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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1887-04-01 · Heft 4 (1.4.1887) · p. Seite 91

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
7 (1887)
Issue
Heft 4 (1.4.1887)
Date
1887-04-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
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— 91 — Lehrbuch der Geschichte der Juden für das Obergymnasium ein Preis von 4000 Mk. und als Ehrengaben für je drei der nächst besten Arbeiten und zwar: a) für das Lehrbuch der Geschichte der Juden für das Obergymnasium je 600 Mk-; b) für das Lehrbuch der Religionslehre je 400 Mk. festgesetzt. Diejenigen Autoren, welche um die ausgeschriebenen Preise zu konkurrieren beabsichtigen, werden ersucht das Religionsbuch bis längstens l.. März 1888 Mittags 12 Uhr und das Geschichtswerk bis längstens 31. Dezember 1888 Mittags 12 Uhr ins Sekretariat der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (I. Seitenstettengasse 4) einzusenden. Die Preisarbeiten dürfen den Namen des Autors nicht enthalten und müssen mit einem Motto versehen sein, welches sich auf dem versiegelten Couvert befindet, das auf einem besonderen Zettel, Namen, Charakter und Adresse des Autors enthält. Die Preisarbeiten können deutsch, französisch, englisch oder italienisch verfaßt, müssen paginirt und deutlich geschrieben sein. Bei den nicht in deutscher Sprache abgefaßten Preisarbeiten hat der Autor eine korrekte druckreife Uebersetzung, die allein den Preisrichtern als Unterlage dienen soll, selbst mit zu überreichen. Die Zuerkennung der Preise erfolgt für das Religionsbuch längstens bis 1. Juli 1888 und für das Geschichtsbuch bis längstens 1. Juni 1889 auf Grund des Ausspruches einer aus anerkannten Fachmännern diesbezüglich bestehenden internationalen Jury. — Aus Budapest schreibt uns Herr Julius Weißbürg: Einen neuen Tag kann nunmehr die hiesige Landesrabbinerschule in die Zahl ihrer bisherigen Freudentage einreihen. Es ist dieser der 17. Februar, an welchem die Herren Dr. Jul. Tischer, Dr. Em. Her;og und Or. Martin Schreiner nach gut überstandeuen Prüfungen als würdig ein Rabbinat zu bekleiden aus dem Institute entlassen wurden. Diese Begebenheit gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Die Einleitung bildete das Absingen eines Psalmes, worauf Herr Or. Fischer eine Studie über R. Akiba b. Josef las, in welcher er sein Wirken als Talmudlehrer und Teilnehmer am Bar-Chochba-Aufstande beleuchtete, und an sein Leben anknüpfend, drückte er, nach Beendigung der Vorlesung, in rührenden Worten seinen und seiner Kollegen Dank gegen ihre Professoren aus, die ihre Kenntnisse ihnen nicht entzogen und durch zehn Jahre mit Rat und Wohlwollen ihnen an die Hand gegangen. Hierauf ergriff Herr Rabbiner Hochmuth aus Uesrprim das Wort, um als alter erfahrener Kollege den erst jetzt ins Leben Hinaustretenden Ratschläge zu erteilen, wie sie sich als Lehrer des Volkes verhalten sollen, damit ihr Wirken ein segensreiches sei. Es folgte dann die Uebergabe der in hebräischer und ungarischer Sprache abgefaßten Diplome in Begleitung einer seitens des Leiters des Instituts, Herr Rabbiner Bloch, gehaltenen hebräischen Ansprache, in welcher Herr Bloch den Kandidaten die herkömmlichen Worte der Ordinirung zurief und ihnen für ihre schwere Aufgabe den Segen erteilte. Mit dem Verhallen der letzten dieser feierlichen Worte erklangen die Töne der National-Hymne, unter welchen sich auch die Anwesenden zerstreuten. Zu verzeichnen ist nur noch, daß der Feier ein großer Teil der für jüdische Angelegenheiten sich interessirenden Intelligenz beiwohnte und daß diese seit dem Bestehen des Institutes die dritte derartige war, bei welchen Gelegenheiten sieben Zöglinge Gottes Wort zu lehren ausgesandt wurden. — Aus Battonya schreibt uns Herr Oberlehrer Ignatz Spitzer: Die fremden Kulte in Serbien, insbesondere der katholische und der israelitische, sollen endlich eine ordnungsmäßige Organisation erhalten. Der serbische Kultusminister will — nach Bericht eines meiner Freunde, des isr. Kultnsbeamten R. St. in Belgrad — diesen vernachlässigten Angelegenheiten seine volle Aufmerksanikeit zuwenden und sind 8*

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