Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 christlichen Bewohner daselbst, denen der Verstorbene im Leben große Wohlthaten' erwiesen, die Gunst, ihn zu Grabe tragen zu dürfen was ihnen auch zugestanden wurde. — Die Israelitisch - Ungarisch - Literarische Gesellschaft gibt bekannt, daß die Konkurrenzwerke für die vom Ausschüsse ausgeschriebene Preisfrage: „Die Geschichte der auf dem Gebiete von Budapest bestehenden isr. Religionsgemeinden" (den Preis von 1060 fl. hat Paul Denier im Subskriptionswege aufgebracht) bis spätestens den 30. Juni 1996 beim Gesellschafts-Präsidenten Herrn Dr. Samuel Kohn (Hollögasse 4) einzureichen sind. — In Neuhäusel, Szoboszlo und Gr. Becskerek wurden Synagogen eingeweiht. — Das Amtsblatt in Budapest enthält ein allerhöchstes Handschreiben, womit dem Budapester Einwohner Max Engel sowie dessen gesetzlichen Nachkommen in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete der öffentlichen Angelegenheiten und insbesondere des Handels der ungarische Adel mit dem Prädicat „Eserkuti" verliehen wird. — In einem Artikel „Innere Mission" in der „Jüdischen Chronik" schreibt Herr Rabbiner Dr. Ziegler aus Karlsbad: Die Orthodoxie des Judentums ist die unausweisliche- Feindin alles Weltenverkehrs, sie predigt Isolierung, Vereinsamung wie sie z. B. in Galizien besteht und schlägt vor 1) Sollen wir von den alten Satzungen und Lehren der alten Tradition, das auf's kräftigste pflegen, was auch für unser Geschlecht noch lebens- und wirkungsvoll ist 2) die Vorschriften der Väter in ihren Grundzügen beibehaltend, sei unser Bemühen dahin gerichtet, dieselben durch Änderung zu neuer Blüte zu entfalten 3) sind neue Einrichtungen zu schaffen, durch die unsere Religivnsfreude gehoben werden kann. Es soll eine Synode einberufen werden und die Gebetbuchfrage, die sogenannten zweiten Feiertage, die Gottesdienstordnung, unsere Stellung zum Schulchan-Aruch und seinen hunderterlei Gesetzen und Verordnungen. Das soll doch endlich einheitlich behandelt, fixiert und bestimmt werden. Hoffen wir, daß diese ernstgemeinten Worte besonders bei der böhmischen Judenheit nicht leer verhallen. — Der erste „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" auf französischem Boden ist in Bayonne gegründet worden, mit einer Bibliothek, Lesehalle und monatlichen Vorträgen. — Herr Cvsar Levy Ben Danou, aus Algerien wurde zum Professor an der öffentlichen Ackerbauschule zu Montpellier ernannt. — Im hohen Greisenalter starb in Florenz Frau Mortara, deren Sohn 1857 gewaltsam getauft wurde. Ihr Sohn, der Domherr ist, hat dem Begrübniß beigewohnt. — Baron Henry de Worms in London ist in den Pairsstand erhoben worden. — Claude G. Montefiore ist an Stelle Sir Julian Goldsmid's zum Präsidenten der Anglo Jewish Assotiation gewählt worden. — Die so populäre und sympathische Königin Margherita von Italien studiert fleißig die hebräische Sprache, um die von ihr bewunderte jüdische Litteratur im Urtexte kennen zu lernen. Vor kurzem empfing sie den gelehrten Rabbi Caro Porto aus Venedig und behandelte ihn mit aus-