Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 zur Darstellung gelangen und der bittere Kampf des Daseins- Der Verfasser hat die Ideen der neuen Zeit über die Arbeiterfrage und was damit zusammenhängt in bin ersteil Kapiteln in einer gesunden Ausdeutung einzelner Stellen aus dem Leben Kains und Abels wieoergefunden, von denen Elfterer den Arbeiter, den Träger der Bildung und der Verfeinerung der Sitten personificiert, während Abel den nichtsbedeutenden Müßiggänger darstellt, der als Hirte die eigentliche shwcre Arbeit nicht kennt. Im Zusammenhänge mit dieser Auffassung werben die Worte, die die Bibel Gott an Kain richten läßt (S. 20) sinnig erklärt und Kains Worte: „Ich bin vom Erdboden vertrieben nnd vor deinem Angßichte verborgen" als die Klage der besitzlosen Klasse hingestellt. Es wird ferner der neunzigste Psalm, das Gebet Moses, mit der Geschichte der ersten Menschen in Zusammenhang gebracht. Es würde zu weit führen, wollten wir hier auf dwse Schrift weiter eingehen und wollen nur noch auf S. 59 Hinweisen,, wo über die Entstehung der Schlachtopfer und warum erst nach der Sintfluth dem Menschen der Fleischgcnuß erlaubt war, gehandelt wird. Die in diesem Buche hingeworfenen Gedanken zöigen, daß der Verfasser von einem schönen Streben beseelt ist, sein hebräisches und profanes Wissen litterarisch zu verwerthen. Ein zweiter praktischer Teil soll diesem ersten Teile folgen. Hoffen wir. daß auch die Darstellung, die besonders was den Stil anbelangt, an Unklarheiten leidet, eine klarere und durchsichtigere sein wird. — Bon Herrn Hermann Keller in Hriinn (Selbstverlag des Verfassers) ist erschienen: „Mährens Männer der Gegenwart". Biographisches Lexikon. Dritter Theil: Männer der Wissenschaft. Bekanntlich sind aus Mähren auch hervorragende Vertreter des Judentums nnd^seiner Wissenschaft hervorgegangen und hat der Herr Verfasser sich die Mühe: gegeben auch ihre Biographieen zu sammeln und ihre litterarischc Stellung auf Grund authentischer Taten zu tennzeichnen. Wir empfehlen unseren Lesern dieses vorzügliche Nachschlagebuch, da die jüdischen bedeutenden Männer Mährens zumeist außerhalb dieses Landes ihre Thätigkeit entialten. — | Jugend-Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben von Fanny Renda (Brahdeis, Prag). Die Verfasserin der „Stunden der Andacht" führt der Kinderwelt in dieseni schön ausgestatteten, mit Illustrationen versehenen Buche in Form vois für die Jugend vorgetragenen anmutigen Erzählungen, die Entstehung und Bedeutung der wichtigsten israelitischen Feiertage vor. Wir können dieses Buch für die Kinderwelt aufs angeleFentlichste empfehlendie daraus vielfache Anregung gewinnt und zu gutem edlen Denken und Fühlen enveckt wird. — Bon Herrn Landesrabbiner 1h-. G. Kiilf in Braunschweig ist erschienen: ^Einiges ans der ersten Zeit und über die Stifter der Jaeobson-Schule in Seesen" (Brcuinschweig, B. Göritz 1890). Diese auf archivalischen Studien ruhende intet essante Abhandlung erstreckt sich über die Zeit von 1801—1819. (UUjnlt: 'Jlibrit und Arbeiter im jüdischen Volke. Vortxrrg gehalten von Dr. Adolf Knrrcin, Rabbiner und Prediger in Teplih. - Ter Frnhllngsmonat Nissan. — Ein Halbjohrhundert in der israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden. Erlebtes nnd Erlesenes von Emil Lehmann. — Gawriele Stuffer. Humoresken aus der Gasse von Eduard Kulte. — Monatschau — Referate nnd Mitteilungen. — Beilage. Verantwortliche Buchhandel bei Redakteur und Herausgeber I>r. Adolf Brüll; in Kommission für den Iranz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönners Druckerei <F- M. Breidcnstei»), sämtlich in Frankfurt am Main. '