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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-07-01 · Heft 7 (1.7.1899) · p. Seite 161

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 7 (1.7.1899)
Date
1899-07-01
Page
Seite 161 (sequence 17)
Language
German
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161 Aus der modernen Aargon-Litteratur. (Eva von M. Wirth.) Pst! Pst! Stille! — Ihr sollt ihn nicht aufwecken! hat Gott zu den Engeln gesagt, die um ihn waren. Und die Engel begannen zu gehen auf ihren Fingerspitzen, die Flügel gesenkt, damit sie nicht rauschen, und mit den Händen haben sie ihren Mund geschlossen und sich gewälzt vor Lachen. Uriel hat mit aller Kraft an sich gehalten, damit er nicht in helle Lache ausbreche. „Gabriel" hat er leise gefragt — „Warum müssen wir Adam im Schlafe hintergehen, können wir nicht auch dasselbe vollbringen, wenn er wach ist?" „Du bist ein Narr" erwiderte Gabriel. „Würde er denn wachend solches mit sich geschehen lassen". Auf ihren Fingerspitzen sind sie geschlichen und an den Ort gelangt. Adam lag, die Hände unter dem Rücken, in tiefem Schlafe. „Kinder", sagte Gott so leise, daß man ihn kaum vernehmen konnte, „helft mir ihn auf die andere Seite legen." Und flugs lag Adam auf der linken Seite. „Gabriel du halt ihn an den Füßen, damit er sich nicht hin und her werfe und du. Rafael, reich mir dein Messer." Rafael nahm sein Messer, zog es einige Mal auf einem Steine ab, und reichte es dem Schöpfer aller Welten und dieser begann zu schneiden. Als Adam erwachte, da blickte die Sonne mit ihren blendenden Strahlen in seine Augen, er reckte gähnend seine Glieder und sein Blick fiel auf einen Baum. Hungrig wollte er einige Datteln abreißen, aber die Zweige des Baumes hoben sich plötzlich so in die Höhe, daß er nicht hinlangen konnte. In das Heulen eines Sturmes, der wild dahinraste, mischten sich lachende Stimmen, die leise verklangen und Adam wandte sich um. Alle lebenden Wesen im Paradiese, denen Adam selbst Namen gegeben, waren ihm bekannt, nur das, welches er jetzt erschaute, war ihm fremd, er hatte cs noch nie gesehen und nie gekannt. Sehr ähnlich war es, doch wieder sehr verschieden von ihm. Das Wesen stand schweigend da mit einschmeichelndem Lächeln. Adam schwieg auch, doch durchdrang er das neue Geschöpf, das ihm überaus gefiel, mit seinem Blicke. Vielleicht kenne ich es doch, dachte Adam bei sich und habe »ur den Namen vergessen, den ich ihm gegeben. Er raffte sich zur Frage auf: „Wer bist du?" und Eva antwortete in schmeichelndem lächelndem Tone: „Dein Weib bin ich." Bei diesen Worten durchlief süßer Frost seine Glieder und der Laut ihrer Sprache klang ihm viel schöner und reiner als das Lied der Nachtigall, das er doch so gerne vernahm. „Komm komm" rief das Weib. Später nahm sie Adam bei der Hand, führte ihn zu einem Baume, der in der Mitte des Gartens stand. Adam wurde

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