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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 96

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 96 (sequence 24)
Language
German
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96 Wanderung gewesen. — In Millionen und Abermillionen von Exemplaren in allen Sprachen der Erde ist sie über die Lande verstreut, hat Gedanken erweckt Rätsel gelost, Freude und Stärkung gebracht. In der That die Blätter der Bibel waren bestimmt, nur Segen und Frieden mit sich zu bringen, sie ist ein Ausdruck für die Geschichte und religiöse Denkweise der Inden, welche im Altertum in der Gotteskenntnis am höchsten stiegen. Kein Buch hat einen stärkeren und gesammelteren Ausdruck für alle Rührungen des Menschengeistes, die allen Völkern und allen Zeiten gemeinsam sind, dargcbotcn, als die Bibel. Das Dogma von der buchstäblichen Inspiration der Bibel hat zu endlosen Streitigkeiten geführt. Die Forschungen der letzten fünfzig Jahren über die Entstehung der Bibel haben zu einem völligen Umsturz des allgemeinen Glaubens über die buchstäbliche Inspiration geführt und es sind Resultate festgestellt worden, die sich nicht mehr umgehen lassen. Es ist feststehend, daß die sogenannte Jahve-Schrift 500 Jahre, die Elohim-Schrift 800 Jahre nach Mose entstand. Ein bedeutendes Jahr in der jüdischen Geschichte war 621 v. Ehr., als das „Buch des Gesetzes" aufgefunden wurde. Man ist allgemein der Ansicht, daß nicht der Sinai und die Wüste, sondern Babylon und Jerusalem die Heimstätten der priesterlichen Gesetze seien. Der Verfasser geht nun auf die einzelnen Bücher ein und hebt hervor, daß zum Beispiel die Bücher der Chronik die Geschichte mit einer unvergleichlichen Frechheit behandle», das sie durch und durch ein Priesterprodukt ein Priesterinteresse seien. Der Verfasser derselben ist ein wohlmeinender Verfälscher, der dachte: Der Zweck heiligt die Mittel. Die sogenannten christologischen Stellen in den heiligen Schriften auf die im neuen Testamente hingewiesen wird, werden auf ihren wirklichen Gehalt'geprüft und der Nachweis geführt, daß sie absolut mit Christus nichts gemein haben können. Das Buch, durch welches Laien in das geistige Getriebe der Bibel eingesührt werden, ist als ein sehr beachtenswertes zu empfehlen. Inhalt: Zur Entwicklungsgeschichte der zahlreichen jüdischen Kolonien in Polen und Rußland. Vortrag, gehalten in Köln, von Rabbiner Dr. Lazarus. — Jellineks Schule und Schüler. — Leidens-Brief. In drei Teilen, aus einem hebräischen Manuskripte in der Kaiserlichen Hosbibliothek in Wien, übersetzt von dem sel. Rabbiner Tr. N. Brüll, während seiner Studienzeit. -- lieber die Anpassungsfähigkeit der israelitischen Religion. — Tie Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen von Rabbiner Dr. Friedman» in Lublinitz. — MonatSschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufsarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Bröuner's . Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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