Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2969865-2969867--5601-2974908- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
21 tasia di un Antisemita. — In Turin starb der rühmlichst bekannte Dichter und Patriot Herr David Levi im Alter von 77 Jahren. David Levi wurde zu Chieri geboren. Er hat sein Leben in einer Selbstbiographie beschrieben, die zugleich eine Verherrlichung des Judentums ist. Sein Hauptwerk ist die Dichtung: II profeta et la passione di un popolo.", welche in Italien großes Ansehen genießt, und von der ein bedeutender katholischer Literarhistoriker, Anielli, gesagt hat, „daß sie die italienische Litteratur zu einer Höhe emporgehoben hat, auf der sie seit Dante nicht gestanden hat." Auch gegen den Antisemitismus hat der greise Dichter ein Buch „II 8ernitismo" geschrieben, das eine feuerige Apotheose des Judentums bildet. David Levi war aber auch ein großer, italienischer Patriot, einer der mutigsten Kämpfer für die Einheit und Freiheit Italiens, ein Freund Ratazzis und Cavours, der lange Jahre im Parlament saß und in Italien eine große Rolle spielte. Levis Biographie hat 1889 Giulio Vindice ausführlich beschrieben. Seine letzten Lebensjahre waren leider durch Krankheit und Armut getrübt. Theater Wufik unbildende Kunst. In Hamburg fand Richard Lederer's vieraktige Oper „Hiob" bei der Erstaufführung eine guten Aufnahme. — In Frankfurt a. M. veranstaltete Fräulein Clotilde Kleeberg, einen Klavierabend, der sowohl in Bezug auf das abwechslungsreiche Programm, wie wegen der gediegenen, echt künstlerischen Ausführung großen Beifall fand. Fräulein Kleeberg eine vornehme Künstlerin, ist eine Pianistin von vollster künstlerischer Reife, deren hochentwickelte Technik sich mit einer feinsinnigen, charaktervollen Auffassung zu einer Gesammtleistnng von hohem Werte vereinigt., Ihr Anschlag ist bei aller Kraft von großer Elastizität und Modulatiousfähigkeit; ihr Vortrag zeugt von feinem musikalischen Geschmack. Wunderbar schön spielte Fräulein Kleeberg das Schubert'sche ,Moment musical" in As-dur, die G-moll* Ballade von Brahms und zwei Stücke: Nocturne in Fis-moll und Impromptu in Ges-dur von Chopin, denen ihre ideale Auffassung und ihr durchgeistigter Bortrag einen poetischen Zauber verlieh. — Unter den Entwürfen für das Einheitsdenkmal in Frankfurt a. M. erhielt das des Bildhauers Hugo Kaufmann den ersten Preis. Hugo Kaufmann erhielt seine erste künstlerische Ausbildung auf der Zeichenakademie in Hanau und in der Frankfurter Kunstgewerbeschule unter Wiedemann. Als Schüler Kauperts trat er hierauf in's Städel'sche Institut. Seine künstlerische Reife aber wurde Kaufmann erst in München zu Teil, wo er an der Kunstakademie unter Professor Ruemann studierte. Sein erster Erfolg war ein Sieg im Wettbewerb um die plastische Ausschmückung der Ludwigsbrücke in München. Auch für den dortigen neuerbauten Justizpalast schuf er einigen plastischen Schmuck; in neuester Zeit begann Kaufmann vornehmlich das Gebiet der Kleinplastik zu kultivieren. Seine mannigfaltigen Arbeiten dieses Gen-