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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-07-01 · Heft 7 (1.7.1890) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 7 (1.7.1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 165 (sequence 21)
Language
German
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165 Generalversammlung des Vereins „Beth-lia-Midrasch“, gegründet von Dr. Irllinek in Wien, wurden in den Vorstand Nell gewählt: die Herren Worih Karprle», Adolf Kohn und Kernhard Kohn Der erste Paragraph der Statuten hat eine bedeutende Erweiterung erfahren uub soll vom Vereine eine Schule zur Heranbildung von Rabbinern und Lehrern erhalten werden. — Von Herrn Dr. Samuel Kohn in Budapest ist in ungarischer Sprache die zum größten Teile in _ der Zeitschrift „Magjar-Zsido Szemle“ durch drei Jahrgänge erschienene Arbeit über die „Sabbatarier" in erweiterter Form ausgegeben worden. Als Gründer der Sekte ist der Szekler Magnat Andreas v. Gosst anzusehen und wurde dieselbe geistig und materiell gefestigt durch den genialen Dichter und Feldherrn, Hebraisten und Diplomaten Simeon v. Pcchi, Oberkanzler von Siebenbürgen. Der Verfasser unterscheidet drei Perioden der Entwicklung in der Geschichte dieser Sekte und zwar 1588—1621 stehen die Sabbatarier noch auf christlichem Standpunkte, 1621—1683 näheren sie sich dem Judentum an n»d ihre äußere Lage verschlimmert sich 1683—1869, sind sie faktisch Juden, ohne sich als solche zu erkennen zu geben, bis sie dann ins Judentum übertreten. — Am 12. Mai fand in Wien die feierliche Schlußsteinlegung des nenerbauten israelitischen Altersversorgungshauses statt. ■— Der Sekretär im ungarischen Justizministerium, Herr Michael Szanto, wurde von Sr. Majestät den, König zum wirklichen Sektionsrat ernannt. — Herr Baron Worih v. Königswarter in Wien har der dortigen Stadtbibliothek eine jährliche Subvention von 500 fl. ö. W. zugewiesen, um die Gründung einer Abteilung für Handschriften in derselben zu erniöglichen. — Der Prozeß Dr. Kattai contra Dergani in Wien hat unter andere» interessanten Enthüllungen auch die gebracht, daß Fürst Alois von Lichtenstrin der Protektor der Antisemiten daselbst sei- — Seit dem 15. Mai erscheint in Wie» ein antisemitisches Blatt unter dem Titel „Wiener Tagespost". — In Zwittau wurde der israelitische Friedhof von ruchloser Hand beschädigt. — Der Erzbischof von Ezernowih, Herr Dr. Sylvester Worar-Andrieivirz, sagte zu einer Deputation der israelitischen Gemeinde, die ihn anläßlich seines Jubiläums beglückwünschte, unter Anderem: „Wenn mir der Allmächtige weiteres Leben schenkt, werde ich auch fernerhin als ein wahrer Priester der Liebe thätig und bestrebt sein, für den religiösen Frieden im Lande »ach wie vor zu wirken. Ich versichere, daß ich auch fernerhin den« israelitischen Kultus meine Sympathieen und meine besten inneren Gefühle bewahren werde. Sollte irgend wann die Wahrnehmung gemacht werden, daß ich hievon abweiche, so bitte ich die geehrten Herren, mich an mein Versprechen und meine Zusicherung zu gemahnen." — In London fand am 12. Mai unter dem Vorsitze Sir Julian Goldsmid's ein Banket der Anglo- Jewish-Astoliation statt. Der frühere Unterrichtsminister Herr Wundella hob in einer Rede hervor, daß nur das Englische und Italienische Parlament von antisemitischen Vorurteilen frei sei. Im Bezug auf England teilte Herr Dradlaugh in seiner Rede nicht die Ansicht Mundellas. — An den drei in London eröffneten Kunstausstellungen haben sich auch jüdische Künstler beteiligt. Das Bild „kassiug Clouds“ (vorübergehende Wolken) von dem verstorbenen Maler James L. Henry, „Hippolyta“ von Salomo« I. Salomo«, „On the Watsch“ (Auf der Wache) von Esther S. Ifaars verdieneu neben einem Tierstücke von einem der tüchtigsten Pferdemaler der Insel Stanley Wontefiore, besondere Erwähnung. — Aus London berichtet man: Ihre Majestät die Königin Dilloria, war am 14. Mai zum Besuch bei Baron Ferdinand ». Rothschild in Waddesdon. — Baron und Baroneß Hrnry dr Worms gaben am 16. Mai zu Ehren Stanley's große Assemble. — rrtr ' ' n ih'tt 11 - toai- ~' - i' ^^-äii j'miti ifl> rMÄÄtiM

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