Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1895-06-01 · Heft 6 (1.6.1895) · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 6 (1.6.1895)
Date
1895-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969809-2969816--4497-2973761
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 141 *> seinem Heimatlande und hat während dieser Zeit, sowie während seiner Wirksamkeit als Censor in Kiew sehr viel für die hebräische Literatur und ihre Schriftsteller geleistet und hat auch selbst viel geschrieben. Besonders ist zu erwähnen sein großes Werk, welches er gegen den ersten Antisemiten Rußlands, Brafmann, schrieb und ferner fein Werk „Das Buch des Kahal". — In Lemberg starb der in weiten Kreisen der jüdischen Gelehrten wohlbekannte Herr Samuel Schönblnm. Der Verblichene, der in seinen hinterlassenen Werken aus den Archiven Rom, Padua geschöpft hat, war ein edler und biederer Charakter. — Vor Kurzem starb in Wien Frl- Gabriele Przibram, eine Dame, welche eine wahre Zierde, der Wiener Gesellschaft war, die nicht nur dem literarischen und künstlerischen Leben - der Residenz reiche Anregungen bot, sondern auch in wahrhaft vornehmem Sinne die Pflichten der Wohlthätigkeit übte. In ihrem Testamente bedachte Frl. Przibram zahlreiche Freunde und Anverwandte, aber auch ihre Dienerschaft' mit reichen Legaten. Ein unvergängliches Denkmal aber setzte sich die Verstorbene durch zwei Legate, jedes im Betrage von 50.000 Gulden, von denen eines der Errichtung einer Bettenstiftung für kranke Kinder in den Wiener Krankenhäusern, das andere einem Asyle für arme, blinde Mädchen gewidmet ist. Beiden Stiftungen ist ausdrücklich die Bedingung beigefügt, daß die Wohlthat derselben in keinem Falle von einem bestimmten Glaubensbekenntnisse abhängig gemacht werden darf. Das ist echte Nächstenliebe! — Man berichtet: Die Antisemiten wiederholen immer wieder das Märchen von der Abneigung der Juden gegen die körperliche Anstrengung, also auch gegen den Ackerbau. Diesen Herren sei in Erinnerung gebracht, daß derjenige, der sich an der Schwelle dieses Jahrhunderts um den Ackerbau in Mähren vor allem hochverdient gemacht hat, ein — Jade war. Ein Jude nämlich, Jakob Häller aus Königsberg in Böhmen gebürtig, Pächter der Taverne am Spielberge in Brünn, führte zu Anfang dieses Jahrhunderts als der erste den Erdäpfelbau in der Gegend von Goding in Mähren, ein. Ein derartiges Verdienst um die Landwirtschaft und die landwirtschaftliche Bevölkerung, haben alle Bünde der Landwirte in Deutschland und Österreich zusammengenommen nicht aufzuweisen. — In Kolomea erscheint wieder ein neues Journal, „sviatlo" oder ,,Hamaor“ eine Monatsschrift, gewidmet den Angelegenheiten der Schulen der Baron Hirsch-Stiftung. Herausgeber uud verantwortlicher Redakteur ist Wilhelm Grünes. — Man berichtet uns: Herr G. Schmelkes ein Neffe des Herrn Oberrabbiners in Lemberg wurde zum Oberrabbinats-Verweser in Premysl erwählt. — Aus Battonya schreibt uns Herr Oberlehrer Spitzer: Die Silleiner isr. Cultusgemeinde wühlte zu ihrem Rabbiner den absolvirten Candidaten des Budapester Rabbiner-Seminars Herrn Dr. Arnold Klein. Seine feierliche Installation fand am 18. März durch seinen Vater den Herrn Oberrabbiner Dr. Moritz Klein statt. — Die Verboer (Neutra Com.) isr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.