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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1885-12-01 · Heft 12 (1.12.1885) · p. Seite 287

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
5 (1885)
Issue
Heft 12 (1.12.1885)
Date
1885-12-01
Page
Seite 287 (sequence 23)
Language
German
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287 schöpfender Ausführlichkeit nachweist, nur als eine spätere, noch durch nachträgliche Einschaltungen bereicherte Compilation anzusehen, die dem Umstande, daß sie, zahlreiche Bestandteile des alten Tauchumamidrasch enthält, ihren Namen verdankt, so wird uns hier dieser selbst in authentischer Echtheit und unverkürzter Fassung dargeboten. Dieser glückliche Fund ist neben feinem reellen Werte, der nicht genug hoch anzuschlagen ist, von großer Bedeutung für die noch auf recht unsicherem Boden sich bewegende Midraschforschung. So hat es sich bereits bis zur Evidenz herausgestellt, daß der oft zitirte Jelamdenu-Midrasch, von welchem nur vereinzelte Bruchstücke bekannt sind, mit dem Tauchuma nicht identisch ist, daß die in den Jalkut aufgenommenen Stiicke, als deren Quelle „Tauchuma" angegeben wird, dem echten Midrasch dieses Namens angehören und viele hagadische Erklärungen im Pentateuchkommentar Raschi's, deren Ursprung nicht ermittelt werden konnte, aus dem Tauchuma stammen. Umfassende und vollständige Belehrung über diese Punkte wie über die litterarischen Beziehungen des Tauchuma überhaupt erhalten wir in der groß angelegten mit reichen Nachweisen nach jeder Richtung hin versehenen Einleitung des Herausgebers, die dem Werke als erster Band vorangeht. Dieses selbst ist von einem fortlaufenden, gehaltreichen Kommentare begleitet, in welchem die verschiedenen Textesfassungen der handschriftlichen Vorlagen und der Parallelen in den Talmuden und Midraschim in Betracht genommen und die einzelnen Stellen, so weit es nötig ist, erklärt werden. Es verdient auch besonders hervorgehoben zu werden, daß wir in dem echten Tauchuma auch das einzige aus einer Hand hervorgegangene, von einem Geiste getragene nicht mit verschiedenen Zusätzen vermischte Midraschwerk zum ganzen Pentateuch besitzen. In der übrigen haggadischen Litteratur sind^ahlreiche Spuren der Benutzung desselben vorhanden. Zweites Targum pii» Buche Esther, im varalisirten Urtext mit sachlichen und sprachlichen Erläuterungen, herausgegeben von vr. Paulus Cassel, Leipzig und Berlin. Friedrich. 1885. Dem bereits früher erschienenen, ausführlichen und mannigfache neue Aufklärung darbietenden Kommentare zunr Buche Esther, der auch eine deutsche Uebersetzung des sogenannten „zweiten Esther-Targum", einer mit preziösen legendarischen Erzählungen ausgeschmückten aramäischen Paraphrase des Buches Esther, enthält, läßt der Verfasser in vorliegender Schrift eine neue Textesausgabe der letzteren folgen, der die alte Amsterdamer Edition zu Grunde gelegt ist. Von besonderem Werte sind die gediegenen Bemerkungen historischen und philologischen Inhalts, die zu einzelnen erklärungsbedürftigen Stellen dieses merkwürdigen Büchleins gegeben werden. Aus dem reichen Schatze seiner Gelehrsamkeit auf dem Gebiete der Ethnographie, der Sagenkunde und Kulturgeschichte, erschließt uns der Verfasser recht interessante Analogien und Ergänzungen zu den, Inhalte desselben. Bekanntlich begegnen wir hier auch manchen eigenartigen Namen von Ländern und Personen und seltsam gestalteten Wörtern, deren Bedeutung nicht leicht zu erkennen ist. Dem Scharfsinne des Verfasser's ist es gelungen, durch einleuchtende Berichtigungen auch hierin Klarheit zu schaffen und die in verdunkelten historischen Traditionen wurzelnden Angaben des Paraphrasten verständlich zu machen. Wir wollen übrigens damit nicht gesagt haben, daß die sämmtlichen vom Verfasser aufgestellten Konjekturen so völlig stichhaltig >vären; manche derselben sind ganz geistvoll aber nichts destoweniger unwahrscheinlich. So fällt

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