Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1900-04-01 · Heft 4 (1.4.1900) · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
20 (1900)
Issue
Heft 4 (1.4.1900)
Date
1900-04-01
Page
Seite 95 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2969669-2969879-2969884--5982-2975304
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

In Wilna ist kürzlich Dr- S. Minor, der lange Jahre Rabbiner in Moskau war und nach der Vertreibung der Inden auch die Stadt verlassen mußte, gestorben. Er war ein Freund des Grafen Leo Tolstoi. — Im Alter von 92 Jahren ist. irr Gdessa ein allgemein verehrtes Mitglied der jüdischen Gemeinde, der Philologe I. I. Harnopol gestorben. Tarnopol hat viele Bücher in russischer und französischer Sprache geschrieben, unter Anderen: „Notice bistorique et characteristique sttr les Israelites d’Odessa“; „Reflections sur l’etat religieux, politique et social" des Israelites russes“, „Ruth, Sujet episodique tire de l’ecriture sainte .... ." Das letztgenannte Buch war das zuerst von ihm veröffentlichte. Es ist im Jahr 1835 in Odessa ans Kosten des damaligen Gouverneurs, des Grafen Lewschin, herausgegeben worden. Im Jahr 1860 gründete Tarnopol in Gemeinschaft mit dem Schriftsteller O- A. Rabbinowitsch die erste russisch-jüdische Zeitung „Russviet“ (Dämmerung). I. I. Tarnopol. der noch als Knabe ans seiner galizischen Heimat nach Odessa gekommen war, hat seine ganze Jugend den« Studium des Talmud und anderer rabbinischen Werke gewidmet. Später besuchte er die erste jüdische Schule in Odessa, die im Jahr 1828 begründet wurde. — Der junge Maler Hirschafsky, ein Küste, hat ein realistisches Gemälde „der ewige Jude" vollendet, das jetzt in den russischen Hauptstädten ausgestellt und dann zur Pariser Ans- - stellung geschickt wird. — Der Direktor der kaiserlichen Münze in St. Ketersbnrg, Namens A. Grilichs, ist in den Adelstand erhoben worden. Vor Herrn Grilichs hat sein Vater dasselbe Amt bekleidet. — „Haideti Frati!" (Auf, Brüder!) benennt sich ein zionistischer Marsch, den Herr A. Levy in Bukarest componiert hat. — Bei der Kunstausstellung in Bukarest haben sich mehrere Juden vorteilhaft ausgezeichnet, von Vieren derselben sind Werke ausgewählt worden, um nach Paris für die Kunstabteilnnq der Weltausstellung gesandt zu werden. . Es sind dies die Herren, Max Klang, Portraitmaler, Arthur Seegall, Landschaftsmaler, A. Mendel, Radierer und Bilhauer Carniol. — Bon Gerhart Hauptmanns berühmten Drama „Fuhrmann Henjchel,, ist jüngst in Kew-Kork eine Jargon- Übertragung erschieneri. Auch soll das Drama demnächst ans einer der New-Avrker Jargon-Bühnen aufgeführt werden. — Der 26. Jahresbericht des amerikanischjüdischen Gemeindebundes ist soeben zur Versendung gekommen. Außer den üblichen Rechnungsabschlüssen enthält der Bericht ausführliche Mitteilung über das int Jahre. 1875 vom Gemeindebund begründete Hebrew Union College. Dieses Institut ist im vergangenen Jahr von 78 Studenten besucht worden, von' denen sechs das Rabbinerdiplom erworben-haben. Von diesen sechs Rabbiner» haben fünf bereitsgünstige Stellringen gefunden, der sechste ist zur Vervollkommnung seiner Studien, y nach Europa gegangen. — Man berichtet aus Uew-KorK: Herr Rabbiner Dr. Mäx Wertheimer aus dem Großherzogtnm Baden gebürtig, in Deyton ist zur Sekte der Christian Scientifs übergetreten. — An der kalifornischen Stauford-Universität ivurde ein Lehrstuhl für das Hebräische errichtet. Professor Haines vom Theolo-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.