Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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— 90 Meferate und Mitteitungen. Biographien hervorragender rabbinischer Autoritäten früherer Jahrhunderte, nebst einigen Wissenschaftlichen Aufsätzen von L. Kohn, Bezirksrabbiner in Kiesling 1890 l Selbstverlag des Beilassers). Diese schon früher in verschiedenen Zeitschriften erschienenen Arbeiten, die in vorliegender Schrift gesammelt erscheinen, haben seit ihrer ersten Veröffentlichung an ihrem wissenschaftlichen Werte nichts verloren. Durch dieBiographiepes jüdisch-spanischen Religionsphilosophen JsakÄrama, dessen großes Predigtwerk sich Lange einer großen Beliebtheit erfreute, wird die gleiche Arbeit Pollaks, ans welche der Verfasser Bezug nimmt, in wesentlichem Maße ergänzt. Besonders aufschlußreich sind die Untersuchungen über Gerson Ulis und seine congeuialen Zeit- und Fachgeuossen David Halewi und Sabbatai Kohen, die ältesten Kommentatoren des Schulchau Aruch. — Bon Herrn Rabbiner Dr. Adolf Lewin ist eine Schrift „Juden in Freiburg i. B." (Verl. v. Gebr. Maas & Eomp. 181)0) erschienen, in welcher zum großen Teil nach handschriftlichen Urkunden und Quellenschriften und dann auch auf Grundlage fleißiger und umsichtiger Beuuhung sonstiger Nachrichten, über die jüdische Gemeinde, die in den mittelalterlichen Jahrhunderten zu Freiburg i. B. bestand, ausführliche bisher nicht gekannte Mitteilungen gegeben werden. Ter Verfasser nimmt an mehreren Stellen Anlaß, falsche, von Gehässigkeit und Vorurteil geleitete Auffassungen und absichtliche Mißdeutungen der in den Duellen enthaltenen Angaben zurückzuweisen. Diese Schrift gehört zu deü besten Ärbeiten auf dem Gebiete der in neuerer Zeit mit besonderer Vorliebe gepflegten jüdischen Gemeindegeschichte. — Herr von Treitschke und das junge Deutschland von'Paul Nervlich (Berlin, Rosenbaum und Hart 1890). Auf das junge Deutschland ist Herr v. Treitschke in seiner deutschen Geschichte im neunzehnten Jahrhundert nicht cjut zu sprechen. Er erblickt in der schriftstellerischen Wirksamkeit Börnes und Heines einen „Einbruch des Judentums" in die deutsche Geistesentwichlung und doch steht er, wie der Vers, trefflich nachweist den von ihnen vertretenen Ideen da, wo er bei anderer Gelegenheit sie in Betracht zu nehmen veranlaßt ist, gar nicht so unsympathisch gegenüber. Wenn Herr von Treitschke schon zu einer objectiven Würdigung dieser Hanptvertreter des „jungen Deutschlandl sich nicht bequemen mochte, so hätte er doch so vorsichtig sein müssen, Widersprüchf und Oberflächlichkeiten zu vermeiden, durch welche er mit seinen eigenen Worten widerlegt werden kann. Es wäre dann auch die Kritik, die in vorliegender'Schrift an seiner Darstellung des „jungen Deutschland" geübt wird, nicht möglich gewesen. Es kann übrigens nichts unrichtiger sein, als die Ideen Heine's und Börne's aus dem Judentume abzuleiten, von dem sie fick leichten Herzens losgesagt hatten. Inbaln-Bor vierhundert Jahren. Von Emil Lehmann in Dresden. — Sabbatai Zebi und sein Anhang. Vortrag, gehalten im Mendelssohn-Verein zu Franko fui't a. M. von Rabbiner Dr. R> Brüll s. A. — Ein Bürgermeister in Hollank über den Antisemitismus. — Henry Ward Beecher über den drei und zwanzig sten Psalm. — Rabbiner Liebmann Adler. — Johannes Scherr über Hebräer und Hebräertum. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage cher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Komiffion für bei bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Drucker« (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main. Verantworte