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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-11-01 · Heft 11 (1.11.1897) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 11 (1.11.1897)
Date
1897-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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— 259 — Adel verliehen. — Die Landesrabbinerschule in Hudapest hat ihren 20. Jahresbericht herausgegeben. Für das Schuljahr 1897—98 wurde folgende Preisarbeit ausgeschrieben: „Kritische Analyse der Midraschwerke zum Buche Esther, Nachweis ihrer Quellen und ihres gegenseitigen Verhältnisses." Einreichungstermin: 1. Mai 1898. — Das Schuljahr 1897—98 hat am 1. September begonnen. Dem Jahresberichte geht eine Abhandlung des Professor Moses Bloch „Das mosaischtalmndische Besitzrecht" voran. — In Hudapest starb Frau; Pulschy gleich hervorragend als Gelehrter und Staatsmann, der für die kulturvolle und freiheitliche Entwickelung Ungarns gekämpft und gewirkt hat. Unvergessen wird die Rolle bleiben, welche Pnlszky anläßlich des denkwürdigen Tisza-Eszlarer Prozesses spielte. Die antisemitische Partei setzte damals alle Hebel in Bewegung, damit die unschuldig angeklagten Juden verurteilt würden; das unmündige Söhnchen eines der Hauptangeklagten war durch Folterungen gezwungen worden, gegen den eigenen Vater belastend auszusagen — da fuhr der alte Pulszky mit fulminanten Reden und zahllosen, mit vollem Namen unterfertigten Zeitungsartikeln drein und seine allgemein hochgeachtete Persönlichkeit bewirkte einen Umschwung in jenem Teile der öffentlichen Meinung, der schon durch die frappanten Indizien veranlaßt worden war, an der Unschuld der Angeklagten zu zweifeln. — Der königl. ungar. Handelsminister Baron Ernst von Daniel hat Herrn Woritz Gero zum Chef der Serajewoer Filiale des königl. ungar. Handelsmuseums ernannt. — Der Schriftsteller Leo Herzberg-Fränkel beging am 25. September seinen 70jähr. Geburtstag. Herzberg - Frünkel. welcher auf eine 40jährige sehr verdienstvolle Thätigkeit als Sekretär der Brodyer Handelskammer zurückblickt, ist durch seine Erzählungen aus dem Ghetto auch in der Schriftstellerwelt wohlbekannt. — In Misstitz fand die Einweihung der renovirten Synagoge und einer vom Herrn Leopold Spitzer daselbst gespendeten Orgel in feierlicher Weise statt. — In Nolleschau wurde eine Gemeind-Bibliothek für jüdische Wissenschaft und Litteratnr ins Leben gerufen, um deren Zustandekommen sich Herr Hlbert Löw sehr verdient gemacht hat. — Am 22. August starb in Döslau der Rabbiner von Ottakring und Religionslehrer der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Herr Dr. Woritz Deutsch. — In Liebeschitz wurden viele Grabsteine herausgerissen, umgeworfen und teilweise zerbrochen. — Wie früher in Pilsen fanden jüngst in Klattau antisemitsche Exzesse statt. — Herr Dr. Simon Aschkrnasy aus Warschau hat sich an der Universität zu Lemberg als Privatdozent für allgem. Geschichte habilitiert. — Der pensionirte Oberstaatsairwalt Alexander Aom;a, durch dessen energische Initiative seiner Zeit der berüchtigte Tisza-Eßlaer Prozeß durchgeführt wurde, ist 72 Jahre alt, gestorben. Der Verblichene war einer der bedeutendsten Juristen Ungarns. — Herrn Hofbuchhändler Philipp Wodianer in Hudapest und dessen gesetzlichen Erben wurde für seine hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete des Buchdruckerei-Gewerbes und des Bücherverlages der ungarische Adel verliehen. — In Lemberg wurden

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