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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-02-01 · Heft 2 (1.2.1897) · p. Seite 45

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 45 (sequence 21)
Language
German
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— 45 — Ehrenlegion, die es seit der Gründling des Ordens gegeben hat. Ihr Vermögen wird auf 200 Millionen geschätzt. Sie war als die größte Besitzerin französischer Staatsrente bekannt; sie war aber auch eine der wohlthätigsten Frauen Frankreichs. Frau Fnrtado war eine Cousine von Heinrich Heine, die Witwe seines Vetters Karl Heine. — Der Lütticher Senator Herr Montefiore-Levi, der zur Begründung eines elektrotechnischen Instituts an der Staats-Universität Lüttich 300-000 Frs. gespendet hat, hat zur Beschaffung von .Instrumenten diesem Institute weitere 150,000 Frs. gewidmet. — Die „Hazephira" läßt sich in einem Artikel' sehr aus gegen die Herren Glande Montesiore in London und Gswald I. Simon daselbst, deren elfterer das Judentum mit dem englischen Unitarianisinns in Oxford zu verbinde» sucht und deren letzterer dafür schwärmt, daß das Judentum Mission treibe. Daß man in Rußland, wo man im Zionismus steckt, für derartige Ideen kein Verständnis hat, ist nicht zu verwundern. — Die Frau Bürgermeisterin von London, Lady Fandet-Phillips, ist die Tochter des verstorbenen Mr. Levy, des Besitzers des Londoner „Daily Telegraph", eines der gelesensten englischen Tagesblätter, und die Schwester des jetzigen Eigentümers dieser Zeitung, des bekannten Sir Edward Lawson. Sir Edward änderte seinen Namen in Lawson aus die Bitte eines sehr reichen Onkels, der ihm dafür ein reiches Vermögen hinterließ. Lady Faudel-Phillips ist eine schöne, stattliche Frau und hat ungemein reiches schneeweißes Haar, das sich von den braunen Augen und den dunkeln gewölbten Augenbraunen sehr hübsch abhebt. Sie ist eine orientalische Schönheit. Die neue Bürgermeisterin ist eine ungemein wohlthätige Dame. Ihre größte Leidenschaft ist seltenes Porzellan, das verrät sich ans den ersten Blick in den reichen Sammlungen, die in allen ihren Häusern zu finden sind. Ihr größter Ehrgeiz geht dahin, gestand sie neulich lächelnd, für jeden Tag des Jahres ein anderes Porzellanservice zu haben. Die Familie besitzt einen Landsitz, Ball's Park in Hertford, und zwei Städtehäuser, eines in Grosvenor Gardens, das andere in Brighton. — Stadtrat Lazarns Hart wurde einstimmig zum Mayor (Bürgermeister) von Kamsgate ernannt. — In der „Weekly Sun“ äußerte sich jüngst der Herausgeber, das Parlamentsmitglied Mr. T. P. G'Eonor über Beiträge für Krankenhäuser und knüpft daran folgende Betrachtung: „Ich halte es für meine Pflicht, zu sagen, daß ich, so oft ich in solchen Dingen zu thun hatte, in erster Reihe mich immer an Juden wendete und daß ich da immer auf Freigebigkeit und Großmut stieß. Von allen mitleidigen Menschen sind doch die Inden die wohlthätigsten. Wie oft hatte ich für Arme und Bedrückte zu sammeln. Wenn ein Christ ein Pfund gab, so gab ein Jude sicherlich zehn. Männer, die inan für geizig und geldgierig gehalten hat, haben mir so oft zehn, fünfzig, hundert Pfund gegeben, während mancher Christ, der sich des Rufes größter Menschenliebe erfreute, nur widerstrebend mit einem Pfund herausrückte." — In London starb die Gräfin Kachel d'Avigdor, die Tochter des verstorbenen Sir Jsaac Lyon und Isabel Goldsmid.

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