Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1890)
- Date
- 1890-12-01
- Page
- Seite 288 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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288 auf gleicher Stufe der Klarheit stehen" beigepflichtet werden. Er will auch in den Offenl arungen des göttlichen Geistes das Gesetz der historischen Entwicklung erkennen» i r dem schon in dem Partikularismus des alttestamentlichen Gottesreiches ein : Schranke für die Gesetze und Ordnungen» die in demselben geltes» liegen musste. Auf dem Gebiete der Sittenlehre, bemerkt der Vers, im Verfolge seiner Darlegungen» ist auch das Neue Testament nicht mit neuen Lehrsätzen gekommen, nicht mit klarerer Einsicht und einem besseren Verständnis dessen, was recht und gut ist, sondern es sei mit der Erscheinung Jesu eine neue Konstellation eingetreten. „Er ist die Sonne, welche schon im alten Bunde leuchtete, aber sie ist der Erde näher gerückt" (S. 124). Es ist leicht begreiflich, daß dci» jüdischen Volke, dem diese Sonne nahe genug war, jene Erscheinung, die bald die Blicke »er Heidnischen Welt auf sich lenken sollte, nicht besonders in die Auge» fiel. — Hiblische Psychologie, Biologie und Pädagogik als die Grundlagen chrfftlicher Erz ehung und Selbstzucht dargestellt von Prof. I)r. Karl Fischer, königl. preuß. Gy nnasialdirektor (Gotha, Perthes 1889.) Das Buch, das, wie schon der Titel zeig!, mehr einem außerhalb des Gesichtskreises dieser Blätter liegenden praktischen Zwecke dient, hat, so weit in ihm auch die Bibelstellen psychologischen und pädagogischen Inhalts gesammelt erscheinen, ein über denselben hinausgehendes Interesse. Die biblische Erziehungslehre ist auch schon von jüdischen Schriftstellern mehrfach behandelt »vorden. — Bibelivorte zum Gebrauch bei Gelegenheitsreoen gesammelt! von Rabbiner Dr. Stößel, Stuttgart (Frankfurt a. M. I. Kauffmainn 1889). Das Büchlein ist von praktischer Brauchbarkeit, doch hätte die Wähl von Texten für Trauungsreden noch viel reicher sein können. — Die Gottesidee der Gffenvarung und des Seidenthums im Lichte eines neuen Unterscheidungsmerkmals bettachtet', eine religionsvergleichende Studie von 1>r. M. Steckelmacher, Stadtrabviner in Mannheim. Mit dem geübten Auge des Kenners hat der Verfasser in dem religiösen Vorstellungskreise der altheidnischen Welt, von welchem auch die hellenische Philosophie sowohl wo sie in denselben eingeht als auch!tw> sie sich ihm zu entziehen sucht, sich beeinflußt zeigt, den Grnndirrtum herausgcfunden, durch den es ihr unmöglich wurde, in der Gottheit das Vorbild der ethischen Vollkommenheit zu erkennen. Die klare und umfassende historisch-philosophische Betrachtung der heidnischen Götterlehre und der auf dem Wege Inenschlicher Denkthätigkeit entwickelten Gottesbegriffe führt, wie der Vers, zeigt, mit logischer Notwendigkeit zu der Einsicht, daß die Idee eines persönlichen, Gottes, der vermöge seiner selbstlosen Güte und Liebe die Menschen auffordert, ihm nachzuahmen und ihnen Gesetze giebt, sie zu dieser Nachahmung anzuleiten dem Menschen wegen der Natur seines Gemütes unzugänglich sei und ihm offenbart werden mußte. (S. 82). Jnha t Bereinslebcn im Judentum. Vortrag gehalten in der Fraternitas-Loge in Dresden von Emil Lehmann. (Schluß). — Der Glaube an Unsterblichkeit und die Wiedergeburt des Menschen von 1»r. Rothschild (Schluß). — Arbeit und Arbeiter im jüdischen Volke. Bortrag gehalten von l>r. Adolf fturretn, Rabbiner, und Prediger in Teplitz. (Schluß,. — Monatsschau. — Referate. — Beilage. | Vcrantwoillichl »'^Redakteur und Herausgeber l)r. Adolf Brüll,' in Kommission für! den Buchhandel bei Jranz Benjamin Ausfarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei I (3. W. Vrcidenstcin), sämtlich in Frankfurt am Main. l