Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 2 (1822)
- Date
- 1822-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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272 Sieg des Stilicho längst hatten vergessen lassen, auch diese Angelegenheit eine. Veränderung erleiden. Zur Geschichte der folgenden Gesetzgebung/ rücksichtlich der Patriarchensteuer, muß aber zweierlei bemerkt werden» Das eine betrifft die Veränderungen, die die römische, das andere die/ welche die jüdische Welt in den nächsten 25 Jahren erlitten hatte. Im Westen war Italien durch die unchristlichen Horden des Radagaisus, und durch die christlichen, aber nicht minder rohen Gothen des Manch, dem der enthauptete Stilicho nicht mehr die Spitze bieten konnte, bis zum Erfchöpftseyn verwüstet worden, und als diese endlich nach Roms Plünderung und Alarichs Tod Italien geräumt hatten, endete Honorius seine schimpfliche 28jahrige Regierung, mit dem gänzlichen Verluste Hispaniens, Galliens, und Britanniens. Die Wittwe des Athaulphus und Constantius, Placidia, welche als Vormündern: des Kindes Valentinian folgte, war nicht fähig, stand ihr auch Aetius zur Seite, das Sinken des Reiches aufzuhalten. Durch Bonifatius Abfall wurde auch Africa von dem Vandalen Genserich dem römischen Scepter entwunden/ und das seiner Afche entstiegene Carthago kehrte zu derselben zurück. Im Osten herrschte der jüngere Theodosius, ein Spielball seiner Eunuchen und seiner Schwester Pulcheria. Fehlte es dem Kaiser an Kraft des Geistes und an Streitern, wie bald die schimpfliche Verhandlung mit Attila bewies, so fehlte es noch mehr an Geld, weil man statt ehrenvollen Kampfes, fchmahligen Tribut bot, und weil, was das drohende Schwerst der Barbaren übrig ließ, der Geiz der Verschnittenen verschlang. Vom Westen war in dieser Hinsicht keine Hülfe zu erwarten, denn