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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1893-04-01 · Heft 4 (1.4.1893) · p. Seite 96

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 4 (1.4.1893)
Date
1893-04-01
Page
Seite 96 (sequence 24)
Language
German
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96 zu verpstichten, keine Slaven und Inden zu engagiren. Dieser Antrag blieb aber in der Minorität. — Man schreibt uns: Die Judenfrage wirft auch auf das Gebiet der Kunst ihren Schatten. In dem Schauspiele „Baronin Ruth" von Robert Waltfch, das im „Neuen Theater" in Berlin zur Aufführung gelangte, wird die Judenfrage schüchtern gestreift. Maltsch tritt für die Misch-Ehe ein. Die Antisemiten, die zahlreich erschienen waren, verhielten sich bei der Aufführung ruhig. Nicht so verhielten sie sich bei der Aufführung von „Moderne Teutonen" im Alexanderplatz-Thcater in Berlin, ein Stück, das in der That nicht auf die Bühne gehört. — Am 21. Februar starb in Uenilly der Maler Henry Schlesinger, geboren zu Frankfurt a. W. Bekannt sind von ihm „die fünf Sinne" „Verlorene Weise" und herrliche Mädchen-Portraits. — Der bekannte Komponist Moritz Moschorvski ist zum ordentlichen Mitglied der Königl. Akademie der Künste in Kerlin ernannt worden. — Man berichtet: Der seit seiner Thätigkeit am Preßburger Stadttheater noch im besten Andenken stehende junge Baritonist S. Szengery feiert in Temesvar wahrhafte Triumphe. Nach seinem Auftreten als Luno, Germont und Carlos (Hernani) sprachen die dortigen Blätter; „Temesvarer Zeitung" und „Südungarische Reform" in geradezu dithyrambischer Weise von seiner phänomenalen Stimme und der glänzenden Darstellungsweise. — Die musikalischen Kreise Berlins sind voll des Rühmens der hervorragenden Leistungen des Generaldirektors Herrn Hermann Levi aus München, als Dirigenten des philharmonischen Konzertes am 13. Februar. Herr Direktor Levi ist ein Sohn des ehrwürdigen Landrabbiners Levi in Gießen. — Seit kurzer Zeit ist am Kreslanrr Stadttheater eine junge Wienerin, Frl. Henriette Dima (Dimant), Schülerin der Frau Professor Niklas- Kempner engagirt. Frl. Dima, in Breslau im ersten Engagement, trat bisher als Agathe („Freischütz") und als Santuzza mit ausgesprochenem Erfolge auf. Am 2. Februar hatte sie als Margarethe (Faust) wieder einen vollen Erfolg zu verzeichnen. Die Breslauer Journale sind des Lobes über die junge Künstlerin voll. — Der Professor am Wiener Konservatorium Herr Theodor Momitz (Pianist), veranstaltete in London in Gemeinschaft mit seiner als Sängerin sehr geschätzten Gattin mehrere Konzerte, in welchen vornehmlich Kammermusik zur Aufführung gelangte. Die „Plowitz-Konzerte" erfreuten sich großer Beliebtheit und wetteiferte die Kritik in Anerkennung der hervorragenden künstlerischen Leistungen, welche das Ehepaar Plowitz dem Publikum geboten. — Herr Moritz Kosenthal hat bei seinem Auftreten im Museumsconzert in Frankfurt a. W. und in einem von ihm gegebenen Conzerte phänomenales Können auf dem Klaviere entfaltet und durch die unvergleichliche Höhe seiner Technik, welche mit pianistischen Schwierigkeiten ohne Mühsal fertig wird, gezeigt, daß er über Alles obsiegt, was man überhaupt einem Klavierspieler zumuten kann. Inhalt: Ziele der Reformbestrebungen innerhalb des Judentums. Vortrag, gehalten in der Generalversammlung des Mendelssohn-Vereins in Frankfurt a. M. am 9. Februar von Dr. Adolf Brüll. — Kleine Reden. Von Dr. Ad. Jellinek. — Die Judenplündernng in Franken v. I. 1699. Archivailische Studie von Dr. A. Eckstein in Bamberg. — Die Ausbreitung des Judentums von Dr. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz. (Schluß.). — Deutsch und Jüdisch von Rechtsanwalt Dr. Emil Lehniann. — Ein akademisches Vereinsfest. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Inserate. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Di°. Adolf Brüll; in Komission für den Buchhandel bei Franz Bensamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L Brönner's Druckerei (F. 28. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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