Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 1822-1823
- Issue
- 1 (1823)
- Date
- 1823-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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71 sich das Streben nach Erweiterung der Kenntnisse kund thut! Diese Aufregung hat nie Prunk und Glanz/ sondern die Befriedigung eines Bedürfnisses zum Zweck, ohne welche das Leben hienieden für ein denkendes Wesen keinen Reiz hat. — Man will sich ein System zu eignem Gebrauch und Anwendung erbauen, das zur Richtschnur im öffentlichen und bürgerlichen Leben dienen soll. — Und dazu, mein lernbegieriger Freund, ist für einen erwachenden Jüngling unter uns Juden das Studium der heil. Schrift eine unerschöpfliche Fundgrube, wenn er sich ihm mit Ueberlegung und ed. lem Eifer ergiebt. Wie belohnend für Kopf und Herz! Er läßt sich von unbesonnenen, absprechenden, herabwürdigenden Urtheilen befangener Menschen in seinen Bemühungen nicht irre machen. Er findet seine Belohnung in seinem Innern, in der Selbstzufriedenheit, in dem Bewußtsein seiner Pflicht, in eigner Hochschätzung, die ihm kein Mensch rauben oder verküm» mern kann. Gelingt es dem Jüngling unter den Juden, sich auf diese Anhöhe zu schwingen, so sieht er mit Lachen, wenn auch nicht mit Verachtung, auf den Spott der Leichtsinnigen, und selbst der Beifall des großen Haufens, scheint ihm überflüssig und entbehrlich. — Und hiemit genug zur Einleitung. Ich habe Ihnen und Ihren Genossen, mein wißbegieriger Freund, Eröffnungen zu machen, die Sie vielleicht befremden und stutzig machen dürften. Vringen sie diese Wirkungen hervor, so ist mein Zweck erreicht. — Solche Warnungen und Erinnerungen waren es, die mich aus dem tiefen Schlaf erweckten. — Auch ich erstaunte als ich zuerst solche neue Vorstellungen hörte. Auf das Erstaunen folgte Zweifel, bis zuletzt