Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1887)
- Date
- 1887-05-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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verschiedene Gerüchte. — Herr Prof. Dr. Julius füllte in Budapest, eine hervorragende Kapazität auf dem Gebiete der Ohrenheilkunde, ward anläßlich seiner fünfundzwanzigjährigen Wirksamkeit von seinen Schülern und Freunden durch eine Feier ausgezeichnet. — Am 11. Februar wurde iu Prag Herr Dr. Kitter v. Wiener zu Grabe getragen. - In Damboritzstarb Frau Janm) Jellinelt, welche ein Alter von 103 Jahren erreicht hat. — In Budapest wurde Herr Armin Schwär; in Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste als Ingenieur in den Adelstand mit dem Prädikate de JCimomjt erhoben. — Am 16. Februar hielt Herr Kreisrabbiner Dr. Friedman» in Tesche» im dortigen Pädagogischen Verein einen Vortrag über „das Mutterherz." Am selben Tage sprach Herr Rabbiner Dr. Kurrein zu Gunsten des isr. Handwerker-Vereins in Kielih daselbst über „Arbeiter und Arbeit im Judentum." — In der Gegend umPe-jprim haben die Juden in letzter Zeit viel vom antisemitischen Pöbel zu leiden gehabt. — Die Pester israelitische Kultusgemeinde hielt am 27. Februar 1887 unter Vorsitz Moritz Mahrmann's ihre ordentliche Jahresversammlung ab. Dem zur Verlesung gelangten Jahresberichte entnehmen wir die folgenden Daten: Die Gemeinde hat sich die Entwickelung des Unterrichtsweseus angelegen sein lassen. Eine besondere Fürsorge widmet sie deni Religionsunterricht, den sie an allen Schulen einheitlich zu gestalten bemüht ist. Die Knabenschule in der Pfeifergasse war von 556, die Mädchenschule von 445 Zöglingen besucht. In beiden Schulen wurden 2065 Schulbücher unentgeltlich verteilt. Die Spitalskommission berichtet über den Stand der Spitalsaugelegenheit. Das neu zu errichtende Spital soll für 120 Kranke Raunt haben. Für den Plan des neuen Spitals wird ein öffentlicher Konkurs ausgeschrieben. Im israelitischen Spital wurden im abgelaufenen Jahre 9675 Patienten gepflegt; für die Spitalsbedürfnisse wurden 19,191 fl. ausgegeben. Im israel. Knabenwaisenhause befinden sich gegenwärtig 81 Zöglinge, im Landes-Tanbstummeniilstitute 88. Das Vermögen des Pensionsinstituts betrug Ende 1886, 99,865 fl. 43 kr. Das Vermögen der Gemeinde hat im Jahre 1886 um 10,221 fl., die Stiftungen und Fonds um 9772 fl. zugenommen; auf die Tilgungen der Passiven und die Refundierung der Fonds wurden 22,601 fl. verwendet. Rach dem statistischen Ausweise des Matrikelamts wurden im Jahre 1886, 2064 legitime, 285 illegitime Kinder geboren, um 83 mehr als im Vorjahre; gestorben sind 1879 Personen (gegen 1507 im Vorjahre), Trauungen fanden 536 statt. Fiir's laufende Jahr werden die Einnahmen mit 220,034 fl., der Bedarf mit 235,256 fl. präliminiert. — Der Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Israeliten in Wien zählt 608 Zöglinge. Derselbe besteht jetzt 47 Jahre. — Zur Synagogen-Szene in lltiel Acosta hat Herr Oberkantor Inster in Wie» einige Piecen komponiert, die bei der jüngsten Aufführung daselbst eingelegt, großen Effekt machten. — Aus Prag schreibt man uns: Der neue isr. Tempel, in welchem Jugendgottesdienste gehalten werden, ist von der zuströmenden Jugend (Mädchen und Jünglinge» in allen Räumen überfüllt und lassen nunmehr Haltung, Anstand unb Andacht nichts zu wünschen übrig. Leider giebt es eine kleine Gegnerschaft, Finsterlinge, welche unter der Maske, echte Juden zu sein, es nicht verschmähen, an öffentlichen Orten gegen diese Einrichtung Stellung zu nehmen, um so der guten Sache zu schaden. Mögen diese Verblendeten zur Erkenntnis gelangen, daß ein geregelter, würdiger Gottesdienst üach Außen Achtung gebietet und vor Judifferentismus (das große Unglück unserer Zeit) schützt. Mögen diese Herren erleuchtet werden und ihr Bestreben dahin richten, daß diese gottgefällige Einführung in allen sowohl hier als auf dem Lande bestehenden