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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-02-01 · Heft 2 (1.2.1897) · p. Seite 43

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 43 (sequence 19)
Language
German
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48 gen'schen Strahlen in den weitesten Kreisen bekannt geworden. — Rach den Ergebnissen der neuesten Bevölkernngszählung vom 2. Dezember 1895 waren in Frankfurt s. W. 19 488 Juden ortsanwesend. — In Budapest hat sich eine Reformgemeinde unter dem Titel „Frei Israel" gebildet. Der geistige Leiter der Bewegung ist HerrDr. Joseph F. Kondor, gewesener Komitatsrabbiner und Kongreßdeputirter. Aus dem Aufruf ist zu entnehmen, daß die Anhänger dieser Partei den Talmud verwerfen und sich nur an die biblischen Gesetze halten wollen, aber auch an diese wohl nur im Geiste. Hauptsächlich scheint es denselben um die Sanktiouirung von Mischehen zu thun zu feilt, wie aus dem Satze des Aufrufes: „Mit jeder Ehe, die ein Christ mit einer Israelitin oder ein Israelit mit einer Christin eingeht, geschieht eine Heiligung des göttlichen Namens, Kiddusch haschem", hervorgeht. Budapest war schon in den fünfziger Jahren Sitz einer Reformgemeiude, die der selige Dr. David Einhorn leitete. — In der abgehaltenen konstituirenden Sitzung des Ausschusses des israelitischen Gemeindebundes in Böhmen wurden Herr Dr. Arnold Kosenbacher, Präsident der Prager israelitischen Kultusgemeinde zum Vorsitzenden, Herr Ignaz Kallberg, Vorsteher der Karolinenthaler Kultusgemeinde, und Dr. Herr Moritz Lichtenstern, Obmann der böhm. Landesjudenschaft, zu dessen Stellvertretern gewählt. — In Arad hat Frau Elise Fischer 500000 fl. ö. W., für ein daselbst zu errichtendes Mädchen-Waisenhaus bestimmt. — In HrttW besuchte Erzherzog Leopold Ferdinand Salvator in Begleitung des Statthalters Freiherrn v. Spens-Booden den israelitischen Tempel. — Die ungarische israelitische literarische Gesellschaft hielt am 8. Dezember v. I. ihre Millenniums-Festsitzung und gleich darauf ihre Generalversammlung ab. Herr Oberrabbiner Dr. Samuel Kohn hielt die Eröffnungsrede, in welcher er die wichtige Mission der Gesellschaft in konfessioneller und ungarisch-nationaler Richtung betonte. Generalsekretär Dr. Josef Kanoczi legte einen Bericht über die zukünftige Thätigkeit der Gesellschaft vor. Hierauf verlas Oberrabbiner Dr. Arnim Perl« eine sehr bemerkenswerte und beifällig aufgenommene Abhandlung unter dem Titel „Ahasver". Die zündendste Wirkung erzielte Dr. Arnold Klein mit dem Vortrag seines gedankenreichen patriotischen Gedichtes: „Der Millenniumsgesang der ungarischen Israeliten", in welchem die begeisterte Liebe der ungarischen Juden für ihr Vaterland verherrlicht wird. Zum Schluffe las Professor Dr. Moriz Karman eine philosophische Studie über „das nationale und konfessionelle Leben". In der hierauf folgenden Generalversammlung legte Dr. Franz Szokely den Kassenbericht vor, welchem zu entnehmen ist, daß die Gesellschaft über ein Vermögen von 12.225 fl. verfügt.— Herr Rabbiner Dr. Samuel Kohn in Kudapest erhielt die Ausstellungsmedaille für seine Verdienste um die historische Ausstellung. — In Proppa« wurde am 8. Dezember v. I. der neue israelitische Tempel festlich eingeweiht. Der Kultus in Troppau ist reformistisch, das Geigrr'sche Gebetbuch ist für das neue Gotteshaus eingeführt. — An die neuerrichtete medizinische Fakultät in Lemberg ist Herr Dr.

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