Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 6 (1886)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1886)
- Date
- 1886-07-01
- Page
- Seite 167 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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167 gefundenen phönizischen Inschrift. Er veröffentlichte ein Buch in englischer und deutscher Sprache über Bibelforschung und eine» Band deutscher Gedichte „Töne des Morgenlandes". Neben verschiedenen anderen wertvollen Schriften hat er LefsingS „Nathan" in's Englische übersetzt herausgegeben, ebenso auch die „Geschichte der Philosophie der Juden" von Munk. Seine letzte Arbeit war die englische Uebersetzung des arabischen dem Aristoteles zngeschriebenen Werkes ,8a Tapnach“. Er nahm einen lebhaften Anteil an den Reformbestrebungen innerhalb des Judentums und gehörte seit deffen Bestehen dem Mendelssohn-Verein in Frankfurt am Main als Mitglied an. Von den Beiträgen, die er uns für die Monatsblätter zngehen ließ, werden wir demnächst zwei Gedichte zur Erinnerung an den edlen Heimgegangenen veröffentlichen. Mitteilungen. Bei S. Hchoßbrrger*» Buchhandlung in Papa ist erschienen „Reminiscenzen aus meinem Umgänge mit Leopold Löw vom Jahre 1829 bis zu seinem Lebensende 1875 von Moritz Zeile!. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte." Löw, aus Csernahora in Mähren stammend, gehört mit zu jenen genialen Geistern dieses Jahrhunderts unter den Juden, die für deren Aufklärung und Bildung Großes geleistet haben. Er hat wie kein zweiter als bedeutender Kenner des Talmud und der Responsenlitteratur die Orthodoxie mit ihren eigene« Waffen bekämpft und besiegt. Herr Moritz Feitel, dem Löws Richtung Prinzip und Lebensaufgabe gewesen, verdient für die veröffentlichten Reminiscenzen Dank und Anerkennung, denn er hat für Lilht und Fortschritt im Judentum mitgekämpft und wo Löw's in Ehren gedacht wird, wird auch sein Name mit Liebe genannt werden. Herr Moritz Feitel begegnete dem gleichalterigen siebzehnjährigen Jüngling Leopold Löw zuerst in Kollin, woselbst sie gemeinsam die Lehrvorträge des Rabbiners Joachim Drutschmann hörten. Löw war damals ein blonder hochgewachsener robuster Jüngling, der nicht nur den hebräischen Stil meisterhaft handhabte, sondern auch auf der Violine gewandt zu spielen vermochte. Rabbiner Deutschmann, ein Genosse Mose« Lophrrs, ein Schüler Nathan Adler» und thechiel Lvndau's, gab seinen Jüngern, was damals schon viel sagen wollte, „Riemeyer's Charakteristik der Bibel" und die Werke Mendelsohn's und Herder's in die Hand. Gelegentlich einer Badereise iu die Nähe von H. Mirstic;, wo damals Iamurl Krad Rabbiner war, lernte er dessen sechzehnjährige Tochter, ein engelhaft schönes Mädchen — „schön wie Raphael die Unschuld malt" — kennen. Wir lasten hier einige Auszüge aus Briefen an den Freuiü» folgen. In einem Briefe an Feitel über! seine Liebe in H. Miesticz schreibt Löw unter anderem: „Ja nur die himmlische Hoffnung, die uns das Dunkel des Lebens wie ein Pharos erleuchtet, muß in uns den unerschütterlichen Glauben befestigen, daß wir einst ein göttlich erleuchtetes Haus betreten, wozu^-das Grab die Thüre und die Tugend der Schlüssel ist". Wir hören heute wenig Jünglinge so sprechen, Löw war schon in seiner Jugend vom Glauben erfüllt. Au^Koriwwitz schreibt er : „Ich lebe in Boskowitz-ich habe keine einzige gleichfühlende teilnehmende Seele um mich". Aus Pr«nitz schreibt er vom Jahre 1834: ,Wenn ein jüdischer Jüngling wirklich Talente zum Schriftsteller hat, solle er dieselben nach meiner Ansicht zu religiöser Austlärung, zur Unterdrückung des Rabbinismus an-