Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1890)
- Date
- 1890-10-01
- Page
- Seite 238 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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238 König Humber für die Kunstsammlung des Quirinals erworben. — Die Antrittsrede des Oberrabbiners von Rom, des Professors Was»?evi Ehrenreich, ist im Druck erschienen. Derselben geht ein Bericht über die Einführungsfeierlichkeiten am Sonnabend, den 24. Mai dieses Jahres, voraus. — Herr Dr. Martin Khilippson in Srüssel ist z»,m Rector der dortigen Universität gewählt worden. — Die Stadt Würde hat sich bereit erklärt für eine zu erbauende Synagoge einen Bauplatz und 18000 Frcs. zu spenden. — In Ai^a plant man die Errichtung eines Kurhaus, s für israelitische Kranke durch freiwillige Beiträge.— Der jüngst in Amsterdam »erstorbene Herr Alarms Gerrit Tabak, welcher der israelitischen ‘ Gemeinde da sc bst vor zwei Jahren 200000 fl. zur Pflege alter Männer und Frauen spendete, hat vor seinem Tode wiederum große Summen verschiedenen Instituten der^jüdischen Gemeinde zugewiesen. — Herr stud. med. Aterauder Klein aus Enschede in Holland, erhielt von Rector und Senat der Universität in Amsterdam für die Lösung der Preisaufgabe: „lieber den Einfluß der tierischen Materie auf das Vorhandensein der Bakterien im Wasser" die goldene Medaille. — Die Übersetzung des Schulchan Aruch von Stephan Warrug in Zürich hat zu erscheinen aufgehört. Einer der Herausgeber Herr Dr. Johann de Paoly ist, wie das Verlags-Magazin bekannt mackst, verschwunden und Herr Stephan Warrug ist nicht in der Lage das Werk weiter erscheinen zu lassen. — Der Wunderdoctor Wawrzel Warut wurde vor dem Gerichte zu Kzeszow der Gräberschändung und Kurpfuscherei angeklagt. Es herrscht nämlich im Volke der Aberglaube, man könne den Typhus mit den Gebeinen eines Juden aus den Häusern wegräuchern. Der Wunderdoctor gestand, daß er die Kranken mittelst Rän herung von Judenknochen behandle. Er wurde zu fünf Monaten Arrest verurt seilt. Wenn das Umgekehrte der Fall gewesen wäre, daß ein jüdischer Wunderdoctor Typhus mit Christenknochen weggeräuchert hätte, wäre die ganze Welt in Haß) gegen die Juden aufgeflammt. Marut aber ist ja ein Christ und cs waren ja Inur Judenknochen, die er gebrauchte. — Herr Dr. Grauowki in Kyalistock ha» einem jüdischen Knaben, der über seinen Gartenzaun hinüberschaute, in seinem Zorn darüber ergriffen und ihm ein Brandmal mit Lapis aufgedrückt lind an verschiedene Stellen des entsetzlich entstellten Gesichtes in russischer, deutscher und hebräischer Schrift das Wort „Dieb" eingebrannt. Eine solch' unerhörte Rohheit meint die Zeitung „Nowosti" kann nrir die Folge der beständigen Verhöhnung der Jude» sein. Die gerichtliche Verfolgung gegen den Unmenschen ist cingeleitet. — Am 2. August feierte Herr David Kömy in Kulroroar sein vierzigjähriges Amtsjubiläum als Öberrabbiner daselbst. — Nach filou wurde Herr |l)r. C. Kantor als Rabbiner berufen. Durch ein Jahrzehnt war er Redacteur der Zeitungen „Rußky Jewrei, Jewreiskoje Obosrenje, Hajom (Hebräisches Tageblatt) Ben Ami und Hamelitz." — In Wilna sind von den 92 Aerzten 30 Juden. — In Kuhland ist nunmehr verfügt worden, daß die örtlichen Administrativ-Behörden »der jeden einzelnen Fall ausländischer Judenmissionsthätigkeik dem Departement der Reichspolizei behufs weiterer Verfügung zu berichten haben. — Bei einem Brande in Kadriroilifchok in Kuhland ist. wie dem „Hamelitz" berichtet wird, ein handsckriftlicher Commentar zum "Traktat Abodah Sarahs von Jonathan Eibenschitz ein Raub der Flammen geworden. — Fürst Ferdinand von Bulgarien hat einen vom Kapellmeister Josef Diamand komponierten „Bulgarisch^» Parademarsch" aiigeuominen und denselben sämtlichen bulgarischen Militärkapellen als Armeemarsch zuzluveijen angeordnet. Der Compositeur stammt aus Lemberg und bekleidet gegenwärtig den Posten eines Militärkapellmeisters