Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1890)
- Date
- 1890-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DopulA -ivMerMlmstlickq zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Mrgau des Men.delssohttMereins in Frankfurt a. M. Herausgegeben von Dr. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6 per Jahr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Auslandes. 10. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. November 1890. Kummer 11. Wereinsteven im Zudenlum. Vortrag gehalten in der Fraternitas - Loge zu Dresden von Emil Lehma««. Zu den eigentümlichsten und erfreulichsten Erscheinungen in der Culturgeschichte der Inden gehört die Gestaltung ihres Vereinswesens. Sie ist meines Wissens noch nicht wissenschaftlich erörtert und dargestellt, obschon es seit uralter Zeit im Judentum einflußreiche Vereinigungen zu religiösen Liebeszwecken giebt. Schon aus den biblischen Urquellen und aus der ältesten Geschichte der Juden lassen sich die Grundlagen für diese gesellschaftlichen und genossenschaftlichen Verbände herleiten. „Wie lieblich ist's und bieder. Sind treu verbunden Brüder"— heißt es in den Psalmen, offenbar nicht etwa und nicht blos von leiblichen Brüdern, denn das Wort Bruder wird in der Bibel an unzähligen Stellen in erweitertem,! geistigen Sinne gebraucht. In dem anmutigen Freundschaftsbunde zwischen dem Königssohn Jonathan und dem Hirtenjüngling David — mag er auch ein j Widerklang sein jener uralten Bolkssage und Volkssehnsucht, wie sie in Kastor und Pollux, in Orest und Pylades bei den Griechen zum Ausdruck kamen — findet althebräischer Freundschafts- und Geselligkeitsdrang sein klassisches Vorbild. Die in der Novelle von Esther' bekundete Sitte freundlicher Spenden, der in der! tiefsinnigen Erzählung von Hwk> dargestellte Besuch und Zuspruch der Freunde l — gleichviel ob ihre Trostgründe zutreffende waren oder nicht — der uralte l Brauch des Sederabends, aus dem das Christentum sein Sacrament des Abend-