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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-03-01 · Heft 3 (1.3.1890) · p. Seite 52

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 3 (1.3.1890)
Date
1890-03-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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f — 52 — die Greditz'sche^ oder Philipp Aron'sche 51, die von Eibeschütz 39, die Wolf'sche 29, die Schie'sche 46, die Kaskel'sche 33 Besucher, zusammen 305. Erhalten wurde jede Betanstalt von dem Oberhaupt der Familie, dessen Namen sie führte und dem sie einen gewissen Einfluß verlieh. Nur die Ollek'sche bildete eine Republick, indem sie von ihren Besuchern und aus dem.Erlös der mitten im Gottesdienst versteigerten Ehrenbezeugungen erhalten wurde. Eben deshalb galt diese als die eigentliche Gemeindebetstube. Zur damaligen Zeit wurden die Bethäuser eifrig und regelmäßig, nicht blos an Sabbathen und Feste», besucht. Es war leicht möglich, da es an anhaltender beruflicher Thätigkeit fehltet Auf dem Wege hin und zurück, mitunter wohl auch in Unterredungen dort, bildeten sich Gruppen, Meinungsaustausche, Vereinigungen, so daß man wohl von verschiedenen Parochieen in der einen kleiden Gemeinde reden konnte, die manchen Sturm ini Wasserglase erregten. Jeder der drei Gemeindeältesten: Mendel Schie, Kann Samuel, Hirsch Beer gehörte einem anderen Bethaus an, in dreiey war die Liturgie süddeutsch (Minhag Aschkenas)) in einem polnisch.. Die Gemeinde war klein, sie zählte 1834: 682 Seelen. Sie war im Erwerb behindert und geschmälert, da sie aller bürgerlichen Rechte entbehrte. Bei jeder Verheiratung bedurfte es eines kostspieligen Concessionsgesuchs, dessen Gewährung oder Ablehnung vom Gutachten der Aeltestcn abhing. Kein Wunder, daß sich zumal, im Bewegungsjahr 1830 und in Folge desselben, auch lebhafte Wünsche auf Bessergestaltung ihrer Verhältnisse regten, so nach innen wie nach außen, materiell wie geistig. Seit der Mitte der zwanziger Jahre war der Sohn des Vorstehers Hirsch Beer, der jugendliche Bernhard Beer, (geb. 20. Juli 1801) der Förderer geistigen Strebens innerhalb der Gemeinde; und er ist es bis zu seinein Tode (1. Juli 1861) verblieben. Er sammelte vom Jahre 1824 an einen Kreis jüngerer Gemeindegenossen um sich, mit dem er in wissenschaftlichen Abenduuterhaltungkn die hebräischen Schriftschätze der spanischen, südfranzösischen und italienische» Glaubensgenossen in gegenseitiger Belehrung durchging. Er hielt sowohl in diesem Vereine, als auch — seit 1826 — in einem der Bethäuser, und zwar alljährlich am Stiftungstage des Kranken-Untcrstützungs- Jnstituts (errichtet 1807) dessen Vorstand er war, religiös-moralische Reden, linfr war somit der Erste, der in der hiesigen Religionsgemeindc in deutscher Sprache predigte, wie er denn auch am 2. Februar 1833 die erste Confirmation und Religionsprüfung in der Schie'schen Privatsynagoge abhielt.') Mit der am 10. September 1829 zur Gedächtnisfeier an Moses Mendelssohn's hundertjährigen Geburtstag gehaltenen Synagogenrede leitete Bernhard Beer die Gründung des Mendelssohnvereins ein, zu dem Ztveckc „Handwerk, Kunst und Wissenschaften, sowie jede nützliche Thätigkeit bei der hiesigen israelitischen Jugend zu befördern und überhaupt den geistigen Zustand der Israeliten möglichst zu verbessern." In dieser Rede hob er hervor, daß die israelitische Gemeinde zu Dresden der Fürsorge Moses Mendelssohns ihre Erhaltung verdanke. Es war im Jahre ') Bernhard Beer, Jmrc Joscher. Religiös - „wralische Reden, Leipzig Fcst'schc Buchhandlung 1833. Desselben Vorstellung der israel. Gemeinde zu Dresden aii die I, Kammer. Dresden, 1833 S. 3o Note 36.

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