Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1895)
- Date
- 1895-03-01
- Page
- Seite 65 (sequence 17)
- Language
- German
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65 furt a. M., Regierungsrat Dr Paul Meyer in Köln, der Präsident der Handelskammer und Präsident des israelitischen Konsistoriums für den Bezirk Lothringen, Bankier Isaak Mayer in Metz und der Oberrabbiner Weil zu Straßburg i. E. den roten Adlerorden 4. Klasse erhalten. — In Königsberg wurde Herr Dr. L. Pick zum zweiten Prediger gewählt. — Die israelitische Gemeinde in Mannheim hat Herrn Dr. Ludwig Rosenthal, bisher Prediger in Spandau, zum Rabbiner an der Klaussynagoge ernannt. — Herr Prof. Dr. Hermann Aron in Berlin, Lehrer der Physik an der vereingten Ingenieur- und Artillerischüle, ist zum Geheimen Regierungsrat ernannt worden. Die Auszeichnung erfolgte dem Vernehinen nach für Dienste, die der Gelehrte der Artillerie- Prüfungskommission geleistet hat. Herr Prof. Aron, der Erfinder des in der ganzen Welt verbreiteten Elektrizitätsmessers, gehört auch dem Lehrkörper der Universität an. — Aus Battonya schreibt uns Herr Oberlehrer Ignatz Spitzer: Am 27. November starb in Ragy Sur'my der in orth. Kreisen als Autorität geltende Rabbiner Philipp Plaut. Derselbe hatte schon vor Jahren, da die Suranyer isr. Gemeinde keinen eigenen Friedhof besitzt — eine Ruhestätte im Neutraer isr. Friedhofe für sich erworben. Die Suranyer Gemeinde wollte aber ihren Rabbiner nicht in der Fremde bestattet wissen und frug bei herorragenden orth. Rabbinern an, ob der letzte Wunsch des Verstorbenen unbedingt eingehalten werden müsse; und als sie eine günstige Auskunft erhielt kaufte sie in Surany einen Acker zu einem neuen Friedhofe und bestattete dort unter großer Teilnahme, als ersten ihren Rabbiner. Das Leichenbegängnis hatte aber auch ein eigentümliches und trauriges Nachspiel. Fünfzig der zurückkehrenden Trauergäste verrichteten am 28. Novbr. abends im Wartesaale der Station Tötmegyer ein öffentliches Abendgebet mit einem Vorbeter wie in einem Tempel laut singend. Der Stationschef verbat sich dies und als die Betenden die Mahnung nicht beherzigten, ließ er durch Arbeiter die Betenden auseinanderjagen, wobei es zu einer tüchtigen Keilerei kam. Sowohl die Betenden als auch der Stationschef erstatteten die Anzeige. — Der langjährige Präses der Szabadkaer isr. Gemeinde Herr Marcusz Geiger ist im 82. Jahre seines thätigen Lebens am 1b. Dezember verschieden. — Der Stationschef in Grosz Kinkinda namens Polonyi ist samt Frau und zwei Kindern zuin Katholicismus übergetreten. — Der jüngst in Budapest verstorbene Fabrikant Herr Mayer de Kraus Megyer hat dem ung. isr. Landeslehrerverein in Budapest 1000 fl ö. W. testirt. Diese Summe wurde dieser Tage von den Erben in die Vereinskasse eingezahlt. Das Vereinsvermögen der ung. jüdischen Volksschullehrer ist mit dieser Summe auf 50000 fl gestiegen. Die Zahl der Mitglieder beträgt 600. — Das isr. Knabenwaisenhaus der Budapester isr. Religionsgemeinde feierte am 29. Dezember den 25jährigen Bestand dieses segensreicheil Instituts. Der Direktor der Anstalt ist gegenwärtig der tüchtige Pädagog