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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-08-01 · Heft 8 (1.8.1894) · p. Seite 190

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 8 (1.8.1894)
Date
1894-08-01
Page
Seite 190 (sequence 22)
Language
German
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190 was iiuni immer unter gelehrten Talinudiste» als Norm betrachtet hat, ausgesagt, nämlich daß das Vierbnch nicht als endgültige Autorität zn betrachten sei, man müsse die Quellen und die späteren Commcntare erforschen »III die Gültigkeit eines im Schulchan-Ainch aiisgenoininciien Gesetzes zu bestätigen oder zu verneinen. Ueber die Ausdrücke Ackllin, Goi, Rochri, die im Codex oder andern Büchern vorkomnrcn, beschloß die Bcrsamiiilniig, daß man darunter Heiden, nicht aber Christen verstehe, was jedem einschlägigen Buche beigedruckt werden soll. Alles schon dagewesen. Da tritt nun iviedcr die Gültigkeit der Mischehe und viele andere Fragen in den Vordergrund. Ein großes Stück Schulchan Aruch ist total demolirt, anwendbar nur noch i»i inncrii Afrikas, unter den australischen Wilden, denn sonst giebts keine Heiden mehr. — Die lüniiflente von Astrachan haben sich an die russische Regierung mit der Bitte gewandt, die Inden in ihren Geschäften nicht durch Gesetze zu stören, da die Ausfuhr von Eaviar und Fischen in jüdischen Hände» liege und durch Verbote des Handels nach dieser Richtung die Christen noch mehr wie die Inden zu leiden haben. — In Shitolllir wird demiiächst ans dem' Nachlaß des Herrn Dr. Lefuer, der zu diesem Zwecke 250000 Rubel testamentarisch vermacht hat, eine jüdische Ackerbanschule errichtet werden. — Ai» russischen Ostermontag fanden in Jckaterinoslaw Cxcsse gegen Juden statt, welche große Dimensionen anzunehmen drohten, da die Ruhestörer für den nächsten Tag tausend Arbeiter von der nahen Brjansker Fabrik erwarteten. Am Ostermontag begannen um 4 Uhr nachmittags Ansschreitiingen gegen einzelne jüdische Händler. Erst als die Menge bei einbrechender Dunkelheit, von berittene» Polizisten anseinandergetricbcn wurde, stngen Exesse in verschiedenen Straßen an. Ein jüdisches Wirtshaus und mehrere Buden wurden demoliert sowie die Fensterscheiben jüdischer Wohnungen zertrümmert. In einer Straße, zerschlugen' die Tninnltantcn ein Petroleninsaß und ziiudetcii das Petroleum an. Einem Rcvieranfselier ivurdc dnrch einen Steinwnrs der Schädel gespalten. Schließlich machte das Erscheinen von Militär dem Unfug ein Ende. Am folgende» Tage, für welchen die Tuninltanten laut die „Hauptaktivn" ankündigten, wurde die Brjansker Fabrik von Soldaten umstellt und kein Arbeiterin die Stadt gelassen. Infolgedessen unterblieben weitere Unruhen. Von hundert am Ostermontag verhafteten Ruhestörern wurde eine große Zahl einer körperlichen Züchtigung unterzogen nnd sodann freigelasfen. — Man berichtet aus New-Dork, Mrs. üitta Gottheit, Gattin des Prof. . Richard Gottheit vom Eolninbia-Evllege, wurde durch eine Auszeichniing geehrt, welche keiner Frau in den Vereinigten Staaten bisher verliehen wurde. Die französische Akademie hat Frau Gottheit den Titel eines Ot'ticier de l’Academie Frangaise verliehen, itt Anerkennung ihrer großen Verdienste um die französische Sprache. Mrs- Gottheil ist in Bevrout (Syrien) geboren und wurde in Paris erzogen, wo sie mit 10 Jahren an der Kcole Superieur proniovirte. Mit Hilfe der Allianz gründete sie eine Schule in ihrer Geburtsstadt und später in Aleppo in Mesopotamien. — Man berichtet uns von dem Tode des Herrn Jesse Selig-

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