Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1886)
- Date
- 1886-09-01
- Page
- Seite 216 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969919-2969929--1763-2976375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
elsässer „Propheten" gehässige Aeußerunaen über Christen und Christentum von, Stoppel zu lassen. Der Verfasser verbreitet solche Ansichten auf eigene Rechnung und das Judentum ist für solche Machwerke eines Kopflosen nicht verantwortlich. Weferale. Dir Subtil jetzt und einst. Ein Beitrag zur Lösung der! Judenfrage von Emil Lehmann, Rechtsanwalt in Dresden. (Dresden und Leipzig, E. Pierson's Verlag. 1886.) Herr Lehmann, dessen Schriften in seiner begeisterten Anhänglichkeit zum Judentume wurzeln, geht von dem richtige» Gedanken aus, daß der innere seelische Zusammenhang zwischen Judentum und Christentum, der die trennenden Gegensätze überwiegt, mehr und mehr das Uebergewicht erlangen soll über die äußerlichen Uebunge», welche in beiden Religionen sich als Ueberreste aus altheidnischer Zeit erhalten haben, weshalb denn auch die Reformbestrebungen innerhalb des Judentums in Deutschland in den letzten fünfzig Jahren die Hervorhebung des sittlichen Gehaltes in der Religion sich zur Hauptaufgabe machten. Im Juden- I > turne ist leider, wie Herr Lehmann richtig hervorhebt, durch das von LaSker! unter Vorspiegelung der Gewissensfreiheit erwirkte Austrittsgesetz, mittelalterlicher Fanatismus wach geworden, der einen unerhörten jüdischen Zelotismus zchc EA hat. Die Reformbedürftigkeit des Judentums und die richtige ErkenntMs' nM man aus geistig unerträglichen mißlichen Zuständen herauskommen müsse, hat Herrn Lehmann, die Feder in die Hand gedrückt. Wenn wir auch nicht Alles unterschreibcn möchten, was Herr Lehmann vorschlägt, so muffen wir doch darin mit ihm völlig übereinstimmen, daß man endlich aufhören müsse, dm Schwerpunkt i des Judentums in veralteten wertlosen Aeußerlichkeiten zu suchen. Wahrlich, rufen wir niit dem Verfasser aus. die jüdische Religion in ihrem innersten Wesen ist Nicht veraltet, sie steht nicht im Widerspruch mit den Ergebnissen der Wissenschaft und mit den Forschungen der Philosophie. Sie ist lebenskräftig und; zukunftsreich, aber ohne jene Formen und Bräuche, die sie entstellen. Ja ihr fällt die große Aufgabe zu in einer mehr und mehr dem Götzendienst des Materialismus und der Selbstanbetung des Pessimismus verfallenden Zeit die Herzen zu nähern, die Geister zu verbinden und zu durchleuchten mit idealem Feuer. Mögen begeisterten Worten endlich auch einmal Thaten folgen. Eine Versammlung ehrlicher jüdischer Notablen wäre an ber Zeit, um dem Verfalle zu steuern. :li Inhalt: Rede, gehalten am 25. Juni zu Landau zum 50jährigen Amtsjuhiläum de- BezirLZrabbiners Vr. Elias Hrünebaum in Landau von Dt*. Mayer, Bezjrksrabbiirer in * | Zweibrücken — Die jüdische Moral im ersten nachtalmudischen Zeitalter. Baeteag,! aehalten im Saale der Gesellschaft der Freunde in Berlin am l. Februar 188fr wm 1 l)i\ Joel Müller, Docent für die rabbinischen Wissenschaften an der LehranftäU Wr die Wissenschaft des Judentums in Berlin. — Ein Brief Dr. Zachariatz FränWt au | Provinzialrabbiner Felsenstein in Hanau. — Die Universität B-sel (1584) über! den Talmud. Bon A. Löwit. — Monatsschau. — Mitteilungen. Referate | Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Di*. Adolf Brüll; in KomnÄfsion fite den j Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck vo« H. L. Bröaner's DrNcker« "! (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.