Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 8 (1.9.1891)
- Date
- 1891-09-01
- Page
- Seite 192 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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192 26 Jahre alt, zum Dozenten der Chirurgie und Anatomie ernannt. — Sir Laurenre Gliphant. der bekannte Philantrop, ist über Batum nach Konstantinopel gereist, um mit der türkischen Regierung über beit Ankauf großer Ländereien in Palästina jenseits des Jordans zu verhandeln, woselbst ansgewiesene russische Inden angesiedelt werden sollen. Sir Oliphant lebt schon seit mehreren Jahren in Palästina und ist auch bekannt durch sein 1884 erschienenes Buch „Mo Land of Gilead“, worin er sein gegenwärtiges Projekt mit großer Sachkenntnis behandelt. Auch mit der persischen Regierung steht Sir Oliphant in Unterhandlung. — In Lodz, der einzigen Gemeinde in Polen, in der in deutscher Sprache gepredigt wird, und in der eine Synagoge mit einem Aufwande von mehr als einer halben Million Rubel erbaut wurde, ist Herr Dr. Israel Ielski zum Rabbiner gewühlt worden. — In Uork starb der Erzbischof Herr Dr. Mager, der in Angelegenheit der russischen Jndenverfolgnng stets die Sache der Humanität vertrat. — In Kurs» hat sich Dank der besseren Einsicht unserer Diploinatie der Sturm gegen die Juden, der sich in der Osterzeit in Folge des Auftauchens des alten Blutmärchens erhob, wieder gelegt. Es ist behördlich festgestellt, daß das ermordete Mädchen eine Jüdin war — Am 9. Juni fand in Derlin unter Vorsitz des Herrn Jnstizrats Makower eine Bersanimlung statt, um über die Angelegenheit der Auswanderung der russischen Juden zu beraten. Es haben an den Verhandlungen auch Männer aus Oesterreich, Frankreich und England Teil genominen. — Der Bau der Eisenbahn Jaffa-Jerusalem schreitet rüstig vorwärts. Hunderte von Arbeitern sind bei demselben beschäftigt. Die Teilstrecke Jaffa-Ramleh wird wahrscheinlich am 1. Oktober eröffnet werden. — Man schreibt uns aus Berlin: Nachdem es dein geschäftsführenden Ausschuß des deutschen Central-Comitös für die russischen Juden gelungen ist, von ihm ressortirende Sichtilngs-Comilös an den Grenzstationen zu organisiren, hat das Kerlin-Eharlottenburger Lokal-Eomitö auf Veranlassung des geschäftsführenden Ausschusses des Deutschen Central-Comitüs beschlossen seine Thätigkeit am Dienstag den 23. Juni Abends einznstellen. Die Greuzevuiitls übernehmen nunmehr die gesaminte Weiterbeförderung nach geschehener Prüfung der persönlichen Verhältnisse eines jeden Auswanderers gemäß der mit dem Centralcomitö gemeinsam feftgestellten Normen. Um der einheitlich gewordenen Leitung die Mittel für die bevorstehenden großen Aufgaben zuzuführen, und um jede Zersplitterung zu vermeiden, welche ans das gesammte Hilfswerk nur schädlich wirken könnte, wird höflichst gebeten, alle für diesen wohlthätigen Zweck gütigst bestimniten Spenden ausschließlich an den Schatzmeister Herrn Generalkonsul Engen Landau, Wilhelmstraße 70b zu richten . Inhalt: Die israelitische Religionsschnle in ihrer geschichtlichen Entwickelung mit besonderer Berücksichtigung der nassauijchen Verhältnisse Vortrag gehalten am 7. Juni 1891 zu der zu Wiesbaden stattgefundenen Versammlung der israelitischen Religionslehrer Nassaus von Dr. M. Silberstein, Stadt- und Bezirksrabbiner in Wiesbaden.— Aus einem Berichte von G. H. Dalman in „Nathanael" über eine Konferenz von Israeliten und Christen in Chicago am 24. und 25. November 1890. — Zur Lage der Juden in Rußland. — Die Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen von Rabbiner Dr. S. Friedmann in Lublinitz. — Monatsschan. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für dcn Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Brei den st ein), sämtlich in Frankfurt am Main.