Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1887)
- Date
- 1887-07-01
- Page
- Seite 168 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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168 Jerusalem zählt gegemvärtig an 65,OM Einwoher, darunter 20,OM Juden. — Herr Ken Zion, ein Bildhauer in Jerusalem, der auch an der dortigen Schule der israelitischen Alliance Unterricht erteilt, hat für die Pariser Ausstellung eine Arbeit vollendet „David spielt die Harfe vor Saul", welche von Sachverständigen sehr geriihmt wird. Weftrate und Mitteilungen. Es ist uns zugegangen: Gedenkrede auf Herrn Joseph Mitter von Wertheimer am 25. März im israelitischen Bethause der inneren Stadt Wien gehalten von Dr. Ad. Zellinek. Anknüpfend an den 92. Psalm schilderte der Redner in meisterhafter Weise das Leben und Wirken des Heimgegangenen, der, wie er nach außen verlangte, daß die Rechtsschranken zwischen Israel und den Völkern fallen sollten, auch von seinen Glaubensbrüdern forderte, daß sie sich selbst befreien mögen von den entstellenden Folgen des Druckes, um so durch Selbsterkenntnis an ihrer Selbstmancipation zu arbeiten. Er war, wie Redner hervorhob, ein Gegner, ein entschiedener Gegner der konfessionellen Schule, welche die Heranwachsende jüdische Jugend von dem Verkehre mit der nichtjüdischen absperrend, ein neues Judenghetto im Mittelpunkte Oesterreichs schaffen möchte. Jellinek schloß seine Rede mit den Worten die der Verstorbene selbst für seine Grabschrift niederschrieb: „Er war ein Mensch, das heißt ein Kämpfer sein, War's für Menschenrecht und Menschenwohl." — Es ist uns ferner zugegangen: „Fest-Predigt zum neunzigsten Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm I. von Dr. M. Aschlrana;e, Rabbiner der Gemeinde Miedersept in Ober-Elsaß, gehalten in der Synagoge daselbst am Samstag den 19. März 1887". Diese Rede hat ihre besondere Bedeutung durch den Ort, in welchein sie gehalten wurde, denn der Bezirk, in dem die Synagoge steht, grenzt dicht an Frankreich. Ausgehend von einer passenden Midraschstelle (Gen. r. c. 59) vergleicht Redner in einer gehaltvollen Predigt den erhabenen Monarchen mit Abraham, Josua und David, bei welchen die Schrift hervorhebt, „sie sind alt geworden und sind gekommen mit Tagen" und ermahnt am Ende zum Frieden. Ein Gebet schließt die Rede, deren Reinertrag zum Besten der Abgebrannten in Dagsburg bestimmt ist. Wir wollen hier einer Mitteilung ans Mannheim folgend erwähnen, daß die aus demselben Anlasse daselbst gehaltene Rede des Herrn Stadtrabbiner Dr. Steckelmacher (S. 141) auf Veranlassung des Synagogenrates und auf dessen Kosten im Drucke erschien. Inhalt: Die jüdische Kanzelberedsamkeit im achtzehnten Jahrhundert. Vortrag, gehalten in dem Saale der Gesellschaft der Freunde in Berlin am 31. Januar 188 J von Dr. Joel Müller, Docent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. — Tamus Neumond. — Erzherzog Karl von Oesterreich in der Schweiz im Jahre 1797. Nach Notizen aus dessen Tagebuch und nach Aufzeichnungen in Handschriften. - Die Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen. Bon Rabbiner Dr. S. Friedmann in Lublinitz. — Die sociale Frage im Judentum. Von Di*. Adolf Kurrein, Rabbiner und Prediger in Bielitz. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage.__ Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. B reiben st ein), sämtlich in Frankfurt am Main.