Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 22 (1902)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- Seite 120 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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**W***'; *. «v “ - Vorrede, fleißig, geschäftig, nüchtern, mäßig, häuslich, gute Eltern und anhängliche Kinder. Ihren religiösen Pflichten ergeben, halten sie den Sabbath, besuchen ihre Synagogen, sehen auf die Erziehung der Jugend und sind im allgemeinen loyale und gesetzestreue Mitbürger. Dies sind, sagt er weiter, erfreuliche Erscheinungen, zu denen wir uns nur gratulieren können; denn diese Leute tragen hier frische und bedeutende Elemente zu jenen bei, welche bereits in dem großen Komplex des Volkes bestehen, dessen integrierenden Teil sie ausmachen. Sie verdienen und fordern thatsächlich das ernsteste Studium aller wahren Menschenfreunde. Interessant ist, was der Dekan weiter auf seinen Spaziergängen zu bemerken weiß. Wenn man durch St. Savion's Cheetham geht, so ist das erste, welches sofort augenfällig wird, die geistige Ueberlegenheit des gewöhnlichen jüdischen Arbeiters vor den gewöhnlichen britischen. Die wirtschaftliche Lage der Juden in Manchester hat noch nicht jene von Ost-London erreicht, aber die fast gleichen Verhältnisse beider machen es wahrscheinlich, daß früher oder später die Lösung der Arbeits- und Wohnungsfrage zu einer gebieterischen Forderung wird. Die Manchester Judenheit, die gleich jener von Ost-London im Herzen der Stadt liegt, ist keiner Ausdehnung mehr fähig und daher die wachsende Gefahr einer' Ueberfüllung, welche noch durch den fort- . währenden Zufluß neuer Ankömmlinge erschwert wird. In der Frage der ausländischen Einwanderung verlangt der Verfasser, daß im Geiste weiser Mäßigung und Fürsorge der jüdischen Einwanderung ein weiteres, größeres Gebiet zugewiesen werden möchte. — Herr Ernest Gasse! in London, der in Köln als Sohn armer Eltern geboren wurde, hat dem König Eduard den Betrag von 200.000 Lstr. (vier Millionen Mark) für wohlthätige und gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Der König hat den Betrag zur Errichtilng einer Muster-Heilstätte für Lungenkranke bestimmt. — Die jüdischen Einwohner in der Universitätsstadt Lund (Schweden) haben eine Petition an den König gerichtet, daß es ihnen gestattet sein möge, eine Kultusgemeinde zu bilden. — Die Norweger sind außerordentlich stolz auf ihr Grundgesetz, das in der sogenannten Reichsversammlung in Eidsvold am 17. Mai 1814 endgiltig angenommen wurde. Das Andenken der Eidsvoldsmänner wird bis auf den heutigen Tag hoch in Ehren gehalten. Der 17. Mai ist der Nationaltag der Norweger. Dieses von den Norwegern heilig gehaltene und hochgefeierte Grundgesetz ist nun durch den Rabbiner Dr. Aschlrenaze in Ehristiania in's Hebräische übersetzt worden. Alle Zeitungen ohne Unterschied der politischen Partei, sind voll des Lobes für den Uebersetzer. Inhalt: „Die Lehren des Hasses". — Neujüdische Stimmen über Jesum Christum (Fortsetzung). 1 — Die jüdische Renaissance in Amerika (Fortsetzung). — Rede. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. 38. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.