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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-02-01 · Heft 2 (1.2.1894) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 2 (1.2.1894)
Date
1894-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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45 leuten gehören. Indes Müssen die Besitzer der Dörfer für das gesetzmäßige Verhalten der Juden eine Bürgschaft übernehmen. — Nicht nur in jüdischen, auch in christlichen Kreisen, wird in New-Aork der Tod des Herrn Rabbiners Henry S. Jakobs betrauert. — Zur Erinnerung an den 50. Jahrestag der Amtseinführung von Dr. Isaak M. Wisc als Rabbiner ist am Samstag, den 21. Oktober, in dem Plum Straße Tempel in Cincinnati ein besonderer Gottesdienst abgehalten worden. — In Cincinnati starb Herr Dr. Heinrich Zirndorf aus Fürth gebürtig. Er war früher am Schullehrerseminar in Münster thätia nnd folgte einem Rufe als Rabbiner nach Detroit und dann einem solchen an das Rabbiner- Seminar in Cincinnati. — Alphonse Lippmann, Gouverneur im Congo-Gebiete, starb in Libreville im Alter von 42 Jahren. Er stand seit dem Jahre 1877 im Dienste der französischen Colonial-Regierung. — In St. Eugene, nahe von Algier, wurde eine neue Synagoge eingeweiht. Die Kosten des Baues wurden merkwürdigerweise ganz von einer einzigen Persönlichkeit, dem Herrn Israel Stora, gedeckt, der bis dahin der jüdischen Gemeinde in Algier so manchen wichtigen Dienst geleistet hatte. — In Konstantinopel ist ei» Jude zum „Baala" (das ist gleichbedeutend niit dem Range eines Marschalls in der Armee) ernannt worden. Fürst Davud Effendi, erster Dolmetsch des kaiserlichen Divan, dem diese hohe Auszeichnung zu Teil wurde, entstammt einer der ersten jüdischen Familien. Weater, Musik und bildende Kunst. Ein neues Werk von Richard Boß, das jüngst in München aufgeführt wurde, behandelt einen jüdischen Stoff aus dem römischen Leben. Das neue Stück heißt „Daniel Danieli" und ist ein Schauspiel in vier Akten mit dem bei Voß obligaten traurigen Ausgang. Der Titelheld ist ein armer Trödeljnde aus dem römischen Ghetto gewesen, heute ist er dank seiner Talente und einer reichen Heirath achtzigfacher Millionär und der Chef eines der vornehmsten christlichen Häuser, denn der Baron Pius Danieli, wie er jetzt heißt, ist vor fünfzehn Jahren Christ geworden und, deshalb von seinen Eltern verflucht worden. Obwohl als Antisemit bekannt, ist er im Herzen immer Jude geblieben, und an diesem Zwiespalt geht er zu Grunde. Die Wohlthaten, die er heimlich nach dem Ghetto sendet, werden ihm vor die Füße geworfen, und die Mutter weist ihn aus dem Hause, so lange er nicht seinen wahren Glauben bekennt. Ihn zu bekennen und zu sterben, sei die einzig mögliche Sühne. Und er thut's: er vermacht sein riesiges Vermögen vor Zeugen — jüdischen Stiftungen, eilt in das Ghetto, das er demoliren läßt (das Stück spielt im Anfang der neunziger Jahre, vor der Zerstörung des Ghetto)

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