Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 121)
- Language
- German
- Belongs to
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109 nung geschieht. Wer ihr späteres Treiben in England beachtet, und das Gewerbe zu dem sie verdammt schienen, wird hierin schon eine nicht geringe Bestätigung meiner Behauptung finden. Sie scheinen vor der Eroberung Landbau getrieben zu haben, denn aus der obigen Bestätigur.gsacte des Königs Witglaff von Mercia geht hervor, daß sie um das Jahr 833 Landbesitz in England hatten, da sie, wahrscheinlich durch Verkauf, Landereien den Mönchen von Croyland über, ließen. Fragt man aber nun weiter von welcher Seite die Juden nach England eingewandert sind, so kann ich keinen Augenblick anstehen zu behaupten, daß sie durchaus von Frankreich her gekommen senn müssen. Mit den Anglen, Sachsen, Jüten und Dänen, die bis zur Eroberung England heimsuchten und bevölkerten, können sie nicht gelandet seyn, denn unter diesen unchristlichen Barbaren haben die Juden niemals gehaust. Nur da sind sie in jener frühen Zeit in Europa zu finden, wo bereits die Römer ihre siegenden Paniere aufgepflanzt hatten. Darum ist es wahrscheinlich, daß einzelne Juden bei dem bestandigen Verkehr der Angelsachsen und Franken, bei den nicht seltenen Heirathen zwischen sächsischen Fürsten und Fürstinnen aus dem Hause des Ctodwig, die Gelegenheit wahrnahmen, nach England mit herüberzuschiffen, sich dort anzusiedeln, und in bestandiger Verbindung mit den Juden in Frankreich und der Normandie bleibend, nach der Eroberung, das Einwandern einer bei weitem größeren Anzahl zu bewirken. Hier ist nun der Ort einen wichtigen Punkt zu erörtern. Basnage meldet in seiner Geschichte der