Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1896)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 179 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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179 dingten Anspruch uns die Unterstützung seitens aller wahren Lehrersreunde sich erworben habe. In der That dürfte der am 14. Juni in Hagen gefaßte Beschluß in seinen Folgen wohl als das bedeutendste Ergebnis der gesammten seitherigen Verbandsthätigkeit, zu betrachten sein. Besonderer Dank für das Zustandekommen dieses Werkes gebührt aber in erster Linie dem Ausschußmitgliede Herrn M. Liebenfeld- Bochum, welcher die ganze Materie bearbeitet und keine Mühe gescheut hat, um sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen. — Nunmehr erhielt das Wort Herr Rabbiner Dr. Vogel stein-Stettin zu seinem Vortrage „Schule und Haus in ihrer Wechselbeziehung." Die Versammlung folgte den Ausführungen des Redners, die des Anregenden und Belehrenden außerordentlich viel boten, mit gespannter Aufmerksamkeit und spendete ihm am Schlüsse lebhaften, anhaltenden Beifall. Wir können uns um so mehr versagen, auf den Vortrag selbst hier näher einzugehen, als derselbe laut Beschluß des Gemeindetages gedruckt und als Flugschrift verbreitetwerden soll. — Zu Punkt 5 der Tagesordnung: Antrag der Synagogengemeinde Minden, die einheitliche Regelung des Beginns bez. Aufhörens der Kultusstenerpflicht für zu- und abziehende Gemeindemitglieder betreffend, ergriff zunächst Herr Rechtsanwalt Bnrgheim-Minden das Wort, welcher in längeren Ausführungen die Unzuträglichkeiten schilderte, die aus der heute bestehenden Ungleichheit in der Erhebung der Knltnsstcuern bei zu- und abziehenden Gemeindemitgliedern insbesondere den kleineren Gemeinden erwachsen. Referent sprach die Hoffnnng aus, daß durch die Annahme des Antrages Minden wenigstens für Westfalen die Beseitigung der zu Tage getretenen Mißstände angebahnt iverde. Jni Verlaufe der Debatte wurden mehrere neue Anträge eingebracht, von welchen schließlich unter Ablehnung aller übrigen der Antrag Schüler-Bochum angenommen wurde. Derselbe lautet: „Der Gemeindctag ersucht 'den Ausschuß, den Verbandsgemeinden die gleichmäßige Gestaltung, also eventuell Abänderung ihres Statuts in dem Sinne zu empfehlen, daß die Beitragspflicht zur Knltnssteuer für zu- und wegziehende Gemeindemitglieder mit dem Zeitpunkte beginne, bez. anfhöre, mit welchem die Kommunalbesteuerung beginnt bez. ihr Ende erreicht. — Hierauf wurde Punkt 6 der Tagesordnung bis »ach Erledigung der Punkte 7 und 8 zurückgestellt. Ad 7 wählte die Versammlung einstimmig Münster zum Vororte des nächstjährigen Verbandstages, und ad 8 ebenfalls einstimmig Herr Dr. Coblenz-Bielefeld zum Delegierten für den am 21. Juni in Berlin stattstndenden siebenten ordentlichen Gemeindetag des D. I. G. B. Nunmehr hielt Herr Dr. Coblenz in Erledigung des Punktes 6 seinen Vortrag über den Verband und seine Gegner. Er wies in seinen Ausführungen die Behauptungen der Orthodoxie über die religiösen Zustände in Westfalen mit Entschiedenheit zurück, indem er die Thätigkeit des Verbandes und ihre segensreichen Folgen auf den verschiedensten Gebieten des religiösen Lebens, insbesondere auch des Unterrichts, darlegte; gleichzeitig betonte er unter Anführung von Thatsachen, daß es nm den Religionsunterricht nirgends schlechter bestellt sei, als gerade in