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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-10-01 · Heft 10 (1.10.1893) · p. Seite 237

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 10 (1.10.1893)
Date
1893-10-01
Page
Seite 237 (sequence 21)
Language
German
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Natur aus. Schnitzarbeiten in Holz lind Elfenbein, unter denen die Holzstatuette eines jüdischen Schneiders und die Elfenbcinstatnette eines geldzählenden Geizhalses durch ihre natnnvahre und charaktervolle Auffassung und Durchführung hervorragen, gehörten zu seinen ersten bemerkenswerten Leistungen. Später ging er nach Rom und Paris, um alsdann seinen dauernden Allsenthalt in der französischen Hauptstadt zu nehmen. Alls der Weltausstellung im Jahre 1878 erntete er die ungeteilteste Bewunderung durch seinen sterbenden Sokrates, der in ergreifender Weise den Kampf einer großen Natnr mit dem Tode zur Anschauung brachte. Bon den zahlreichen Werken des Künstlers sind außer den auf der bisherigen Kunstausstellung befindlichen noch eine lebensgroße sitzende Statue Iwans des Schrecklichen und ein Grabmonnment einer jungen Russin als anerkannt bedeutende Leistungen hervvrznhebcn. AntokolSky gehört zu den genialsten Künstlern, die Rußland zur Zeit besitzt. — Ans Maricnliad berichtet man: Ein neues Lustspiel von S. Fritz sFritz Singer) „Ein lieber Mensch" hatte jüngst im Marienbader Theater einen durchschlagenden Erfolg. Sowohl die Fabel des Stückes als die Aufführung, ganz besonders aber die Zeichnung der verschiedenen Charaktere machten die Novität sehr interessant. Die Darstellung ivar eine sehr gute. Der Autor, sowie die Schauspieler wurden vor gedrängt vollem Hanse wiederholt gerufen. — In Paris, im Theatre Libre, wurde jüngst ein Stück und zwar von dein Holländer Hermann Heyermans, „Ahasver" betitelt, anfgeführt. Dasselbe stellt ein Stück Judenverfolgung aus Rußland dar. Da wird einem alten fromme» Juden der einzige Sohn entrissen und fast gewaltsam getauft. Der Alte aber, weil er nicht ebenfalls Christ werden will, wird mit seinem Weibe am Sabbathabend von Kosaken ans dem Hanse geholt, um in Sturm und Kälte über die Grenze geschleppt zu werden. — Fräulein Olitzka, die Tochter des Kantors an der Adaß-Jisroel-Gemeinde in Berlin, welche eine sehr geschätzte Sängerin des Hamburger Theaters ist, wird in London debütieren. Der vortrefflichen Künstlerin geht ein bedeutender Ruf voran. — Der im September des Jahres 1890 in Rolle (Schweiz», verstorbene Literat Herr Ignaz Blumenfeld, der Herausgeber des „Kerein Chemed", welcher seinerzeit zu den hevorragendsten jüdischen Gelehrten zählte, hat testamentarisch eine Stiftung von 25000 sl. errichtet, deren Zinsen, vom fünften Jahre nach dem Tode des Erblassers beginnend, jährlich einem Jünglinge mosaischer Konfession gewidmet sind, welcher sich der Malerei, Skulptur oder Musik zuwendet und besondere Anlagen zeigt. — Die Malerin Nella Morpnrgo hat der Synagoge in Görz ein großes Oelgemälde gespendet, damit es zu deren Vorteil ausgespielt werde. — Der Pvix de Rome im Konservatorium zu Paris wurde jüngst verteilt: Den ersten großen Preis erhielt Herr Bloch, Schüler der Herren Guiraud und Massenet. — Signor Mario Ancona ein Mitglied der königlichen Oper in London hatte die Ehre, nach einer Vorstellung der Königin vorgestellt und von ihrer Majestät besonders ausgezeichnet zu werden. Die Königin beschenkte den Künstler mit einer Diamantnadel mit den königlichen Initialen zum Angedenken an diese Stunde. — Das von Professor Herter entworfene für New-Uork bestimmte Heine- Denkmal stellt einen Monumentalbrunnen mit rund gehaltenem Sockel vor, auf dem die ideal gehaltene Figur der Loreley thront. Von drei Seiten speien Löwenköpfe in Muschelschalen Wasser aus. Um den Sockel, zwischen den drei Becken, stehen drei weibliche Gestalten, Nixen, mit schönem Gesichtstypus, den „Weltschmerz", die „Satire" und die „Lyrik" verkörpernd. Heine's Profilbild ist über dem Wasserbecken der Vorseite angebracht. Das Bildwerk steht auf einem Treppenaufbau und erreicht eine Gesammthöhe von acht Metern und eine Breite von sechs Metern. Die Ausführung geschieht in Tiroler Marmor und soll in drei Jahren vollendet sein.

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