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Jeschurun · 1869-01-01 · Heft 2 (Januar 1869) · page 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1868-1869)
Issue
Heft 2 (Januar 1869)
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 54)
Language
German
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]34: 66 Wiener Aerzte contra die Beschneidung. Nachdem nun aber die Unterzeichner kundgethan, welch' ein Zweck es ist, — den Eintritt unbeschnittener gesunder Knaben in die Gemeinschaft des Judenthums zu ermöglichen — zu dessen Verwirklichung sie sich des Mittels der Entnahme der Geburis- und Beschneidungsmatrikel aus den Händen der Rabbiner und Religionslehrer bedienen wollen, erhält dieses Mittel den gleichen Charakter, wie ihn dieser Zweck hat. Die Gemeinden, an die ein solches Ansinnen gestellt wird, werden ihm nicht nur keine Folgen geben dürfen; jetzt, da sie wissen, zu welchem gewaltthätigen Zwecke man sich^ dieses Mittels bedienen möchte, wird es ihre Aufgabe sein müssen, mit Energie und Umsicht diesen Plänen entgegenzutretei^und die bisherige, der beabsichtigten Vergewaltigung hindernd im Wege stehende Weise der Geburts- und Beschneidungsmakrikel-Führung unter Ergreifung aller gesetzlichen Mittel zu erhalten. Es ist ihre berechtigte Existenz, die man unter heuchlerischer Anrufung der Gewissensfteiheit und des Rechts zu untergraben sucht! Und der Vorstand der Wiener jüdischen Gemeinde, in welchem die Herrn Unterzeichner des Elaborats ein willfährigeres Werkzeug ihrer Pläne erblicken zu können glauben, wird diese Zumuthungen gebührend zu würdigen wissen. An diesen Antrag schließt sich sodann der weitere, die Beschneidung nach der beigegebenen Instruction ordnen und für sie die behördliche Sanktion erstreben zu wollen. Wir haben bereits oben angedeutet, daß, wenn die Herrn Unterzeichner in der That so sehr von der, Gesundheit und Leben bedrohenden Gefährlichkeit der Beschneidung überzeugt sind, wie sie vorgeben es zu sein, sie keinerlei dieser Ueberzeugung widersprechende Concessionen machen dürsten, ohne vor dem Urtheile ihres Gewissens und dem Urtheile der Welt einer Mitschuld an dieser in der Beschneidung liegenden Versündigung an Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen sich theilhastig zu machen! Mit diesem Anträge beschließen die Herrn ihr Elaborat, indem sie ״glauben und hoffen, daß die Idee, die sie bei Abfassung

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