Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1889)
- Date
- 1889-06-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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132 feit gehoben, hat ihr ein neues Gotteshaus, Orgel, gemischten Chor, zeitgemäßen Gottesdienst verschafft und ist ihr in der langen, ein Durchschnitts-Menschheitsalter überragenden Amtszeit ein nach allen Seiten gewissenhaft thätiger und treuer Seelsorger gewesen, der sich auch die Achtung außenstehender Kreise in reichstem Maße verdient hat. Es begleiteteu ihn daher bei seinem Scheiden das ungeteilte Dankgefühl und die Segenswünsche seiner Gemeindeglieder, wie der zahlreichen ihn verehrenden Schüler. Ein gutes Andenken hat sich Blumenau auch durch seine Teilnahme an den Angelegenheiten der Stadt Bielefeld erworben, wie er stets gern allen Vorgängen und gemeinnützigen Bestrebungen seine Mitwirkung gewährte. Blumenau war wohl schon, ehe er seine hiesige Stellung antrat, Präsident der rheinisch-westfälischen Lehrerversammlung und Leiter der Lehrerwittwenkasse. Auch für den D. I. Gemeindebllnd war er stets fördernd thätig. In allen diesen Aemtern war bis heute seine Wirksamkeit segensvoll. Ein „historisches Gemälde" seiner Wirksamkeit zu geben will sich Blumenau für eine ruhigere Stunde aufbewahren. Möge sein Wirken und Streben die Lehrer Israels zur Nachahmung und Nacheiferung erwecken! Sein Nachfolger, Herr Koblenz, früher in Siegen, hat die Stellung mit dem 1. Mai angetreten. Wir lassen hier ein zur Abschiedsfeier des Herrn Lehrer S. Blumenau beim Verlassen seines Amtes am 4. Mai 1889 von Herrn N. Heine verfaßtes Gedicht folgen: Zu einer tief bedeutungsvollen Feier Vereinigt heute festlich sich die Schaar; Zu feiern ihn, der ihrem Herzen theuer, Ein treuer Führer der Gemeinde war. Und aller Herzen innige Erregung, Zeugt von des Innern tiefer Dankbewegung. Doch mit des Dankes tiefgefühltem Beben Verbindet sich der Trennung trüber Schmerz; Es war ein Teil von jedes Einz'len Leben, Verbunden eng mit Aller Freud' und Schmerz. Vom treuen Lehrer, der vom Amte scheidet, Spricht stumm der Blick, daß jeder um ihn leidet! Wie auf der Menschheit heil'gem Hochaltäre, Ein Funke oft zur Flamme sich entfacht, So stand er fest für's Gute und für's Wahre, Und hielt getreu des Hochgedankens Wacht! Sein Herz war stets der Lieb' und Güte offen, Bei ihm könnt Jeder Trost und Hülfe hoffen! Wohl mancher steht in unsrer heut'gen Mitte, Der ihm verdankt des Lebens schönstes Glück; Deß Herz er früh gelehrt durch fromme Sitte, Und ihm zum Segen wandte das Geschick! Zu ihm empor sah man zum Ideale, Und Leben strahlt' aus seiner Augen Strahle. Wohl ist er schwer der Kamyf für's Gute, Echte, Doch stand er fest und stark in der Gefahr,