Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 21 (1901)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1901)
- Date
- 1901-09-01
- Page
- Seite 216 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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216 wie die von Shanghai, größtenteils über Indien aus Bagdad nach China herübergekommen. Der Rest besteht aus Aschkenasim, von denen die meisten aus Deutsch- . land stammen. — Aus Uew-UorK kommt die Nachricht von der Gründung einer jüdischen Universität. Der Proponet dieser Idee ist der Rev. Isidor Singer, der in literarischen und theologischen Kreisen höchst vorteilhaft als der Herausgeber und Verfasser einer jüdischen Encyclopädie bekannt ist. Der volle Titel der neuen Anstalt wird lauten: „Uro New-York University for Jewish Theology, History and Literature.“ Rabbinische und moderne Bibelexegese, die talmudische Literatur, die jüdische Geschichte von der ältesten Zeit bis auf die Gegenwart, die Philosophie und die Ethik des Judentums, das Studium der hebräischen und der verwandten semitischen Sprachen und schließlich die neuhebräische Literatur sollen eine Stätte der Pstege finden. — Die kaiserlich ottomanische Post- und Telegraphen- Direction in Jerusalem macht, wie „Chabazeleth" berichtet, bekannt daß sie im Judenviertel zu Jerusalem eine Filiale des ottomanische« Hauptpostamtes eröffnet habe, in der jüdische Beamte den Dienst versehen werden. Der Postdienst wird ganz nach europäischem Muster organisiert werden. Alltäglich, mit Ausnahme von Samstag und den jüdischen Feiertagen, werden angekommene Briefschaften ausgefolgt und abgehende befördert. Auch werden im Judenviertel zahlreiche Postkästchen angebracht werden zur Aushebung der Briefe, die mit kaiserlich ottomanischen Francozeichen versehe» sind, und zwar 4 Kästchen im eigentlichen Jndenviertel, 5 in den Siedelungen Mea Sch'arim, Beth Israel, Machneh Jehudah, Mazkereth-Moscheh und Nachlath-Schiw'ah, endlich ein Kästchen auf dem Bahnhofe. — Uem-Uork. Im Winter 1901/1902 wird in der City von New-Iork eine große jüdisch-historische Ausstellung unter Mitarbeit verschiedener jüdischer Vereine, insbesondere der Federation of American Zionists, veranstaltet werden. Diese Ausstellung soll u. A. auch die Geschichte der Juden von der Entdeckung Amerikas an, die Briefe an die Marannen in Spanien, Washingtons Briefe an die Juden, Porträts, Stiche von amerikanischjüdischen Berühmtheiten, Photographien, Karten und Stiche von Synagogen und Institutionen, eine Sammlung von Büchern, Manuscripten, Autographien, die sich auf das amerikanische Judentum beziehen u. s. w. illustrieren. Die Ausstellung von Gegenständen jüdisch-religiöser Kunst und Antiquitäten im allgemeinen, wurde, für wünschenswert erkannt, weil sich solche Gegenstände von Wert im Besitz jüdischer Fannlien befinden und geeignet seien, das Studium der jüdischen Geschichte zu fördern. Inhalt: Graf Heinrich Coudenhove über den Talmud. — Rabbiner Dr. Leopold Stein über den „Schulchan aruch“. — Leopold Löw und seine Freunde. — Rahel Löwenstein und Ludwig van Beethoven. — Glauben und Wissen. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.