Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2969091-2969092-2969094--303-2969407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
286 Daß Raschi nicht tolerant hat seyn können, ist klnr; weder die edle, der Menschen Jrrthum schonend ertragende Weisheit, noch die unedle finnliche Indolenz, darf ihm zugeschrieben werden. Für jene war er zu sehr Rabbine, zu sehr Sohn de6 eilften Saculums; geg en diese schützte ihn Religiosität und Eifer für Juden! hum- Man vergesse nicht, daß er, wie seine Glaubensgenossen, in Unterdrückung lebte, und daß er Zeuge des ersten Kreuzzuges war. Mag er daher auch von getauften Juden, Zinsen zu nehmen verboten haben, so legt dies nur seinen Eifer für die Seinen dar,— und es ist außerdem erweislich, daß er, heimlichen Juden hold, ein theologischer und politischer Gegner der christlichen Völker seiner Zeit gewesen ist ^). Er kannte weder das Persische noch das Arabisä)^. Wo er vermittelst dieser Sprachen commentirt, schreibt er talmudischen oder sonstigen Schriften (;. B. des Donasch, Moses aus Narbonne u. A.) nach, und hat dessen auch nirgend Hehl"). Auch griechisch verstand er nicht, wie überhaupt zu damahliger Zeit Niemand, sogar italjanische und spanische Juden selten. Maimonides z. B. erklart (Commentar zu Sanhedrin 6ax. X, Vorrede) , V1"N^255 9) s. Mvrdechai 5. 55 c. und David ben Simra RGA. (eä. ^ivorno 1652) N. 12; Moses Zürich bei Joseph Kolon (RGA- Kremona 1557 k. 62 6); Rafchi M 5 Mos. 28, 64, zu Ies. 27, 11, so wie zu vielen Stellen im T'r. ^doäasai-a. Vgl. äs kossi ^.nnal. p. 33, und unten Seite 356 Anm. 83. 10) Siehe Raschi zu 2 Mos. 28, 28; 5 Mos. 21, 14; 1 Sam. 14, 27. 19, 24; Lerac-Kotli f. 56, b.- Vl.'-» 5. 33 d; Lsks ksckra t. 25 s, LsnUväriu 5. 82 k; kkua 5.86-^i?s. 60. 4- 68, 17.