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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-02-01 · Heft 2 (1.2.1888) · p. Seite 48

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 2 (1.2.1888)
Date
1888-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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in der Synagoge zn verkaufen. Wir wären sehr begierig, den Namen dieses Rabbiners zu erfahren. — Herr Canonicus Äsaac Tayler hat in einer Conferenz der anglicanischen Kirche initgeteilt, daß die Missionsgesellschaft in Palästina, Arabien, Persien und Aegypten im letzten Jahre eine halbe Million verausgabt habe, mit dem Erfolge ein einziges Mädchen bekehrt zu haben, welches man fast als eine Idiotin bezeichnen kann. — JnFondon macht sich ein rühmliches centrales Streben in der jüdischen Gemeinde bemerkbar; die verschiedenen reilgiösen Vereine daselbst bilden von jetzt ab eine Gesammtheit. Lord Rothschild hat den Vorsitz übernonimen. Es werden dadurch Mißstände behoben werden, die geeignet waren, das Judentum in den Angen Anderer herabzusetzen. — Weferale. Der ägyptische Joseph im Drama des 16. Jahrhunderts, von Alexander v. Weilen, Wien t887. Alfred Holder. Preis 4 Mark. Biblische Stoffe sind schon frühzeitig zum Schmuck der Kirchenfeste dramatisch behandelt worden. Hierbei beschränkte man sich allerdings darauf, die Erzählung in Handlung umzusetzen; von irgend welcher dramatischen oder scenischen Kunst ist dabei natürlich keine Rede. Den Verfassern ist es nur um den Zweck zu thun, nicht um die Ehre; daher benutzen sie ohne Bedenken und ohne Quellenangabe alles, was ihnen an Vorgängern oder in erzählenden Gedichten gefällt. Unter den alttestamentlichen Stoffen ist schon seit dein 13. Jahrhundert am beliebtesten Joseph, der Sohn des Patriarchen Jakob. Nun ist man im 16. Jahrhundert über das dialogisirte Drama bereits hinaus; man verlangt nachgerade einen Mittelpunkt; und so finden wir bei den meisten Bearbeitern des Joseph-Stoffes die Liebesleidenschaft der Frau des Potiphar in den Vordergrund gestellt. Bald ist sie eine berechnende Sophistin, bald eine Kokette, bald ein wahrhaft liebendes Weib. Joseph wird übrigens oft auf Christus ausgedeutet, während unter der Frau die Welt zu verstehen ist. Wer und woher die Bearbeiter sind, wie sie abhängig oder unabhängig von Vorgängern mehr oder minder geschickt ihren Stoff behandelt ltiib durch Einführung von in der Bibel nicht genannten Personen erweitert und die Lücken der biblischen Darstellung ausgefüllt haben, das muß in dem überaus lehrreichen Buche selbst nachgelesen werden. Es geht bis zum Jahre 1625, wirft aber schließlich noch einen Blick auf die Wandlungen und Behandlungen dieses Stoffes bis in die Neuzeit hinein. Der gelehrte Verfasser wendet sich mit seiner fleißigen Arbeit zunächst an die Freunde der vergleichenden Litteraturgeschichte; wir empfehlen sie aber auch besonders denen, welche beit Einfluß der Bibel auf die abendländische Litteratur und Kunst verfolgen mögen; auch ihnen wird sie eine Fülle von Anregung und Belehrung bringen._K._ In halt: Formder Prophetie.'Bon^IlriTL.Grünebälim in Landaui - Flaviuz Jvstpyus nud die heilige Schrift. Bon Or. Bogelstein in Stettin. —• Der Verein jüdischer Geistlicher in Amerika. Von Adersbach., in New-Pork. — Was hat das Christentum den Inden zu verdanken? — Jüdisch-Östliches. — Geistiges Leben unter den Juden in Rumänien. Mitgeteilt von M. Braunstein. II. — Monatsschau. — Referate. -- Beilage. Veramwvrtlicher Redakteur nud Herausgeber l)r. Adolf Brüll; in Kommission sür den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei IF. W. Brcidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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