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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-09-01 · Heft 9 (1.9.1896) · p. Seite 213

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 9 (1.9.1896)
Date
1896-09-01
Page
Seite 213 (sequence 21)
Language
German
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213 und Mädchen und seit dem Jahre 1893 zu einer Bürgerschule für die Jugend beiderlei Geschlechts. Die Entstehungsgeschichte der Schule beginnt mit dem Ende der dreißiger Jahre. Die Schule der Gemeinde wurde von 428 Zöglingen besucht, darunter 18 nicht israelitischen Glaubens. An der Spitze des aus 14 Personen (Herren und Damen) bestehenden Lehrkörpers steht Herr Direktor Samuel Steckler, der sich in den wohlverdienten Ruhestand zurückzieht und vieler Sympathien in Schul- und Gemeindekreisen sich erfreut. Zum Nachfolger desselben ist der stellvertretende Direktor Herr Jakob Wälder ausersehen. An der Spitze des Gemeinde-Vorstandes steht Herr Moritz Rosenberg, des Schulvorstandes Herr Dr. S. Bruck. Die Erhaltung der Schule und die Besoldung der Lehrkräfte erfordert jährlich 11855 st., welcher Betrag teils aus den Gemeinde- Mitteln, teils aus Beiträgen der schulpflichtigen Zöglinge und Stistungsgeldern erlangt wird. Unter den Stiftungen verdient die 40000 Gulden-Stiftung des sel. M. L. Fischer aus Baja besonderer Erwähnung. Die Rabbinate in Baja haben stets auf die religiöse Entwickelung der Schule wohlthätigen Einfluß geübt. Die Unterrichtsaustalt, welche in schönen, hygienisch und pädagogisch zweckentsprechenden Räumen unterzebracht ist, besitzt auch einen stattlichen Betsaal, in welchem vom Religionslehrer Rosenfeld gottesdienstliche Vorträge für die Jugend abgehalten werden. Die Stadtgemeinde trägt einen Beitrag von 1400 Gulden zu der Gemeinde-Schule bei. An der Spitze der Mädchenschule und der Klein- Kinder-Bewahr-Anstalt steht ein Damen-Comitö: Die Gemahlin des langjährigen EhrenDirektors der Schule Frau Dr. Lemberger, Frau Dr. Bruck, Frau M. Rosenberg, Frau S. Weidinger und Frau Advokat Messer. Aus der Schule hervorgegangen sind: der Dichter Karl Beck, der Curial-Richter Dr. St. Beck (Budapest), die Brüder Maximilian und Neander von Beck (Bank-Direktoren in Budapest) L. Schulhof, Astronom (Paris), Dr. Palassa Josef, Professor in Debrezin, Docent, Dr. Julius Donath (Budapest) Ober-Notar Julius Eryi (Baja), die Rabbiner Dr. Perles (München), Dr. Kohn (Budapest), Professor Dr. Naschor (Berlin). Neben diesem erfreulichen Schulereignis verdient auch ein Gemeindeereigvis hier Erwähnung. Die hiesige Gemeinde hat dem Gemeinde-Distrikte des Bücs-Bodroger Comitates ihre Andachts-Sitzungs- und Gesellschaftsräume gastfreundlich eröffnet. Der Vorsitzende der Versammlung, Herr Dr. Szillassy (Szabadka) wies auf die glücklichen gesetzgeberischen Ereignisse der Gleichstellung der Religionsgemeinschaft hin, in einem Lande, welches den 1000jährigen Bestand des Staates allenthalben mit Begeisterung feiert. Dieser Gedanke fand auch in der gottesdienstlichen Feier Ausdruck, welche Herr Dr. Adler (Sohn des hiesigen Herrn Rabbiners) mit einer sehr würdigen ungarischen Ansprache eröffnet hatte» die recht beifällig aufgenommen worden war. Allenthalben machte sich in der Versammlung die Ansicht geltend, daß die Gesammtheit aller Gemeinden in der Distrikts-Versammlung vertreten sein solle, weshalb auch die Wahl des Vorstandes bis zum

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