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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-07-01 · Heft 7 (1.7.1889) · p. Seite 166

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 7 (1.7.1889)
Date
1889-07-01
Page
Seite 166 (sequence 22)
Language
German
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166 nach, um sich dann bedeutend zu vergrößern. Im Jahre 1886 landeten in New-Iork 18000, im Jahre 1887 über 25000 und im verflossenen Jahre gegen 33000 Russen, unter ihnen höchstens 10^/« Christen, die übrigen waren lauter, Juden, zumeist aus Litihauen und Polen. — Herr Hofschauspieler Adolf Kitter v. Sonnenthal sollte gelegentlich eines Gastspieles in Riga, weil er Jude ist, polizeilich ausgewiesen werden. Seine Worte in Uriel „Ihr dürft mir fluchen, denn ich bin ein Jude" erhielten dadurch einen ganz besondere Färbung, in der sie große Begeisterung hervorriefen. — Die Bibliothek nach dem verstorbenen Gelehrten I. K Kampe in Minsk ist durch Herrn Friedland in St. Petersburg angekauft worden, der sie daselbst den Gelehrten zugänglich macht. — In der Januar- Nummer des „Woschod" befindet sich eine Arbeit über den König Saul Wahl von G. A. Serschadsky. — Die Richter des Kreises Aman (Rußland) habeil in einer Versammlung beschlossen, fortan keinen Inden mehr zur Rechtsanwaltschaft zuzulassen. — Herr Kollegien-Assessor Dillon, Richter am Kreisgerichte zu Kasan, ein Jude, hat den Titel „Staatsrat" erhalten. — In Warschau starb Herr Dr. David Kosenthal, der Chefarzt des Hospitals der israelitischen Gemeinde. Ferner wird berichtet von dem Tode des Herrn Gustav Levita, Professor des Gesanges am Conservatorium in Warschau. Er hat erst jüngst in Paris große Erfolge gehabt und starb daselbst. An seinem Sarge sprach Herr Großrabbiner Zador- Kahn. - In Poloch starb Herr Z. H. Hindin im Alter von 105 Jahren. Er war während seines Lebens nie krank und wegen seiner Stärke sprichwörtlich. Er las sein Leben lang eifrig in den Psalmen. — In Kiew wurde durch die Polizei ein Jude Namens Meir Dimenlstein, 106 Jahre alt, weil ihm die nötigen Schriften fehlten, die ihn zum Aufenthalte daselbst berechtigten, festgenommen. — Fürst Mestscherski, der Redacteur des „Grashdanin", schreibt über die Juden, die er als Feinde des Russischen Volkes bezeichnet: Er vergießt kein Blut, sondern saugt es aus; er führt unsere Landsleute nicht in fremde Länder fort, um sie dort als Sklaven zu verkaufen, sondern unterjocht und knechtet sie in ihrer eigenen Heimat, auf ihrem eigenen Grund und Boden. Und was für eine Unterjochung! eine Körper und Seele vernichtende! Unsere Städte und Dörfer werden jetzt nicht, wie zur Zeit der Tartaren-Einwanderung, den Flammen, der Vernichtung preisgegeben, sondern satten dem Feinde als sein Eigentum anheim. Der Kaukasus, das südliche Rußland, ja alle Provinzen unseres großen Vaterlandes weinen und jammern, ihren Reichtum in den Händen einheimischer und eingewanderter Juden zu sehen, ohne ihnen den Raub wieder entreißen zu können. Auch das innere Rußland ist von diesen ungebetenen Gästen nicht verschont geblieben. Alle Ausnahmegesetze erweisen sich zwecklos gegen die von den Juden angewendeten Mittel, Rußland in Palästina zu verwandeln. Sie taufen sich, S'en sich als Professionisten, als Geschäfts-Gehilfen, als Gelehrte aus, aber es nur zum Schein, Alles, um uns den letzten Bissen Brod fortzunehmen". — Der Zar gestattete den Juden der persischen Provinz Ehoraffan, die noch vom Schah Muhamed gezwungen wurden, insgesamt zum Islam überzutreten, nach Merw auszuwandern und dort wieder zum Glauben ihrer Väter zurückzukehren. — Herr Dr. Eylkow, Prediger an der jüdischen Reformgemeinde in Warschau, hat die Bibel ins Polnische übersetzt. — Die Zahl der jüdischen Einwohner im Bezirke Korona betrug im Jahre 1887, 296 4M. Geboren wurden in diesem Jahre 6370 und es starben 3470 Juden. Gesetzliche Ehen wurden 1310 geschlossen. — In Grab in Rußland hat ein Herr Lewin ein Modell des Salomonischen Tempels angefertigt. Der Direktor des Museums in Wilna hat

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