Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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stattfindenden vierzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers Fran> Zoses von Oesterreich will Herr A. D. Zupnik, der Redakteur der Drohobyczer Zeitung, ein Franz-Josefs-Album herausgeben, das einen hebräischen und deutschen Teil enthaltend, Prosa, Gedichte und Anekdoten aus bent Leben des für die Juden so hochverdienten Monarchen in sich fassen soll. Baldige Beiträge an den Redakteur sind erwünscht. — Prim Dari Ludwig hat beim Besuche der Landesausstellung in Krakau die rege Beteiligung der Juden an derselben sehr anerkennend hervorgehoben. — Herr Dr. L. llmib in Komorn hat einen Universalkalender angefertigt für die Julianische, Gregorianische, Jüdische, jüdisch Gregorianische und jüdisch Julianische Zeitrechnung. Dieses Buch, eine Frucht zwanzigjähriger Arbeit eines Juden, wird vom Fürstprimas dem Papste anläßlich seines Jubiläums überreicht werden. — Die „Hamburger Chronik" brachte jüngst einen großen Aufsatz in Fortsetzungen, überschrieben „Die Lehre des Talmuds in Moral und Sitte". Diese Artikel, schreibt die „Oesterreichische Wochenschrift", sind ein merkwürdiges Anzeichen für die ganz unglaubliche finstere Unwissenheit, in welche die Hetzkapläne gesunken sind. — Bischof Dominik von S;as; aus Klausenburg sagte bei seinem Aufenthalte in Bistrik, anläßlich einer Kircheneinweihung, zur jüdischen Deputation unter Führung des Herrn Rabbiners Dr. Horowih unter Anderem: „Und sind wir heute in religiöser Beziehung auch anderen Sinnes, in der gegenseitigen Liebe und Zuvorkommenheit darf kein Unterschied obwalten." — In Christianoprl wurden bei Gelegenheit eines nur alle hundert Jahre wiederkehrenden Kirchenfestes, bei welchem 33 Geistliche fungierten, Predigten voll Wohlwollens gegen die Inden gehalten. Es wurde besonders hervorgehoben, daß das Christentum dem Judentum gegenüber zur Hochachtung verpflichtet sei. Man kann mit Freude konstatieren, daß in geistlichen Kreisen sich der Gedanke immer mehr Bahn bricht, daß das Christentum sich selbst schädige, wenn es das Judentum, seine Quelle, trübe. — Die von Herrn Oberrabbiner Dr. M. Lowg in Temesvar am Schlußfeste 5648 gehaltene Predigt ist auf vielfaches Verlangen vom Präsidium der Temesvarer israelitischen Religionsgemeinde unter dem Titel „Koheleth redivivus" herausgegeben worden. Es sind treffliche Worte, die es verdienten, weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden. — Der Verein zur Unterstiitzung mittelloser israelitischer Studierenden in Wien versendet den sechsundzwanzigsten Jahresbericht. Der Verein zählt 132 Mitglieder mit 1449 fl. Jahresbeiträgen. 243 Gesuche von Studierenden mußten unberücksichtigt bleiben. Ein Beweis, wie nötig es wäre, daß die Zahl der Mitglieder sich mindestens verdoppelte, damit die armen Studierenden in den Jahren der Not in Wien Stütze und Hülfe finden. — Der Verfasser des Textbuches zu Mozarts „Don Juan", Loren;o da Ponte, war, wie Herr Prof. Hanslik mitteilt, ein Jude, Sohn eines jüdischen Handelsmannes in Ceneda, einem Städtchen in der venetianischen Republik. Er schrieb auch das Libretto zur „Hochzeit des Figaro" und zu der Oper „Oosl fan tutte“. Früher Theaterpoet in Wien, starb derselbe am 17. August 1838 in New-Aork. Lorenzo da Ponte, der diesen Namen durch einen katholischen Bischof bei der Taufe erhielt, hieß früher Cmanuele Conegliano. — Der Unterrichtsminister von Frankreich hat Herrn Zules Oppert zum Delegierten des Landes für den litterarischartistischen Kongreß in Madrid bestimmt. — Von Herrn Dr. Schwab in Paris ist wieder ein Band der Uebersetzuug des Jerusalemischen Talmuds erschienen. Noch ein Band und das Werk ist vollendet. — Herr Mentrru-r, Advokat in Paris, hielt jüngst im Verein zur Förderung jüdischer Studien einen Vortrag 2*