (1.9.1894) · p. Seite 210

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 9 (1.9.1894)
Date
1894-09-01
Page
Seite 210 (sequence 18)
Language
German
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— 210 daselbst unzählige Anregungen empfingen. Neben Herrn Oberrabbiner Dr. Schmidt der der Heimgegangenen einen ergreifenden Nachruf widmete, sprachen am Grabe noch die Herren Dr. Brüll, Ferdinand v. Saar und Dr. 'Körper. — Man schreibt uns: Herr Dr. Abraham Kahn, Rabbiner in KöniggrLtz, beging am 18. Juni seinen 70. Geburtstag. Vor Nah und Fern wurde der Jubilar beglückwünscht. Hat er ja eine zahlreiche Schülerschaar, von welchen viele Univerfitätsprofessoren, Rechtsanwälte, Ärzte und Lehrer sind. Die meisten von seinen Schülern ehrten ihn durch Geschenke und Gratulationen. — Der Bischof Desserofsy hat am. 28. Mai in Groß-Becskerek (Ungarn) die Firmung in seiner Diözöse beendet. Großes Aufsehen machte eine Rede des Kirchenfürsten, worin er in Erwiderung auf einer Ansprache der städtischen Deputation nachdrücklichst bemerkte: Ich kenne keinen Unterschied zwischen Mensch und Mensch, denn ich lehre die Religio» der Liebe. Der Kirchenfürst bittet schließlich seine Gläubigen, auch fürder stark zu bleiben in der Liebe zu anderen Confessionen. Der Bischof war Gegenstand sehr lebhafter Ovationen. — Am 23. Juni wurde in Gliniany eine neuerbaute rnthenische Kirche eingeweiht. Zu dieser Kirchenweihe ist Se. Exellenz der Metropolitan-Erzbischof Sembratowicz ans Lemberg nach Gliniany gekommen. Tie israelitische Gemeinde durch den Cultusgemeinde-Borstand und den Oberrabbiner Grünsberg vertreten, ist zum feierlichen Empfange dieses hohen geistlichen Herrn erschienen und hat vor dem Triumphbogen Stellung genommen. Als der Erzbischof den Rabbiner mit der Gesetzesrolle erblickte, begab er sich dorthin, und sprach zu ihm wie folgt: „Ich danke der israelitischen Gemeinde für den mir bereiteten herzlichen Empfang" und hebräisch fügte er hinzu: „Li schemAdonaj ekra hoba godel l elolienu1-, wir glauben Alle an einen Gott, sind Alle Kinder eines Vaters, daher sollen wir uns Alle gegenseitig lieben und stets in Freundschaft begegnen", dann beim Betreten der Kirche sagte dieser edelmütige Oberhirt zum versannnelten Volke, schaut hin, wie die Israeliten während des Sabbaths zu meiner Ehre erschienen und Freundschaft äußerten, daher sollen auch wir ihnen stets in Freundschaft und Liebe begegnen, und mit ihnen in Freundschaft leben." Aus Battonya schreibt uns Herr Spitzer: Die ung. Gemeinde-Distrikte der Komitate Zala und Somogy hielten am 18. Mai in Kaposvar ihre Jahresversammlung ab. Der Präsident Herr W. Guttmann (Groß Kanizsa) eröffnete die Sitzung. Es wurden folgende Beschlüße gebracht. — Die Ausarbeitung eines einheitlichen Lehrplans für den Religionsunterricht an den Mittelschulen (Präsident Dr. Ed. Nemnann,xOberrabbiner Groß Kanizsa). Ferner wurde die Kreirung eines Pensionsinstitutes für israelitische Gemeinde-Beamte beschlossen. Die Einberufung des israel. Landes-Congresses wurde nach Erledigung der Reception der isr. Confessio» verschoben. Dann folgte die Wahl der Schiedsrichter. — Am 4. Juni hielt wieder der 6. isr. Gemeinde-Distrikt unter dem Präfidium des Herrn Martin

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