Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1896)
- Date
- 1896-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969823-2969828--4754-2974028- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
96 auf dieses unterstützungswerte Unternehmen hingewiesen haben, doch wäre es zu wünschen, daß in Zukunft alles .für die Jugend Anstößige vermieden werde und muß auch die Orthographie eine einheitliche. sein. Vielleicht kann sich die Verlagsbuchhandlung zu diesem Zwecke mit einem Pädagogen in Verbindung setzen, der ihr ratend und sichtend zur Seite steht. — Die Unsterblichkeitslehre (Psychologie, Messianologie und Eschatologie) bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters von Dr. Bernhard Templer, Rabbiner Leipzig und Wien. Verlag der Buchhandlung M. Breitenstein. In dieser recht lehrreichen Schrift, die jeder mit Interesse lesen wird, zumal die darin behandelten Fragen auch durch die Gebetbuchfrage actuelles Interesse gewinnen, werden die Systeme der jüdischen Philosophen des Mittelalters von Saadia bis Maimonides hinsichtlich ihrer Stellung zu der Unsterblichkeitslehre einer eingehenden Prüfung unterworfen, ebenso die eng damit zusammenhängende Lehre vom Messias, nachdem in einer Einleitung der Unsterblichkeitsglaube in Bibel und Talmud behandelt wird. Allerdings stimmt hier der einfache Wortsinn der Bibel nicht immer mit der Auffassung des Herrn Verfassers überein, der die Stellen oft in agadischer Beleuchtung betrachtet. Saadia steht mit seinem Denken in Bezug ans diese Frage noch ganz unter dem Einflüsse des Talmud und hat über die in deinselben zu Tage treteudeu Anschauungen sich nicht selbständig erhoben. Erst der Ethiker Bachja ben Josef ibn Paknda leugnet die leibliche Auferstehung der Toten, dem Jehuda ben Samuel Ha-Levi folgt, der auch die Vernichtung des Körpers nach dem Tode lehrt und den Unsterblichkeitsgedanken rein geistig erfaßt, was auch Abraham ben Meir ibn Esra annimmt. In einem Anhänge wird auch in kurzen Zügen das Verhältnis der jüdischen Philosophen zu den zeitgenössischen nichtjüdischen Denkern behandelt. Wir hoffen dem Verfasser, der sich reiche Kenntnisse ans dem Gebiete der Religionsphilosophie angeeignet hat, noch öfter auf diesem Gebiete zu begegnen. Inhalt: Das Hohelied, Rede, gehalten von Rabbiner I>r. N. Brüll s. A. — „Die Snlamith", ein Beitrag znr Geschichte der jüdischen Journalistik und zur Biographie des herzoglich anhaltischen Schuldirektors Pe. David Frankel in Dessau. Bon L. Horivih, Dessau. (Fortsetzung.) — Flüchtiger Überblick über die Verwaltung und in die Finanzlage der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Vortrag gehalten von Julius Jsaac am Nt. Oktober 1895. (Schluß.) — „Der Eliasbe.cher" und „der lange Sabbat" von l>r. Mager in Zwcibrücken. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. Beranttvortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Pr. Adolf Brüll; in Konimission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Ansfarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breideustein), säiutlich in Frankfurt aur Main.